Deutschland, Krankheit

RKI-Erhebung: Deutsche schÀtzen Gesundheit schlechter ein

06.12.2025 - 04:00:10

Laut neuen RKI-Daten schĂ€tzten BundesbĂŒrger 2024 ihre Gesundheit als weniger gut ein als im Vorjahr. Und bei fast allen Problemen gibt es ein soziales GefĂ€lle.

Die Menschen in Deutschland haben im Jahr 2024 ihre gesundheitliche Lage als weniger gut angesehen als noch ein Jahr zuvor. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Bericht «Gesundheit in Deutschland» schreibt, schĂ€tzten im vergangenen Jahr 64,2 Prozent der Erwachsenen ihre Gesundheit als sehr gut oder gut ein. Altersstandardisiert entspreche das einem RĂŒckgang um mehr als drei Prozentpunkte gegenĂŒber 2023.

Demnach wiesen 21,9 Prozent der Befragten eine depressive Symptomatik auf. Mehr als die HĂ€lfte – 53,7 Prozent – berichtete von einer chronischen Erkrankung oder einem lange anhaltenden Gesundheitsproblem. Besonders hoch lag der Anteil den Angaben zufolge in Gruppen mit niedrigem Bildungsniveau.

Die Ergebnisse zeigen demnach deutliche Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen: Gesundheitliche EinschrĂ€nkungen nehmen mit dem Alter zu, wĂ€hrend jĂŒngere Menschen besonders hĂ€ufig psychisch belastet sind. FĂŒr fast alle Probleme sieht das RKI zudem soziale Ungleichheiten.

RKI will Datenpool erweitern

Die Zahlen stammen aus dem neuen RKI-Panel «Gesundheit in Deutschland», dessen erste umfangreiche Ergebnisse nun veröffentlicht wurden. An der Erhebung nehmen mehr als 40.000 Personen ab 16 Jahren teil, die regelmĂ€ĂŸig und ĂŒberwiegend online befragt werden.

Die Erhebungen betreffen unter anderem die selbst eingeschÀtzte Gesundheit, körperliche EinschrÀnkungen, chronische Krankheiten, nicht-tödliche Unfallverletzungen, psychisches Wohlbefinden sowie depressive und Angst-Symptomatik. Auch Themen wie etwa Gesundheitskompetenz, Versorgungserfahrungen und gesundheitliche Belastungen durch den Klimawandel werden ausgewertet.

«Mit dem Panel ist es möglich, schnell und regelmĂ€ĂŸig umfassende Daten zur gesundheit­lichen Lage der Bevölkerung zu erheben», erklĂ€rte RKI-PrĂ€sident Lars Schaade. «Auch in einer Krise ist damit jetzt die Infra­struktur vorhanden, um sehr schnell Antworten auf neue gesund­heit­liche Frage­stellungen geben zu können.»

Die Struktur des Panels soll laut RKI kĂŒnftig erweitert werden – etwa um Messdaten wie Blutdruck, Labordaten oder Informationen aus digitalen GerĂ€ten wie FitnessarmbĂ€ndern. Geplant ist zudem die Einbindung von SekundĂ€rdaten, etwa von Krankenkassen oder aus der Rentenversicherung.

@ dpa.de

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