Laseranalyse von Körpergeruch: FĂŒnf WellenlĂ€ngen trennen Krankheitsgruppen
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der medizinischen Forschung werden neue Wege gesucht, um komplexe Krankheiten nicht-invasiv und frĂŒhzeitig zu erkennen. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts fĂŒr Integrierte Schaltungen (IIS) und der Technischen UniversitĂ€t Dresden haben in diesem Zusammenhang das Potenzial der laserbasierten photoakustischen Spektroskopie (LPAS) untersucht.
Ziel der Forschungsarbeiten ist es festzustellen, ob sich krankheitsspezifische VerĂ€nderungen im menschlichen Körpergeruch fĂŒr diagnostische Zwecke nutzen lassen.
Methodik der photoakustischen Spektroskopie
Die Untersuchung konzentrierte sich auf die Analyse flĂŒchtiger organischer Verbindungen (VOCs), die ĂŒber die Haut und SchleimhĂ€ute abgegeben werden. FĂŒr die Studie wurden Abstriche an drei verschiedenen Körperstellen vorgenommen: in der Nase, im Bauchnabel sowie an der Ohrmuschel. An der Untersuchung nahmen insgesamt 24 Probanden teil, die im Rahmen des Projekts SMELLODI rekrutiert wurden.
Die Stichprobe setzte sich aus vier Gruppen zu je sechs Personen zusammen: eine Gruppe gesunder Probanden sowie drei Gruppen mit Patienten, die entweder an Parkinson, COVID-19 oder anderen Erkrankungen litten.
Die Ergebnisse dieser Machbarkeitsstudie wurden im Jahr 2026 in der Fachzeitschrift Scientific Reports unter dem Titel âScientific Reports (2026), DOI 10.1038/s41598-026-68298-9â veröffentlicht.
Differenzierung durch Spektralmuster
Die Auswertung der Daten zeigte, dass sich die VOC-Spektralmuster zwischen gesunden und erkrankten Personen unterscheiden. Als besonders aufschlussreich erwiesen sich dabei die Proben aus der Nase. Die Forscher konnten feststellen, dass sich die Spektralmuster insbesondere bei diesen Nasenproben in Clustern gruppieren lieĂen, wenngleich es zu Ăberschneidungen zwischen den Gruppen kam.
Die Machbarkeitsstudie zeigt: Schon fĂŒnf ausgewĂ€hlte WellenlĂ€ngen trennten die VOC-Spektralmuster von Gesunden und Erkrankten nahezu so prĂ€zise wie ein breites Spektrum â vier reichten nicht. Wer die Methodik fĂŒr eigene Diagnostik-AnsĂ€tze einordnen will, findet hier die entscheidenden Details. Kostenlosen Methodik-Report anfordern
Ein wesentlicher technischer Aspekt der Analyse war die Identifikation der benötigten WellenlĂ€ngen fĂŒr eine erfolgreiche Differenzierung. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bereits fĂŒnf ausgewĂ€hlte WellenlĂ€ngen ausreichten, um die Gruppen nahezu so prĂ€zise zu trennen wie eine Analyse ĂŒber ein breites Spektrum.
Wurden hingegen nur vier WellenlĂ€ngen herangezogen, reichte die Informationsdichte fĂŒr eine verlĂ€ssliche Abgrenzung nicht mehr aus. Um erste Erkenntnisse ĂŒber die zeitliche StabilitĂ€t der Messwerte zu gewinnen, wurden von drei Parkinson-Patienten nach einem Zeitraum von zwei Wochen erneut Nasenproben entnommen, die Hinweise auf eine Reproduzierbarkeit der Spektralmuster lieferten.
Aktueller Forschungsstand und Limitationen
Trotz der erkennbaren Unterschiede in den Geruchsmustern betont das Forschungsteam, dass es sich bei den vorliegenden Ergebnissen um einen reinen Machbarkeitsnachweis unter kontrollierten Laborbedingungen handelt. Zum gegenwÀrtigen Zeitpunkt stellt das Verfahren noch keinen einsatzfÀhigen Diagnosetest dar.
Noch fehlen diagnostischer Klassifikator sowie Werte fĂŒr SensitivitĂ€t und SpezifitĂ€t â ohne sie bleibt LPAS ein Machbarkeitsnachweis unter Laborbedingungen. Dieser Leitfaden zeigt Schritt fĂŒr Schritt, welche Validierungsschritte vor einem klinischen Einsatz nötig sind. Validierungs-Checkliste jetzt sichern
Ein wesentlicher Punkt der aktuellen Analyse ist das Fehlen eines diagnostischen Klassifikators. Ebenso wurden im Rahmen der Studie noch keine Werte fĂŒr die SensitivitĂ€t oder SpezifitĂ€t ermittelt, die fĂŒr eine klinische Validierung unerlĂ€sslich wĂ€ren. Damit die laserbasierte photoakustische Spektroskopie tatsĂ€chlich in der medizinischen Praxis Anwendung finden kann, sind nach EinschĂ€tzung der Wissenschaftler umfassendere Untersuchungen notwendig. Diese mĂŒssten eine gröĂere und heterogenere Probandenzahl einschlieĂen, altersangepasst sein und die Wirksamkeit unter realen Alltagsbedingungen nachweisen.
Die Forschungsarbeiten wurden teilweise durch die EuropÀische Union im Rahmen des Projekts SMELLODI gefördert (Förderkennzeichen 101046369). Die Studie markiert einen Schritt in der Erforschung biomimetischer Geruchssensoren, bedarf jedoch weiterer klinischer BestÀtigung.
