Kurkumin, Polypenentfernung

Kurkumin nach Polypenentfernung: Studie zeigt 44 Prozent weniger große Adenome

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach Polypenentfernung traten größere Adenome mit Kurkumin seltener auf; ein Schutz vor Darmkrebs ist bislang nicht belegt.
Frische Kurkumawurzeln und Kurkumapulver auf einem hölzernen Untergrund. Illustration mit AI erstellt.

Am 21. Oktober 2026 berichtete ein Forschungsteam der Universität Tokushima über neue Erkenntnisse zur Vorbeugung von Darmveränderungen. Wie Medienberichte vom 23. Oktober 2026 darlegen, kann die Gabe von Kurkumin das Wiederauftreten größerer Darmpolypen nach einer endoskopischen Entfernung maßgeblich verringern.

Da sich aus bestimmten Polypen bösartige Geschwulste entwickeln können, sehen die beteiligten Wissenschaftler in dem gelben Naturfarbstoff aus der Kurkumawurzel einen potenziellen Ansatzpunkt zur Prävention von Darmkrebs.

Signifikante Risikoreduktion bei Adenomen ab sechs Millimetern

Grundlage der Erkenntnisse ist eine randomisierte Doppelblindstudie in Japan, bei der Teilnehmende nach einer erfolgreichen Polypenentfernung über einen Zeitraum von zwei Jahren beobachtet wurden. Die Probanden erhielten dabei entweder ein hochabsorbierbares Kurkumin-Präparat oder ein Scheinmedikament.

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In der Auswertung zeigte sich ein messbarer Unterschied bei größeren Gewebeneubildungen: In der Kurkumin-Gruppe lag die Rate von Adenomen mit einem Durchmesser ab sechs Millimetern bei 7,5 Prozent, während sie unter Placebo 13,3 Prozent betrug. Dies entspricht einer Risikoreduktion von rund 44 Prozent.

Betrachteten die Forscher hingegen die Gesamtrate aller wiederkehrenden Adenome ohne Berücksichtigung der Größe, war kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen der Kurkumin- und der Placebogruppe feststellbar.

Ausgeprägter Nutzen bei Patienten mit vielen Vorbefunden

Besonders stark zeigte sich der Schutzeffekt bei Teilnehmenden, bei denen bereits vor Studienbeginn eine erhöhte Zahl an Wucherungen festgestellt worden war. Bei Personen mit sechs oder mehr früher entfernten Adenomen fiel das Risiko, innerhalb von zwei Jahren vier oder mehr neue Adenome auszubilden, unter Kurkumin spürbar geringer aus.

In puncto Sicherheit zogen die beteiligten Mediziner eine positive Bilanz. Hinsichtlich unerwünschter Ereignisse zeigten sich keine Unterschiede zwischen den beiden Studiengruppen, und schwerwiegende Nebenwirkungen traten im Studienverlauf nicht auf. Das hochabsorbierbare Präparat erwies sich somit als gut verträglich.

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Wissenschaftliche Einordnung und geplante Langzeitbeobachtung

Die Ergebnisse der Untersuchung waren bereits am 28. August in der Fachzeitschrift American Journal of Gastroenterology publiziert worden, bevor das Forschungsteam der Universität Tokushima die Befunde im Oktober der Fachöffentlichkeit präsentierte.

Trotz der ermutigenden Daten weisen die beteiligten Mediziner darauf hin, dass eine tatsächliche Verhinderung von Darmkrebserkrankungen durch die vorliegenden Studienergebnisse noch nicht abschließend belegt ist. Da die Umwandlung von Darmadenomen in Karzinome meist viele Jahre in Anspruch nimmt, ist eine langfristige Weiterverfolgung der Patienten vorgesehen, um die dauerhafte präventive Wirkung des Wirkstoffs genauer zu untersuchen.

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