Krebsbedingte Fatigue: Methylphenidat zeigt schnelle Besserung
Veröffentlicht: 29.06.2026 um 07:11 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Studien aus dem Juni 2026 liefern vielversprechende Ergebnisse.
Methylphenidat: Mehr als nur ADHS-Medikament
Der Wirkstoff, der vor allem gegen Aufmerksamkeitsdefizite bekannt ist, hilft offenbar auch gegen krebsbedingte Fatigue. Eine Metaanalyse mit 823 Patienten aus neun klinischen Studien belegt eine signifikante Symptomreduktion.
Die Wirkung setzt schnell ein: Bereits nach zwei Wochen spĂŒren Patienten eine erste Besserung. Nach fĂŒnf Wochen verbessert sich die LebensqualitĂ€t spĂŒrbar. Nach acht Wochen verstĂ€rkt sich der Effekt weiter. Besonders erfreulich: Trotz der stimulierenden Wirkung traten keine hĂ€ufigeren Nebenwirkungen auf als in den Kontrollgruppen.
Long COVID und Fatigue: Was die Krebsforschung lernt
Die Erkenntnisse Ă€hneln denen bei Long COVID und ME/CFS. Eine aktuelle Studie untersuchte Fluvoxamin und Metformin bei ErschöpfungszustĂ€nden. Fluvoxamin zeigte mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Verbesserung â Metformin hingegen nicht.
Das unterstreicht: Fatigue ist komplex. Nicht jedes Mittel wirkt bei jedem Patienten.
ErnÀhrung als Therapie-Baustein
Die Berliner CharitĂ© testet einen neuen Ansatz: 40 Melanom-Patienten erhalten ballaststoffreiche Kost kombiniert mit 36-stĂŒndigem Fasten pro Behandlungszyklus. Ăber zwölf Monate wird der Effekt auf Fatigue und LebensqualitĂ€t gemessen.
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Doch Vorsicht vor Extremen: Dr. Ngo Quynh Trang vom Bach-Mai-Krankenhaus in Vietnam warnt vor der Keto-DiĂ€t wĂ€hrend einer Krebstherapie. âEs gibt keine Belege fĂŒr eine Wirksamkeit gegen Krebs â aber ein hohes Risiko fĂŒr MangelernĂ€hrungâ, so die Ărztin. Das könne die Fatigue sogar verschlimmern.
Creatin: Neue Hoffnung aus der Grundlagenforschung
Die UCLA untersucht einen ĂŒberraschenden Stoff: Creatin aktiviert dendritische Zellen und verstĂ€rkt so die Immunantwort gegen Tumore. Im Mausmodell verlangsamte es das Tumorwachstum. Das eröffnet Perspektiven fĂŒr Kombinationen aus NahrungsergĂ€nzung und Immuntherapie.
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50 Jahre Forschung â und kein Ende in Sicht
Die Wilhelm Sander-Stiftung feiert 2026 ihr 50-jĂ€hriges Bestehen. Rund 2.700 Projekte mit ĂŒber 350 Millionen Euro hat sie gefördert. Aktuell unterstĂŒtzt sie unter anderem Mikrostrahltherapie gegen Lungentumore an der TU MĂŒnchen und KI-Modelle fĂŒr die Krebsdiagnostik.
International tut sich ebenfalls etwas: Am 27. Juni 2026 eröffnete das Bach-Mai-Krankenhaus ein neues Institut fĂŒr Nuklearmedizin und Onkologie. Ziel ist es, den jĂ€hrlich rund 182.000 neuen KrebsfĂ€llen in Vietnam mit moderner Immuntherapie und personalisierten PlĂ€nen zu begegnen.
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