Laryngopharyngealer Reflux: ErnÀhrung schlÀgt Medikamente mit 81%
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 16:53 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Eine aktuelle Studie zeigt: Wer unter laryngopharyngealem Reflux (LPR) leidet, profitiert mehr von einer ErnÀhrungsumstellung als von herkömmlichen Medikamenten. Die Daten stellen die Standardtherapie infrage.
Die ĂŒberraschende Zahlenlage
Forschende der UniversitĂ€t Paris-Saclay begleiteten 145 LPR-Patienten in Belgien und Frankreich ĂŒber sechs Jahre. Das Ergebnis veröffentlichten sie im Juli 2026 im Fachjournal JAMA Otolaryngology.
Die Gruppe mit einer strukturierten ErnÀhrungsumstellung erreichte eine Ansprechrate von 81 Prozent. Zum Vergleich: Protonenpumpenhemmer (PPI) kamen nur auf 56,3 Prozent. Auch Alginate (57,9 Prozent) und Antazida (74,1 Prozent) schnitten schlechter ab.
Was auf dem Speiseplan steht
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Das untersuchte Programm setzt auf eiweiĂreiche, fett- und zuckerarme Kost â kombiniert mit Stressreduktion. Empfohlen werden:
- GeflĂŒgel, Fisch und HĂŒlsenfrĂŒchte
- Vollkornprodukte
- Obst und gekochtes GemĂŒse
Die Patienten mieden dagegen fettreiche Speisen, Zucker, Alkohol und Koffein. Auch FruchtsĂ€fte, Tomaten, Zwiebeln, Chili und rohes GemĂŒse fielen weg. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung empfiehlt zudem mindestens 30 Gramm Ballaststoffe tĂ€glich â idealerweise schrittweise gesteigert.
Risiken der Medikamente neu bewertet
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Die Diskussion bekommt zusĂ€tzliche Brisanz durch neue Erkenntnisse zu PPI. Eine im Juli 2026 in Nature Metabolism veröffentlichte Analyse zeigt: Die Langzeiteinnahme erhöht das Demenzrisiko um etwa 44 Prozent. Bei ĂŒber zehn Jahren steigt der Wert auf bis zu 47 Prozent.
Gleichzeitig gibt eine skandinavische Studie teilweise Entwarnung: Sie fand keinen kausalen Zusammenhang zwischen PPI-Langzeittherapie und Magenkrebs.
WĂ€hrend die Medikamente also hinsichtlich Krebsgefahr sicherer sind als gedacht, rĂŒcken die kognitiven Risiken und die schwĂ€chere Wirksamkeit bei LPR den Fokus auf alternative Behandlungen. In der Fachwelt beobachtet man zudem, dass andere Wirkstoffgruppen wie SGLT2-Hemmer oder GLP-1-Agonisten das Alzheimer-Risiko senken könnten â ein Hinweis auf die komplexen Wechselwirkungen medikamentöser Therapien.
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