Kryptobetrug: Hacker erbeuten 141,65 Bitcoin über Google-Anzeigen
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 19:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kriminelle Akteure setzen verstärkt auf manipulierte Google-Suchanzeigen, um Nutzer auf gefälschte Internetseiten zu locken und deren Kryptowährungsbestände zu entwenden. Diese aktuelle Warnung steht im Kontext umfangreicher Untersuchungen der Google Threat Intelligence Group (GTIG), die komplexe Angriffsmuster gegen Finanzunternehmen und private Anleger aufgedeckt hat. Dabei kommen Methoden zum Einsatz, die über klassisches Phishing hinausgehen und gezielt Sicherheitsmechanismen wie die Multi-Faktor-Authentisierung (MFA) umgehen.
Zentralisierter Akteur hinter globalen Erpressermarken
In einem aktuellen Bericht ordnet die Google Threat Intelligence Group fünf bisher separat auftretende Erpressermarken einem einzigen Akteur zu, der intern unter der Bezeichnung UNC6671 geführt wird. Zu diesem Netzwerk gehören die Gruppierungen Falcon, Helix, Pink, Redact und BlackFile. Die Ermittler konnten nachweisen, dass diese Marken koordiniert agieren und dabei identische technische Infrastrukturen nutzen.
Besonders im Juli dieses Jahres gerieten Unternehmen aus dem Finanz- und Rechtssektor ins Visier der Angreifer. Zu den betroffenen Branchen zählen namhafte Private-Equity-Firmen, Anwaltskanzleien und Rating-Agenturen. Berichten zufolge befanden sich Institutionen wie Blackstone, Bridgewater, Apollo, Bain, KKR, TPG, CME, Clearlake und Moody's im Fokus der Aktivitäten.
Angreifer nutzen immer raffiniertere Methoden, um herkömmliche Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen und sensible Daten zu stehlen. Dieser kostenlose PDF-Report zeigt Ihnen, wie Sie mit der modernen Passkey-Technologie Ihre Konten effektiv vor Phishing und Datenklau schützen. Passwortlose Sicherheit: Jetzt Gratis-Report anfordern
Die Methode: Vishing und MFA-Umgehung
Der Angriffsvektor von UNC6671 basiert auf einer Kombination aus technischer Raffinesse und sozialer Manipulation. Die Gruppe nutzt sogenanntes Vishing (Voice Phishing), wobei sich die Angreifer am Telefon als Mitarbeiter eines IT-Helpdesks ausgeben. In vielen Fällen kontaktierten die Täter die Zielpersonen direkt auf ihren privaten Mobiltelefonen.
Unter dem Vorwand, neue Sicherheitseinstellungen wie Passkeys einrichten zu müssen, werden die Opfer auf Phishing-Seiten geleitet. Ein typisches Merkmal dieser Kampagnen ist die Verwendung von Domains, die den Namen des Zielunternehmens mit Zusätzen wie „createssopasskey“ kombinieren. Um die Multi-Faktor-Authentisierung zu neutralisieren, setzt die Gruppe AiTM-Proxys (Adversary-in-the-Middle) ein. Diese fangen MFA-Token in Echtzeit ab, wodurch die Angreifer vollen Zugriff auf die geschützten Konten erhalten. Im Falle einer erfolgreichen Kompromittierung drohen die Täter mit der Veröffentlichung sensibler Daten, um Lösegeldzahlungen zu erpressen.
Millionenforderungen und Bitcoin-Transfers
Die finanziellen Dimensionen der Aktivitäten von UNC6671 sind erheblich. Die ursprünglichen Lösegeldforderungen bewegen sich laut dem Google-Bericht meist in einem Rahmen von 1 bis 3 Millionen US-Dollar. Den Opfern werde jedoch häufig ein Nachlass von 50 bis 75 Prozent eingeräumt, sodass die tatsächliche Zahlung im Mittel bei etwa 750.000 US-Dollar liege. Analysen deuten darauf hin, dass es in rund 53 Prozent der Fälle zu solchen Zahlungsvereinbarungen kommt, wenngleich offizielle Bestätigungen für einzelne Transaktionen seitens der betroffenen Firmen oft ausbleiben.
Wer sich gegen professionelle Hacker-Angriffe und psychologische Manipulationstaktiken absichern möchte, benötigt fundiertes Expertenwissen. Ein aktuelles Anti-Phishing-Paket bietet Unternehmen eine detaillierte Analyse moderner Angriffsmethoden sowie konkrete Schritte zur Abwehr. Kostenloses Anti-Phishing-Paket für Unternehmen herunterladen
Die Auswertung von 18 mit der Marke BlackFile verknüpften Wallets verdeutlicht den Erfolg der Masche: Zwischen dem 7. Januar und dem 12. Mai 2026 flossen diesen digitalen Geldbörsen insgesamt 141,65 Bitcoin zu, was einem Gegenwert von circa 10,69 Millionen US-Dollar entspricht. Ein einzelnes Wallet soll im bisherigen Jahresverlauf Bitcoin im Wert von etwa 10 Millionen US-Dollar erhalten haben. Experten raten Unternehmen und Privatanlegern zu erhöhter Wachsamkeit bei unaufgeforderten Support-Anrufen und einer strengen Überprüfung von Suchergebnissen bei Finanzdienstleistungen.
