Krypto-Betrug: KI-Videos kosten Rentner 120.000 Euro
03.07.2026 - 14:15:18 | boerse-global.de
Die Methoden werden immer professioneller: Ob täuschend echte Promi-Deepfakes, Liebesbetrug über Dating-Apps oder Phishing im Namen neuer EU-Gesetze – die Täter schrecken vor nichts zurück. Aktuelle Ermittlungserfolge zeigen, wie systematisch die Banden vorgehen.
KI-Video kostet Rentner 120.000 Euro
Im oberbayerischen Landkreis Altötting gelang der Kriminalpolizei Traunstein ein Schlag gegen eine internationale Bande. Ein 60-Jähriger war auf ein KI-generiertes Video hereingefallen, in dem ein Prominenter für Krypto-Investitionen warb.
Das Opfer kontaktierte die angeblichen Anlageberater und investierte über Monate hinweg mehr als 120.000 Euro in vermeintliche Kryptowährungen. Am 29. Juni konnte die Polizei einen 16-jährigen Tatverdächtigen festnehmen – er soll als Geldabholer für die Hintermänner fungiert haben. Die Ermittlungen zu weiteren Netzwerkstrukturen dauern an.
Love-Scamming: Wenn die Dating-App zur Falle wird
Neben technischer Manipulation setzen Betrüger verstärkt auf emotionale Bindungen. In Kaiserslautern verlor ein 32-Jähriger rund 2.500 Euro. Über eine Dating-App hatte er Kontakt zu einer Frau aufgenommen, die über Wochen Vertrauen aufbaute – bevor sie ihn in eine Trading-App drängte. Die Polizei Westpfalz warnt vor schnellen Investitionsaufforderungen in privaten Chats.
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Ein ähnlicher Fall aus Eggenburg: Dort gab sich ein Betrüger als bekannter Schauspieler aus, täuschte eine Notlage vor und erbeutete im Juni rund 6.400 Euro von einer Frau.
Phishing-Welle: Betrüger nutzen EU-Verunsicherung
Aktuell beobachten Marktexperten eine gezielte Phishing-Kampagne. Die Täter machen sich die Verunsicherung über die neuen MiCA-Regulierungen (Markets in Crypto-Assets) zunutze. Sie versenden E-Mails im Namen großer Krypto-Plattformen wie Binance und drohen mit sofortiger Kontoschließung.
Die Empfänger werden aufgefordert, Links zu öffnen oder sensible Daten preiszugeben. Bitpanda warnt: „Banken und Krypto-Börsen fordern Kunden niemals unaufgefordert zur Übermittlung von Passwörtern oder 2FA-Codes per E-Mail auf."
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Wenn Retter selbst Betrüger sind
Für bereits Geschädigte lauert eine weitere Gefahr: der sogenannte Recovery-Betrug. Dabei werden Opfer gezielt kontaktiert – unter dem Vorwand, die verlorenen Summen rechtlich zurückholen zu können. Die Täter fordern erneute Zahlungen für angebliche Gebühren. Die Adler Kanzlei wird derzeit als mutmaßlicher Akteur in diesem Bereich genannt. Experten raten dringend davon ab, auf solche Angebote einzugehen, wenn die Seriosität nicht verifiziert ist.
Parallel bleibt der klassische Support-Betrug ein Risiko. In Weida verlor eine 75-Jährige zwischen 20.000 und 25.000 Euro. Sie klickte auf ein Werbebanner, ein angeblicher Microsoft-Mitarbeiter verschaffte sich Fernzugriff auf ihren Computer und veranlasste unautorisierte Banktransaktionen. Die Polizei betont: Technologieunternehmen kontaktieren Kunden niemals unaufgefordert zur Problembehebung.
