Krebsimmuntherapie: Photopherese bessert Beschwerden bei 96 Prozent
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deModerne Krebsimmuntherapien haben die onkologische Behandlung in den vergangenen Jahren grundlegend erweitert, bringen jedoch spezifische Risiken mit sich. Bei einem Teil der Behandelten treten schwerwiegende immunvermittelte Nebenwirkungen auf, die herkömmliche Therapien vor Probleme stellen.
Wenn Standardansätze mit Kortison versagen, mangelt es bislang an etablierten Alternativen. Eine Phase-Ib/II-Studie liefert nun differenzierte Daten zum Einsatz der extrakorporalen Photopherese in solchen Fällen.
Hohe Ansprechrate bei unzureichender Kortisonwirkung
Die unter Federführung des Universitätsklinikums Freiburg durchgeführte multizentrische Untersuchung fand an den Universitätsklinika Freiburg, Essen und Regensburg statt. Untersucht wurden 30 Patientinnen und Patienten, bei denen eine Behandlung mit Kortison die schweren Nebenwirkungen der Immuntherapie nicht ausreichend lindern konnte. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit erschienen in der Fachzeitschrift Nature Communications.
Nach einer Behandlungsdauer von zwölf Wochen dokumentierten die Forschenden eine Besserung der Beschwerden bei 26 von 27 auswertbaren Patientinnen und Patienten, was einer Quote von 96 Prozent entspricht. Die Symptome bildeten sich dabei entweder teilweise oder vollständig zurück.
Der Großteil der Teilnehmenden konnte nach dem Interventionszeitraum vollständig auf Kortison verzichten. Zudem traten im Verlauf keine schweren Nebenwirkungen auf, die auf das Verfahren der Photopherese selbst zurückgeführt werden mussten.
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Methodische Grenzen und weiterer Forschungsbedarf
Das Universitätsklinikum Freiburg wies im Zusammenhang mit den Ergebnissen auf methodische Limitationen hin. Mit 30 Teilnehmenden bewegte sich die Stichprobengröße auf einem für frühe klinische Phasen typischen, jedoch begrenzten Niveau. Darüber hinaus verfügte das Design über keine direkte Kontrollgruppe, gegen die die Resultate statistisch gespiegelt werden konnten.
Ein weiterer offener Aspekt betrifft die langfristige Wirkung der Photopherese auf die eigentliche Krebstherapie. Ob und in welchem Ausmaß die Dämpfung der Nebenwirkungen das Ansprechen auf die onkologische Grunderkrankung beeinflusst, bleibt Gegenstand künftiger Untersuchungen.
Aus Sicht der beteiligten Forschenden sind größere, randomisierte Studien erforderlich, um die Übertragbarkeit der Resultate und die langfristige Sicherheit zu überprüfen.
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Regulatorischer Rahmen im europäischen Raum
Parallel zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen vollzog sich eine regulatorische Anpassung. Die Prüf- und Zertifizierungsorganisation BSI erweiterte im Oktober 2026 die europäische Zulassung eines Photopherese-Systems. Der genehmigte Anwendungsbereich schließt seither immunvermittelte Nebenwirkungen von Krebsimmuntherapien bei erwachsenen Patientinnen und Patienten explizit mit ein.
