CyberkriminalitĂ€t: Eigene Mitarbeiter Risiko fĂŒr Firmen
24.10.2024 - 09:43:34 | dpa.de
Die Zahl der Cyberattacken auf Unternehmen nimmt nach einer internationalen Manager-Umfrage weiter zu. Demnach meldeten ĂŒber zwei Drittel (67 Prozent) der befragten 2.150 FĂŒhrungskrĂ€fte aus den USA, Deutschland und sechs weiteren europĂ€ischen LĂ€ndern eine gestiegene Zahl von Angriffen in den vergangenen zwölf Monaten, wie der britische Versicherer Hiscox berichtet. In Deutschland fiel das Ergebnis mit 60 Prozent etwas niedriger aus.Â
GefĂ€lschte Mail vom Chef - TĂ€ter manipulieren AngestellteÂ
«Cyberangriff» umfasst in der Definition der Umfrage ein weites Spektrum von bösartigen Phishing-Mails ĂŒber die Blockade von Firmennetzwerken durch Erpressungs-Software («Ransomware») bis zur Umleitung von Firmengeldern auf Hacker-Konten. HĂ€ufigstes Einfallstor fĂŒr Hacker sind demnach Schwachstellen beim Zugriff auf Cloud-Server. An zweiter Stelle der Risiken stehen bereits die eigenen Angestellten eines Unternehmens - etwa, wenn diese auf Phishing-Mails hereinfallen. Die Gefahr droht also keineswegs nur von kriminellen Hackern in fernen LĂ€ndern: 42 Prozent der Befragten betrachten demnach Mitarbeiter, Subunternehmer oder GeschĂ€ftspartner als Risiko.Â
Dazu trĂ€gt «Social Engineering» bei: «Das heiĂt die Manipulation von Mitarbeitern, um an sensible Unternehmensdaten zu kommen», sagte Gisa Kimmerle, die Leiterin des CyberversicherungsgeschĂ€fts bei Hiscox Deutschland. Eine ĂŒbliche Methode ist eine unter der Formel «fake president» bekannte Masche: Hacker geben sich als Vorgesetzte aus und veranlassen Zahlungen auf eigene Konten.Â
Zahlungsmittelbetrug nimmt zuÂ
58 Prozent der befragten Firmen meldeten durch Zahlungsmittelbetrug verursachte finanzielle SchĂ€den, das ist laut Umfrage mittlerweile die hĂ€ufigste Schadensform. Ein nach wie vor gĂ€ngiges kriminelles GeschĂ€ftsmodell ist nach Worten Kimmerles aber auch die Online-Erpressung. Die TĂ€ter verschlĂŒsseln Firmennetzwerke und fordern Lösegeld fĂŒr die Freigabe.Â
Auf Erpressung eingehen lohnt sich nichtÂ
«Ransomware ist immer noch eine der Top-Bedrohungen», sagte sie Managerin. Firmen, die nachgeben und zahlen, erhalten nach Worten der Versicherungsmanagerin trotzdem hĂ€ufig nicht den unbeschrĂ€nkten Zugriff auf ihre Systeme zurĂŒck - ganz abgesehen davon, dass diese nach einem erfolgreichen Angriff ohnehin vollstĂ€ndig neu installiert werden sollten. «Lösegeldzahlungen lohnen sich in den meisten FĂ€llen nicht», sagte Kimmerle.Â
Die Londoner Unternehmensberatung Man Bites Dog befragte im September im Auftrag des Versicherers leitende Angestellte und IT-Manager, davon 400 in den USA sowie jeweils 250 weitere in Deutschland, GroĂbritannien, Frankreich, Spanien, Belgien, den Niederlanden und Irland. Drei Viertel der befragten Unternehmen waren kleine Firmen und MittelstĂ€ndler mit bis zu 1.000 Mitarbeitern, ein Viertel gröĂere Unternehmen. Publik gewordene Cyberattacken ziehen auĂerdem hĂ€ufig FolgeschĂ€den nach sich: 43 Prozent der Befragten sagten, dass sie anschlieĂend Kunden verloren hĂ€tten.
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