Krebs-PrÀvention, Neuerkrankungen

Krebs-PrÀvention: 40% aller Neuerkrankungen sind vermeidbar

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 04:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien belegen Vorteile pflanzenbetonter Kost, wĂ€hrend Bildungsprogramme, Gewichtsverlust und KI-Modelle neue AnsĂ€tze fĂŒr PrĂ€vention eröffnen.

ErnÀhrung und PrÀvention: Studien zeigen Wege zu besserer Gesundheit
Frische GemĂŒsesorten in Holzkisten auf einer EdelstahlarbeitsflĂ€che in einer hellen SchulkĂŒche. Illustration mit AI erstellt.

Die langfristige PrĂ€vention chronischer Erkrankungen rĂŒckt verstĂ€rkt in den Fokus von ErnĂ€hrungswissenschaftlern und Fachleuten. Durch VortrĂ€ge und gezielte Schulprojekte vermitteln Experten gegenwĂ€rtig AnsĂ€tze fĂŒr eine gesundheitsfördernde ErnĂ€hrung, um Zivilisationskrankheiten sowie entzĂŒndlichen Prozessen frĂŒhzeitig entgegenzuwirken.

Bildungsprojekte als Basis fĂŒr langfristige GesundheitsprĂ€vention

Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist die Einbindung von ErnĂ€hrungsfachwissen in den Schulalltag. In Sachsen zeigt etwa die Evangelische Schulgemeinschaft Erzgebirge in Annaberg einen Weg auf, wie sich die SchĂŒlerverpflegung von konventionellen Einrichtungen abheben kann. Dabei unterstĂŒtzt der ErnĂ€hrungswissenschaftler Falco Rösner die KĂŒchenleitung mit spezifischen Rezept-Inspirationen.

Parallel dazu gewinnen großangelegte Bildungsprogramme an Bedeutung. Die Camst group hat ein auf drei Jahre angelegtes Projekt namens „A scuola di cibo“ gestartet, das in Grundschulen von 180 Gemeinden umgesetzt wird. WĂ€hrend im Schuljahr 2026/27 das Thema ErnĂ€hrung im Fokus steht, folgen in den Folgejahren Schwerpunkte auf Lebensmittelverschwendung und eine Kombination beider Aspekte.

Auch in Deutschland werden vergleichbare Initiativen gefördert: Die AOK Bayern unterstĂŒtzt im Rahmen des Programms Klasse2000 kĂŒnftig mehr als 1.850 Grundschulklassen, wĂ€hrend die GEA Foundation Mittel fĂŒr Gartenprojekte an KindertagesstĂ€tten in Ennigerloh und Berlin bereitstellt.

Das Forschungsprojekt KiSMo, an dem die Hochschule OsnabrĂŒck sowie die UniversitĂ€ten Konstanz und Göttingen beteiligt sind, untersucht zudem die Verpflegung von rund 6 Millionen Kindern und Jugendlichen. Die Ergebnisse sollen in den 16. ErnĂ€hrungsbericht der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) einfließen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zu diÀtetischen AnsÀtzen

In der Fachdiskussion um die wirksamste PrÀvention gilt die mediterrane ErnÀhrung laut aktuellen Studien als besonders vorteilhaft. Sie trÀgt dazu bei, das Körpergewicht, das LDL-Cholesterin sowie Blutfett- und Blutzuckerwerte zu senken.

Eine im New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlichte Untersuchung aus dem Jahr 2018 belegte zudem ein reduziertes Risiko fĂŒr kardiovaskulĂ€re Ereignisse wie Herzinfarkte und SchlaganfĂ€lle ĂŒber einen Beobachtungszeitraum von fĂŒnf Jahren.

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Alternative ErnÀhrungsformen zeigen differenzierte Ergebnisse:
- Eine vegane ErnÀhrungsweise korreliert mit niedrigerem Körpergewicht und einem geringeren Krebsrisiko, erfordert jedoch eine Supplementierung von Vitamin B12 und Jod.
- Die ketogene ErnĂ€hrung kann zwar Gewicht und Blutzucker reduzieren, fĂŒhrt jedoch potenziell zu einem Anstieg des LDL-Cholesterins, weshalb die DGE von dieser Form abrĂ€t.
- Spezifische DiĂ€ten wie die „Restore-DiĂ€t“ oder die „African Heritage Diet“ zeigten in Kurzzeitstudien entzĂŒndungshemmende Effekte und positive VerĂ€nderungen der Darmflora.

Stiftung Warentest empfiehlt fĂŒr die PrĂ€vention von Herz- und Hirnerkrankungen eine pflanzenbetonte Kost mit hochwertigen Fetten aus NĂŒssen, fettem Fisch sowie spezifischen Ölen wie Raps-, Lein- oder Algenöl.

Auswirkungen auf EntzĂŒndungswerte und Stoffwechsel

Aktuelle klinische Daten unterstreichen den Zusammenhang zwischen Gewichtsreduktion und der verringerung entzĂŒndlicher Prozesse. Eine Leipziger Studie untersuchte 111 Patienten nach einem bariatrischen Eingriff. Die Probanden, die im Mittel 44,5 Kilogramm innerhalb von 12 Monaten verloren, wiesen signifikant niedrigere EntzĂŒndungswerte (CRP), verringerte intermediĂ€re Monozyten sowie verbesserte Langzeitblutzucker- und Blutfettwerte auf.

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FĂŒr die personalisierte PrĂ€vention entwickelt die UniversitĂ€t Hohenheim zudem ein KI-Prognosemodell. Dieses kombiniert klinische Daten mit dem Darmmikrobiom und Blutmetaboliten, um den Erfolg von ErnĂ€hrungsprogrammen bei Adipositas-Patienten prĂ€ziser vorherzusagen.

Institutionelle Forderungen nach einer PrÀventionsstrategie

Angesichts der wissenschaftlichen Evidenz fordern fĂŒhrende Institutionen wie die Leopoldina, der Wissenschaftsrat, das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die Deutsche Krebshilfe eine ressortĂŒbergreifende PrĂ€ventionsstrategie. Einem Statement vom 8. September 2026 zufolge wĂ€ren nach heutigem Wissensstand rund 40 Prozent aller Krebsneuerkrankungen durch prĂ€ventive Maßnahmen vermeidbar.

ErgĂ€nzend dazu thematisiert das Symposium „Was uns wirklich nĂ€hrt“ im Oktober 2026 in Grafenegg die ZusammenhĂ€nge zwischen BodenqualitĂ€t, industrieller Landwirtschaft und dem NĂ€hrstoffgehalt von Lebensmitteln. Experten betonen dort die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen Lebensmittelproduktion als Basis fĂŒr die menschliche Gesundheit.

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