Krebsrisiko: Fünf Lebensstilfaktoren senken es laut DKFZ um 29 Prozent
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Umfassende epidemiologische Untersuchungen liefern präzise Einblicke in den Zusammenhang zwischen alltäglichen Gewohnheiten und dem Auftreten von Tumorerkrankungen. Eine im Fachjournal British Journal of Cancer veröffentlichte Untersuchung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) hat auf Basis der Daten der britischen UK Biobank frühere Erkenntnisse bestätigt und erweitert.
Die Analyse erfasste 287.745 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über einen mittleren Beobachtungszeitraum von 11,5 Jahren. In dieser Spanne wurden 12.947 Krebsdiagnosen registriert.
Deutliche Risikoreduktion durch gebündelte Schutzfaktoren
Im Zentrum der DKFZ-Auswertung stand ein Lebensstil-Score, der Werte von null bis fünf umfasst. Dieser Index setzt sich aus den fünf Faktoren Rauchen, Alkoholkonsum, Ernährung, körperliche Bewegung und Körpergewicht zusammen. Beim Vergleich von Personen mit einem günstigen Profil (vier bis five Punkte) mit jenen mit einem ungünstigen Lebensstil (null bis ein Punkt) zeigte sich ein um 29 Prozent geringeres Gesamtkrebsrisiko.
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Ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen dem Lebensstil und der Krankheitswahrscheinlichkeit ergab sich bei 13 von 27 untersuchten Krebsarten. Zu den betroffenen Tumoren zählten unter anderem Lungen-, Darm-, Magen-, Leber-, Bauchspeicheldrüsen-, Nieren- und Blasenkrebs sowie Brustkrebs nach den Wechseljahren.
Rauchen und Übergewicht als stärkste Treiber
Die Differenzierung nach einzelnen Parametern unterstreicht die Rolle von Tabakkonsum und Körpergewicht. Den Ergebnissen des DKFZ zufolge war Rauchen mit 12 der untersuchten Tumorarten assoziiert, während Übergewicht bei 10 Krebsarten einen messbaren Risikofaktor darstellte.
Über Modellrechnungen zum populationsbezogenen zurechenbaren Anteil (Population Attributable Fraction, PAF) ermittelten die Forschenden, welcher Anteil spezifischer Tumoren auf ungünstige Verhaltensweisen zurückgeht. Für Kehlkopfkrebs lag diese Schätzung bei rund 66 Prozent, bei Lungenkrebs bei etwa 52 Prozent und bei Rachenkrebs bei rund 30 Prozent.
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Relevanz für Prävention und Gesundheitspolitik
Die Befunde fügen sich in das übergeordnete Bild internationaler Krebsregister ein. Nach Einschätzung des World Cancer Research Fund (WCRF) stehen rund 40 Prozent aller Krebserkrankungen mit modifizierbaren Faktoren in Verbindung. Neben Tabakkonsum und Übergewicht nennt die Organisation Fehlernährung, Bewegungsmangel, Alkoholkonsum sowie Umwelteinflüsse als zentrale Ansatzpunkte.
Die detaillierten Resultate der DKFZ-Analyse verdeutlichen, dass Präventionsmaßnahmen nicht isoliert an einzelnen Verhaltensweisen ansetzen sollten. Eine kumulative Verbesserung mehrerer Alltagsfaktoren führt über eine breite Palette an Tumorarten hinweg zu einer substanziellen Senkung des Erkrankungsrisikos.
