Kyber NVL144: Nvidias KI-Chip verzögert sich bis 2028
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 09:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Folgen könnten die gesamte Branche verändern.
Der eigentlich für 2027 geplante Kyber NVL144-Rack kommt erst 2028 auf den Markt. Das berichten Branchenanalysten Anfang Juli 2026. Schuld sind erhebliche Schwierigkeiten bei der Herstellung hochkomplexer Leiterplattenkomponenten.
Fertigungsengpässe bremsen Nvidias KI-Offensive
Das Hauptproblem: Die 78-lagige Leiterplatten-Midplane des Kyber-Systems lässt sich nur unter großen Mühen produzieren. Laut einer Analyse von SemiAnalysis stößt Nvidias Lieferkette hier an ihre Grenzen. Die hohe Anzahl an Schichten führt zu Produktionsengpässen, die sich nicht so schnell beheben lassen.
Auch das größere NVL576-System könnte betroffen sein. Experten rechnen entweder mit Verzögerungen oder mit einer stark begrenzten Stückzahl. Die Technologie der co-packaged Optics und komplexer Rack-Verbindungen bleibt offenbar eine der größten Hürden für die KI-Branche.
Roadmap-Änderungen und ein gestrichenes Projekt
Die Probleme haben weitreichende Folgen für Nvidias Produktplanung. Ein als Übergangslösung gedachtes System namens NVL72x2 wurde bereits eingestellt – angeblich, weil Kunden keine Abnahme signalisierten.
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Noch gravierender: Die Rubin-Ultra-Plattform wird grundlegend umgebaut. Statt der ursprünglich geplanten Vier-Chip-Konfiguration kommt nun eine Zwei-Chip-Version. Das bedeutet weniger Rechenleistung und geringere Speicherkapazität als ursprünglich angekündigt. Analysten sehen darin eine Lücke im Portfolio: Bis zur nächsten Architektur Feynman fehlt Nvidia eine skalierte Lösung für Rubin Ultra.
Konkurrenz wittert ihre Chance
Die Verzögerungen könnten Wettbewerbern in die Karten spielen. AMD mit dem MI500X und Google mit dem TPUv8i haben nun ein Zeitfenster, um Marktanteile zu gewinnen. Auch große Cloud-Anbieter könnten auf alternative Architekturen ausweichen, solange Kyber nicht verfügbar ist.
Ein Lichtblick: Die aktuellen Rubin-Systeme bleiben im Zeitplan. Sie sollen im Herbst 2026 an acht große Cloud-Partner ausgeliefert werden.
Börse reagiert verhalten
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Die Nachricht schlug an der Börse nur leichte Wellen. Nvidia-Aktien gaben im vorbörslichen Handel um 0,1 Prozent auf 194,79 US-Dollar nach. SemiAnalysis zeigt sich dennoch optimistisch für die nahe Zukunft: Die Data-Center-Umsätze könnten die Konsensschätzungen im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres 2027 um 20 Prozent übertreffen.
Erst kürzlich hatte Nvidia 20 Milliarden US-Dollar am Anleihemarkt aufgenommen, um die Finanzlage zu stärken. Offiziell hat sich der Konzern zu den Kyber-Verzögerungen bislang nicht geäußert. Die aktuellen Schwierigkeiten zeigen jedoch: Die Skalierung von KI-Hardware stößt zunehmend an die physikalischen Grenzen der Fertigungstechnik.
