Kryptobranche, Jobs

Kryptobranche: 5.700 Jobs gestrichen, 53% neue Stellen KI-bezogen

27.06.2026 - 15:03:49 | boerse-global.de

Krypto-Verwahrer BitGo entlässt rund 15 Prozent der Belegschaft und fokussiert sich künftig auf KI-gestützte Infrastruktur. Der Aktienkurs verlor seit Börsengang über 70 Prozent.

BitGo streicht 90 Stellen: Strategische Neuausrichtung auf KI
Kryptobranche - Leuchtend blaues KI-Neuronennetz über unscharfen, besorgten Mitarbeitern in einem modernen Büro. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Aktienkurs des Unternehmens ist seit dem Börsengang im Januar um über 70 Prozent eingebrochen.

Am 25. Juni gab BitGo Holdings bekannt, dass rund 15 Prozent der Mitarbeiter gehen müssen. Betroffen sind zwischen 85 und 90 Beschäftigte. Das Unternehmen bezeichnete den Schritt als einmalige Anpassung, um Ressourcen auf neue Prioritäten auszurichten. CEO Mike Belshe stellte klar, dass keine weiteren Entlassungen geplant seien. Künftig will sich BitGo auf Sicherheit, Handel, Abwicklung und KI-gestützte Infrastruktur konzentrieren.

Der Schritt kommt nicht überraschend. Seit dem Börsengang im Januar zu 18 Dollar pro Aktie hat sich der Kurs mehr als halbiert. Nach der Ankündigung fiel die Aktie um 4,76 Prozent auf 4,80 Dollar. Ein Minus von über 70 Prozent seit dem Marktdebüt – das dürfte auch die Anleger beunruhigen.

Trotz Stellenabbau: Umsatzsprung um 112 Prozent

Die finanziellen Kennzahlen zeigen ein gemischtes Bild. Im ersten Quartal 2026 erwirtschaftete BitGo 3,8 Milliarden Euro Umsatz – ein Plus von 112,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Doch die Verluste wuchsen ebenfalls: Der Nettoverlust stieg auf 60,7 Millionen Euro, nach 25,7 Millionen Euro im Vorjahr. Für das Gesamtjahr 2025 standen 16,2 Milliarden Euro Umsatz einem Verlust von 14,8 Millionen Euro gegenüber.

Gleichzeitig expandiert BitGo in Europa. Über eine Crypto-as-a-Service-Plattform, die den EU-weiten MiCA-Regularien entspricht, will das Unternehmen Fuß fassen. Zudem plant BitGo die Entwicklung regulierter DeFi-Vaults in Zusammenarbeit mit Morpho.

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Branche im Umbruch: Über 5.700 Jobs gestrichen

BitGo ist kein Einzelfall. Die gesamte Kryptobranche durchlebt einen tiefgreifenden Wandel. Über 30 Unternehmen haben 2026 bereits mehr als 5.700 Stellen abgebaut. Auch große Namen wie Coinbase (14 Prozent der Belegschaft, rund 500 Stellen), Kraken und die Ethereum Foundation haben Personal reduziert.

Der Grund: Die Branche setzt zunehmend auf Automatisierung und KI. Waren Anfang 2025 noch 23 Prozent der Stellenausschreibungen im Kryptosektor KI-bezogen, stieg dieser Anteil bis März 2026 auf 53 Prozent. Ingenieure machen derzeit 34 Prozent der offenen Stellen aus, Compliance-Rollen nur zehn Prozent. Insgesamt sind weltweit nur noch 2.932 Positionen ausgeschrieben.

Übernahmefieber: Milliarden-Deals beflügeln den Sektor

Während der Arbeitsmarkt schrumpft, boomt die Konsolidierung. Im ersten Halbjahr 2026 erreichten Fusionen und Übernahmen im Krypto-Infrastrukturbereich 9,37 Milliarden Euro – das 26-Fache des Vorjahreszeitraums. Allein im zweiten Quartal wurden 7,23 Milliarden Euro umgesetzt, nach 2,14 Milliarden im ersten Quartal.

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Traditionelle Finanzinstitute mischen kräftig mit. Mastercard übernahm das Krypto-Unternehmen BVNK für 1,8 Milliarden Euro. Franklin Templeton gründete durch eine separate Akquisition eine eigene Krypto-Sparte. Die Botschaft ist klar: Die großen Player positionieren sich für die nächste Welle – und lassen dabei kaum eine Gelegenheit aus.

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