Lebensmittelabfälle, Familien

Lebensmittelabfälle: Familien werfen 7 Kilo pro Woche weg

15.06.2026 - 05:21:29 | boerse-global.de

Bauern und Umweltverbände fordern eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik. Subventionen sollen künftig an Artenschutz und faire Preise gebunden werden.

Agrarwende: EU-Subventionen an Umweltleistungen koppeln
Lebensmittelabfälle - Nahaufnahme von frisch geerntetem, biologischem Gemüse wie Tomaten und Blattgemüse auf einem rustikalen Holztisch im Sonnenlicht. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Bei der Konferenz Terra Madre Europe in Brüssel übergaben sie dem EU-Agrarkommissar Christophe Hansen konkrete Vorschläge für eine Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

Im Kern fordern die Initiatoren eine Abkehr von der Flächenförderung. Stattdessen sollen Subventionen an öffentliche Leistungen gekoppelt werden – etwa an Artenschutz, sauberes Wasser oder faire Preise für Erzeuger. Der stellvertretende FAO-Generaldirektor Maurizio Martina bezeichnete die Agrarökologie als „einzig tragfähigen Weg“ für eine zukunftssichere Ernährung.

Lebensmittelabfälle: Jede Familie wirft sieben Kilo pro Woche weg

Anzeige: Jede vierköpfige Familie wirft durchschnittlich sieben Kilo Lebensmittel pro Woche weg – das sind rund 25 Prozent der gesamten Umweltbelastung durch Lebensmittel. Mit unserem kostenlosen 7-Tage-Plan lernen Sie, wie Sie Food Waste gezielt reduzieren, Geld sparen und die Umwelt schonen. Jetzt 7-Tage-Plan anfordern

Ein Viertel der gesamten Umweltbelastung durch Lebensmittel entsteht durch Abfälle. Das sind rund 25 Prozent der ökologischen Bilanz der gesamten Lebensmittelkette. Eine vierköpfige Familie schmeißt im Schnitt sieben Kilo Nahrung pro Woche weg.

Gegensteuern will etwa die „Restlos Geniessen Challenge“ in der Schweiz. Über 150 Schullager mit knapp 7.000 Teilnehmenden machen mit. Ihr Ziel: den Lebensmittelabfall pro Kopf auf unter 50 Gramm zu senken.

Auch die Wissenschaft nimmt sich des Themas an. Die Berner Fachhochschule (BFH-HAFL) setzt in ihrem Master-Studiengang Life Sciences ab Juni 2026 Schwerpunkte auf Food Waste und Ressourceneffizienz. Die Branche braucht dringend Fachkräfte, die ökologische Herausforderungen verstehen.

Vom Acker bis zum Teller: Regionale Projekte zeigen, wie's geht

Anzeige: Lebensmittelabfälle belasten nicht nur Ihr Portemonnaie, sondern auch die Umwelt – ein Viertel der ökologischen Bilanz entsteht durch Weggeworfenes. Unsere Checkliste für clevere Resteverwertung zeigt Ihnen, wie Sie aus vermeintlichen Resten neue, leckere Gerichte zaubern. Checkliste für Resteverwertung sichern

Neben der großen Politik spielt die Vernetzung vor Ort eine Schlüsselrolle. In Brandenburg startet am 19. Juni eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Nachhaltigkeit trifft Genuss“. Auf dem Programm: Saatgutkurse, Hofrundgänge und Kurse zum ökologischen Obstbaumschnitt.

In Schleswig-Holstein zeigt eine Aktionswoche, wie Gärtner die Artenvielfalt gezielt fördern können – etwa durch Fachberatungen in historischen Gärtnereien. Und in Karlsruhe öffnet eine Antipasti-Manufaktur am 20. Juni ihre Türen für Verkostungen und Betriebsführungen.

Sogar die Kleinsten werden abgeholt: In Frankfurt gibt es am 19. Juni eine Lesung zur Ernährungskultur. Die Botschaft: Nachhaltige Ernährung beginnt mit dem Verständnis für die Herkunft der Lebensmittel. Von der EU-Politik bis zum Kita-Projekt – alle Ebenen müssen zusammenwirken, damit die Agrarwende gelingt.

de | wissenschaft | 69541457 |