Lebenserwartung: Frauen erreichen 87,7 Jahre, Männer 84,6 Jahre
27.06.2026 - 12:19:01 | boerse-global.de
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer lag im Juni 2026 mit 99,6 Punkten unter der neutralen Marke von 100. Die Beschäftigungskomponente rutschte mit 99,9 Punkten erstmals seit der Corona-Pandemie in den negativen Bereich.
Enzo Weber vom IAB erklärt: Das Ausscheiden der Babyboomer-Generation bei gleichzeitigem Mangel an Nachwuchs reduziert die Erwerbsbevölkerung. Verstärkt wird dieser Effekt durch eine anhaltende Wirtschaftsschwäche und rückläufige Migrationszahlen. Schätzungen zufolge könnte die Zahl der Arbeitskräfte bis 2060 um rund fünf Millionen sinken.
Streit um die Rente: Zwei Modelle, ein Ziel
Eine Regierungskommission legte im Juni 2026 einen Katalog mit 33 Empfehlungen vor. Zentraler Punkt: die Einführung einer kapitalgedeckten Rente mit einem Zusatzbeitrag von zwei Prozent, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte tragen. Zudem ist die Abschaffung der „Rente mit 63“ vorgesehen – das würde pro Rentenjahrgang rund 430 Millionen Euro einsparen.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund kontert mit einem eigenen Entwurf. Er fordert ein Rentenniveau von 53 Prozent, lehnt eine weitere Erhöhung des Rentenalters ab und will die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren erhalten. Finanziert werden soll das durch einen Demografiezuschuss aus Steuern auf hohe Einkommen und Vermögen sowie eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge mit zwei Prozent Arbeitgeberanteil.
Die Wirtschaftsforschungsinstitute warnen. Das DIW sieht die Kapitaldeckung als notwendigen Stabilisator. Das IMK berechnete dagegen: Eine zusätzliche Rentenbeitragsbelastung könnte bis zu 250.000 Arbeitsplätze kosten. Eine Scope-Analyse vom Juni 2026 zeigt zudem: Die geplante Kapitalrente erhöht die Lohnstückkosten und dämpft den privaten Konsum leicht, stärkt aber langfristig die Staatsfinanzen.
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Lebenserwartung steigt – aber nicht für alle gleich
Das Statistische Bundesamt veröffentlichte aktualisierte Prognosen. Demnach steigt die Lebenserwartung für Frauen bis 2070 auf 87,7 Jahre, for Männer auf 84,6 Jahre. Zum Vergleich: In Japan ist jeder vierte Rentner weiterhin erwerbstätig.
Eine Studie vom Juni 2026 zeigt eine überraschende Verschiebung: Menschen, die nach 1990 geboren wurden, altern biologisch schneller als frühere Generationen. Das korreliert unter anderem mit einer Zunahme bestimmter Krebserkrankungen bei jüngeren Erwachsenen. Gleichzeitig stagniert der Anstieg der Lebenserwartung in Deutschland – laut Sterbetafeln der Jahre 2022 bis 2024.
Pflege und Wohnen: Der Fachkräftemangel wird zum Bettenproblem
Rund 95 Prozent der Senioren leben zu Hause, nur fünf Prozent in Sonderwohnformen. Die Zahl der Pflegebedürftigen lag im Dezember 2023 bei 5,7 Millionen – nahezu eine Verdoppelung innerhalb von zehn Jahren.
Der Fachkräftemangel in der Pflege führt bereits zu Bettenleerständen in stationären Einrichtungen. Experte Professor Günter Vornholz betont: Staatliche Finanzprobleme begrenzen den Ausbau der stationären Pflege. Der Markt für Pflegeimmobilien wird zum Nischensegment für private Investoren. Gefragt sind künftig vor allem barrierearme Angebote und Anreize für effizientere Flächennutzung durch Wohnungswechsel im Alter.
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Auch die Schweiz schrumpft
Der demografische Wandel betrifft nicht nur Deutschland. Eine Swiss-Life-Studie vom Juni 2026 zeigt für die Schweiz eine gesunkene Geburtenrate von 1,28 Kindern pro Frau im Jahr 2025. Prognosen zufolge schrumpft die Schweizer Bevölkerung ab 2031 – mit negativen Folgen für Innovationskraft und Wirtschaftswachstum.
Immerhin: In der Altersgruppe der 18- bis 45-Jährigen geben 46 Prozent der Kinderlosen an, sich noch Nachwuchs zu wünschen.
