Langlebigkeit, Bakterium

Langlebigkeit: Bakterium Akkermansia 4,7-mal hÀufiger bei HundertjÀhrigen

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 04:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen, wie Darmmikroben schÀdliche Stoffe abbauen und welche Rolle Joghurt bei der KrebsprÀvention spielen könnte.

Darmbakterien: Neue Erkenntnisse zu ErnÀhrung und Gesundheit
Nahaufnahme einer Petrischale mit leuchtenden Bakterienkolonien neben unscharfem Laborequipment. Illustration mit AI erstellt.

Forscher der LMU MĂŒnchen und der TU Dresden haben einen spezifischen Mechanismus entdeckt, wie das Bakterium Escherichia coli auf thermisch behandelte Nahrung reagiert.

Das Enzym, das Maillard-Produkte knackt

Im Fokus steht das Enzym SpeC. Es kann N?-Carboxymethyllysin (CML) abbauen – eine modifizierte AminosĂ€ure, die beim BrĂ€unen und Erhitzen von Lebensmitteln entsteht. Die am 16. Juli in Food Chemistry veröffentlichte Studie zeigt: Die FĂ€higkeit zum Abbau solcher Stoffe ist im menschlichen Darmmikrobiom weit verbreitet.

SpeC sei ein vielseitiges Werkzeug, das auch andere modifizierte AminosÀuren umsetzen könne, so die Forscher. Zwar wurden statistische ZusammenhÀnge zu Erkrankungen wie Darmkrebs, Fettleber oder Hepatitis beobachtet. Eine KausalitÀt ist bislang aber nicht nachgewiesen.

Menge schlÀgt Artenvielfalt?

Nicht nur die Art der Bakterien zĂ€hlt – auch ihre Menge. Eine Studie der UniversitĂ€t Hohenheim, ĂŒber die am 15. Juli berichtet wurde, untersuchte an MĂ€usen die Effekte von ballaststoffreicher ErnĂ€hrung und Intervallfasten.

Beide ErnĂ€hrungsformen zeigten Ă€hnliche entzĂŒndungshemmende Wirkungen – obwohl sie zu einer unterschiedlichen Zusammensetzung des Mikrobioms fĂŒhrten. Die Hypothese der Forscher: Die quantitative Menge der Darmbakterien könnte fĂŒr Diagnostik und Therapie entscheidender sein als die reine Artenzusammensetzung. Ein gesundes Mikrobiom zeichne sich zudem durch hohe DiversitĂ€t und ein gĂŒnstiges BakterienverhĂ€ltnis aus.

Joghurt gegen Darmkrebs?

Eine taiwanesische Studie der Chung Shan Medical University wertete Daten von 9.405 US-Amerikanern ab 50 Jahren aus. Ergebnis: RegelmĂ€ĂŸiger Konsum von Joghurt sowie pro- und prĂ€biotischen Lebensmitteln senkt das Darmkrebsrisiko statistisch. In der untersuchten Gruppe lag es bei Konsumenten bei 1,2 Prozent – bei Nicht-Konsumenten bei 2,1 Prozent.

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Eine weitere Untersuchung bezifferte die Risikoreduktion auf 20 bis 40 Prozent, besonders bei Tumoren im oberen Dickdarm. Auch hier gilt: Kein kausaler Beweis.

Das Langlebigkeits-Bakterium

Auf Sardinien zeigt sich ein Zusammenhang zwischen spezifischen Bakterien und Langlebigkeit. Laut UN-Daten und der AKEA-Studie weisen HundertjĂ€hrige in der Region eine 4,7-mal höhere Konzentration des Bakteriums Akkermansia muciniphila auf. Es fördert die Stoffwechselgesundheit und die AusschĂŒttung des Hormons GLP-1.

Foodwatch zeichnet LaVita aus – als schlechtestes Produkt

Kritisch hinterfragt wird die Versorgung mit MikronÀhrstoffen durch industrielle Konzentrate. Mitte Juli erhielt LaVita den Goldenen Windbeutel 2026 von Foodwatch. Das Produkt bestehe zu 70 Prozent aus Fruchtsaftkonzentrat, koste aber 100 Euro pro Liter.

BemĂ€ngelt wird eine Überdosierung: Bei empfohlener Tagesdosis seien acht Stoffe ĂŒberdosiert, bei doppelter Dosis steige die Zahl auf 14. Der Hersteller widerspricht: Es handle sich nicht um einen Saft, sondern um ein MikronĂ€hrstoffkonzentrat mit einem Portionspreis von einem Euro. Auf den weiteren PlĂ€tzen landeten Produkte von Dr. Oetker und Andechser Natur.

Gefahr aus dem Import

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Die Fachwelt warnt zudem vor Gesundheitsrisiken durch importierte Lebensmittel. Ein aktueller Ausbruch des Parasiten Cyclospora in den USA Mitte Juli zeigt die Problematik. Übertragen wird er durch KrĂ€uter, Salate und Beeren. In Europa wurden FĂ€lle in mindestens 16 LĂ€ndern gemeldet. In Deutschland wird nicht routinemĂ€ĂŸig auf den Parasiten getestet.

Experten raten zur Förderung der Mikrobiom-Vielfalt durch ballaststoffreiche ErnÀhrung. Die Aussagekraft kommerzieller Mikrobiom-Stuhltests gilt dagegen als wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt.

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