KrebsprĂ€ventionswoche: Warum es fĂŒr Speiseröhrenkrebs kein Screening gibt
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Rahmen der Nationalen KrebsprĂ€ventionswoche, die vom 21. bis zum 27. September 2026 unter dem Motto âLass mal checken!â stattfindet, rĂŒcken sowohl die medizinische Vorsorge als auch die LebensumstĂ€nde chronisch erkrankter Menschen in den Fokus der Ăffentlichkeit.
Die Aktionswoche wird gemeinsam von der Deutschen Krebshilfe, dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Deutschen Krebsgesellschaft getragen. Ziel ist es, das Bewusstsein fĂŒr prĂ€ventive MaĂnahmen zu schĂ€rfen und die Herausforderungen im Umgang mit der Diagnose Krebs aufzuzeigen.
Die Bedeutung der FrĂŒherkennung und bestehende VersorgungslĂŒcken
Ein zentraler Aspekt der PrĂ€ventionsarbeit ist die rechtzeitige Diagnose. Laut medizinischen Experten wie Prof. Markus Hecht von der UniversitĂ€tsklinik des Saarlandes (UKS) ist die FrĂŒherkennung entscheidend fĂŒr den Behandlungserfolg.
WĂ€hrend gesetzliche Krankenkassen Programme fĂŒr Brust-, Haut-, Darm- und Prostatakrebs sowie fĂŒr gynĂ€kologische Tumoren und unter bestimmten Voraussetzungen fĂŒr Lungenkrebs finanzieren, existieren fĂŒr andere Krebsarten keine allgemeinen FrĂŒherkennungsprogramme.
Ein Beispiel hierfĂŒr ist der Speiseröhrenkrebs. Der 43-jĂ€hrige Feuerwehrmann Patrik Oberleuck aus SaarbrĂŒcken erhielt eine entsprechende Diagnose nach einer Magenspiegelung am 13. Juli 2026. Zuvor hatten monatelange Schluckbeschwerden und ein massiver Gewichtsverlust von rund 25 kg bei einem Ausgangsgewicht von ĂŒber 100 kg bestanden.
Die Erkrankung befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits in einem weit fortgeschrittenen, palliativ zu behandelnden Stadium mit Metastasen in der Leber sowie Befall der Aorta und des Herzens.
LangzeitverlÀufe und interdisziplinÀre Versorgung
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Die moderne Medizin ermöglicht es zunehmend, Krebserkrankungen ĂŒber viele Jahre hinweg zu behandeln, wodurch diese oft einen chronischen Charakter annehmen. Timo von Bronk aus HundsmĂŒhlen wird seit dem Jahr 2012 aufgrund eines aggressiven Darmkrebses behandelt. Sein Krankheitsverlauf umfasst rund 20 Operationen sowie Bestrahlungen und Chemotherapien. Im Jahr 2014 traten Hirntumore als Absiedlungen des PrimĂ€rtumors auf.
Die Behandlung erfolgte interdisziplinĂ€r in drei Oldenburger Kliniken: dem Pius-Hospital, dem Evangelischen Krankenhaus und dem Klinikum. Nach einer komplexen Operation im Jahr 2016, bei der eine Ersatzblase aus einem DarmstĂŒck geformt wurde, kehrte der Krebs im Jahr 2025 zurĂŒck, was die Entfernung des Organs erforderlich machte. Prof. Dr. Dirk Weyhe bezeichnete diesen Fall als Beispiel fĂŒr die LeistungsfĂ€higkeit der universitĂ€ren Medizin am Standort Oldenburg.
Ăhnliche Ausdauer zeigt die Patientin Monika, die seit sieben Jahren gegen den Krebs kĂ€mpft. Trotz mehrfacher Operationen, Chemotherapien und eines Schlaganfalls im Jahr 2024, der ihre linke Hand einschrĂ€nkte, verfolgt sie das Ziel, alle 222 Stempel der Harzer-Wanderkaiserin zu sammeln. Mit ihrem Buch âKĂ€mpferherz. Aufgeben ist keine Optionâ dokumentiert sie ihren Weg.
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Forschung zu seltenen Krebsformen und statistische Erhebungen
In der internationalen Forschung wird zudem verstĂ€rkt an Krebserkrankungen mit unbekanntem Ursprung (CUP-Syndrom) gearbeitet. In Norwegen betrifft dies laut der KrebsĂ€rztin Eli Sihn Samdal Steinskog jĂ€hrlich rund 370 Personen. Die Ein-Jahres-Ăberlebensrate liegt hier bei lediglich 20 Prozent.
Im Rahmen der NorCUP-Studie konnte jedoch bei drei von vier Patienten ein wahrscheinlicher Ursprung der Erkrankung identifiziert werden. Auch Elin Mordal, Rektorin der HiMolde, thematisierte öffentlich ihr Leben mit einer unheilbaren Erkrankung, die vor fĂŒnf Jahren im Rahmen einer Mammografie entdeckt wurde.
ErgĂ€nzend zur medizinischen Forschung engagieren sich Vereine wie der Eisvogel e.V., um Aufmerksamkeit fĂŒr Blutkrebserkrankungen zu generieren. Der Verein verweist auf Daten aus dem Jahr 2022, wonach in Deutschland jĂ€hrlich etwa 13.454 Menschen an LeukĂ€mie, 17.932 an Non-Hodgkin-Lymphomen und 2.457 an Hodgkin-Lymphomen erkranken.
Da laut DKMS etwa jeder zehnte Patient keinen passenden Spender findet, organisiert der Verein regelmĂ€Ăig Typisierungsaktionen, um die Ăberlebenschancen der Betroffenen zu verbessern.
