Krebsdiagnostik, KI-System

Krebsdiagnostik: KI-System HemaGuide erreicht 82 Prozent Genauigkeit

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 18:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Deutsche Krankenhäuser erproben neue Technologien: spielerische Fortbildung, KI-gestützte Krebsdiagnostik und automatisierte Patientendatenerfassung.

Klinik-Digitalisierung: Gamification, KI und Selbstbedienung im Test
Krebsdiagnostik - Medizinisches Personal in Uniform, das sich um ein Tablet versammelt und eine mobile Lernanwendung in einem Krankenhaus nutzt. 09.07.2026 - Bild: ĂĽber boerse-global.de

Deutsche Krankenhäuser treiben die Digitalisierung voran – mit Gamification für Ärzte, KI für die Krebsdiagnostik und automatisierten Patientenaufnahmen.

Micro-Learning am Krankenbett

Die Asklepios Kliniken testen einen ungewöhnlichen Fortbildungsansatz. In den Zentralen Notaufnahmen läuft seit Ende Juni ein Pilotprojekt mit dem Mobile Game „No Shit!“. Entwickelt wurde die App zusammen mit der Curious Company.

Das Prinzip: Tägliche, kurze Lerneinheiten vermitteln medizinisches Wissen spielerisch im Team. Die SaaS-Plattform Curious.Daily liefert die Inhalte als Micro-Learnings – passend zum hektischen Klinikalltag in Notaufnahme oder OP. Eine Vertriebspartnerschaft soll die Anwendung bald breiter verfügbar machen.

Vitalwerte per Selbstbedienung

Noch einen Schritt weiter geht das UKSH in Kiel. Seit Anfang Juli testet die Notaufnahme dort eine digitale Messkabine – die eHealth Station. Patienten erfassen Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung, Atemfrequenz, Temperatur und Gewicht komplett selbstständig.

Die Daten fließen direkt ins Krankenhausinformationssystem. Der bundesweit erste Einsatz einer solchen Kabine in der Notaufnahme soll die Zeit bis zur ersten ärztlichen Einschätzung drastisch verkürzen. Läuft der Test erfolgreich, folgt der Campus Lübeck.

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HemaGuide: KI trifft Krebsdiagnostik

In der Onkologie setzen Forscher auf künstliche Intelligenz. Das Deutsche Krebsforschungszentrum, HI-STEM und das Uniklinikum Heidelberg haben „HemaGuide“ entwickelt – einen Assistenten für Therapieentscheidungen bei Blutkrebs.

Das System analysiert Arztbriefe und Fachliteratur, wertet molekulare Daten aus – und das in unter einer Minute. In Tests mit 555 Fällen lag die Übereinstimmung mit Experten bei 82 Prozent.

Auch für den Praxisalltag gibt es Neues: Die CubeDoc SE brachte im Juli das „CubeDoc-Cockpit“ auf den Markt. Es bündelt Diagnosedaten verschiedener Geräte und erstellt eine medizinische Voranalyse. Die Anbindung läuft über Standards wie HL7 und FHIR.

Pflege 2030: Handbuch fĂĽr die Zukunft

Nicht nur einzelne Geräte, auch ganze Konzepte stehen im Fokus. Das Modellvorhaben „Pflege 2030“ legte am 8. Juli ein Praxishandbuch vor. Beteiligt waren die Korian Stiftung, die Universität Bremen und das Fraunhofer IIS.

Das mit 3,1 Millionen Euro vom Bayerischen Gesundheitsministerium geförderte Projekt liefert konkrete Handlungsempfehlungen – von der Personalbemessung bis zur Digitalisierung in der Pflege.

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Parallel dazu treiben Kliniken integrierte Behandlungspfade voran. Das Asklepios Klinikum Harburg strukturiert die Neuromedizin neu: durchgängige Versorgungsketten von der Akut-Neurologie über die Frührehabilitation bis zu ambulanten Angeboten für chronische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Epilepsie.

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