Australien, Tier

GefÀhrliche Vogelgrippe erstmals auf Australiens Festland

20.06.2026 - 12:50:10 | dpa.de

Lange blieb Down Under von der derzeit verbreiteten Vogelgrippe verschont: Nun hat sich das Virus, das weltweit Millionen von Vögeln infiziert hat, endgĂŒltig auf alle Kontinente der Erde ausgebreitet.

Die tödliche Virusvariante der Vogelgrippe hat das australische Festland erreicht.  - Bild: Richard Wainwright/AAP/dpa
Die tödliche Virusvariante der Vogelgrippe hat das australische Festland erreicht. - Bild: Richard Wainwright/AAP/dpa

Das derzeit kursierende hochansteckende Vogelgrippe-Virus H5N1 ist erstmals auf australischem Festland nachgewiesen worden. Tests bestĂ€tigten den Fall bei einer Raubmöwe, wie Australiens Regierung am Samstag mitteilte. Damit habe die bei vielen Vogel- und GeflĂŒgelarten hĂ€ufig tödlich verlaufende Infektionskrankheit nun auch den letzten Kontinent erreicht, der bislang von H5N1 verschont geblieben sei. 

Der erkrankte Vogel, der auch Subantarktikskua oder Braune Skua genannt wird, ist laut australischen Medien vor wenigen Tagen an einem abgelegenen Strand in einem Nationalpark im Bundesstaat Western Australia entdeckt worden. Der Fundort liegt etwa 700 Kilometer sĂŒdöstlich von Perth. Das Tier sei zunĂ€chst isoliert worden und kurz darauf gestorben. 

Zudem werde ein Verdachtsfall geprĂŒft, nachdem in der Region ein weiterer geschwĂ€chter Vogel, ein Riesensturmvogel, gefunden worden sei, teilte Australiens Regierung mit. Es handele in beiden FĂ€llen um ziehende Meeresvogelarten, die gelegentlich nach Australien kommen. 

Sorge vor Massenausbreitung

Experten warnen in australischen Medien vor AusbrĂŒchen des Virus in Wildtierpopulationen. Auch einheimische SĂ€ugetierarten seien gefĂ€hrdet. Landwirtschaftsministerin Julie Collins gab aber zunĂ€chst Entwarnung: «Ich kann bestĂ€tigen, dass es derzeit noch keine Anzeichen fĂŒr ein Massensterben gibt und auch keine Anzeichen fĂŒr eine Infektion bei GeflĂŒgel vorliegen.» 

Die Behörden seien vorbereitet und arbeiteten an der Umsetzung geeigneter Maßnahmen, sagte Australiens oberste VeterinĂ€rbeamtin Beth Cookson. Sie bat darum, Kontakt mit kranken oder toten Vögeln zu meiden. FĂŒr die Bevölkerung selbst besteht laut australischen Behörden aber ein geringes Gesundheitsrisiko. Weitere Untersuchungen sollen genauere Informationen darĂŒber liefern, wie diese gefĂ€hrliche Variante der Vogelgrippe nun nach Australien gelangt sei.

Verschiedene Subtypen der Vogelgrippe

Die Vogelgrippe wird auch GeflĂŒgelpest genannt. Seit mehreren Jahren grassiert die grĂ¶ĂŸte je dokumentierte Vogelgrippewelle, die sich ĂŒber mehrere Erdteile erstreckt. Der Erreger befĂ€llt vor allem Vögel, wurde aber auch bei mehreren SĂ€ugetieren gefunden. Der Subtyp H5N1 kann in seltenen FĂ€llen auch auf den Menschen ĂŒbertragen werden. 

Zugvögel als ÜbertrĂ€ger der GeflĂŒgelpest

Zugvögel sind nach Angaben der Fachleute ÜbertrĂ€ger der GeflĂŒgelpest, die bei vielen Vogel- und GeflĂŒgelarten oft tödlich endet. Die Zahl der tot aufgefundenen Tiere spiegele allerdings nicht die tatsĂ€chliche Viruslast in der Wildvogel-Population wider. Viele Wasservögel wĂŒrden das Virus ĂŒber den Kot ausscheiden, ohne selbst schwer zu erkranken, hieß es.

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