Lebensziele, Schweizer

Lebensziele der Schweizer: Gesundes Altern schlÀgt Reisen und Familie

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 01:01 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Gesundes Altern ist das wichtigste Lebensziel der Schweizer, noch vor Reisen und Familie. Finanzieller Wohlstand verliert an Bedeutung, wÀhrend die Kluft zwischen Wunsch und RealitÀt wÀchst.

Schweizer Lebensziele: Gesundheit vor Reichtum und Status
Eine Gruppe von Menschen, die verschiedene AktivitĂ€ten ausĂŒben, die Wohlbefinden und persönliches Wachstum symbolisieren, wie Wandern und Yoga. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Gesundes Altern steht mit 77 Prozent ganz oben auf der Wunschliste, dicht gefolgt von Reisen (51 Prozent) und Familie (48 Prozent). Das zeigt eine aktuelle Sotomo-Umfrage im Auftrag der Helvetia-Versicherung mit rund 1.900 Teilnehmern.

Finanzieller Wohlstand landet mit 42 Prozent nur auf dem vierten Platz. Die klassische Ehe verliert weiter an Bedeutung – nur noch jeder FĂŒnfte nennt sie als Lebensziel.

Die LĂŒcke zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Doch zwischen Wunsch und Zuversicht klafft eine LĂŒcke. WĂ€hrend 80 Prozent glauben, ihre Familienziele zu erreichen, sind es beim gesunden Altern nur 45 Prozent. Beim finanziellen Wohlstand sind es 43 Prozent.

Die grĂ¶ĂŸten Hindernisse: Geldmangel und gesundheitliche RĂŒckschlĂ€ge. Interessant: MĂ€nner fĂŒhlen sich stĂ€rker durch finanzielle Aspekte unter Druck (54 Prozent), Frauen eher durch Partnerschaft und Familie (35 Prozent).

Auch bei Wohlhabenden zĂ€hlen nicht mehr Statussymbole. Ein Bericht von Enchanting Travels zeigt: Nur ein Prozent nennt Status als Reisegrund. 63 Prozent suchen einzigartige Erlebnisse – den „emotionalen ROI“ aus bleibenden Erinnerungen.

Warum GlĂŒcksstreben nach hinten losgehen kann

Paradox: Wer zu verbissen nach GlĂŒck strebt, wird oft unglĂŒcklicher. Forschungsergebnisse, die auf Arbeiten von Iris Mauss (2011) basieren und 2021 repliziert wurden, belegen: Menschen, die GlĂŒck extrem hoch bewerten, sind hĂ€ufiger einsam und unzufrieden.

Der Grund: Die stĂ€ndige SelbstĂŒberprĂŒfung stört den Genuss positiver Momente. Besonders in westlichen, individualistischen Kulturen zeigt sich dieser Effekt.

Die „Let Them!“-Theorie als Ausweg

Zur Stressreduktion diskutieren Experten die „Let Them!“-Theorie. Der Ansatz einer bekannten Motivationstrainerin: die Kontrolle ĂŒber das Handeln anderer loslassen. Die Energie nicht in Reaktionen auf Ă€ußere Faktoren verschwenden, sondern auf die eigenen Emotionen und Grenzen konzentrieren.

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Ausnahme: Wenn das Wohlbefinden gefÀhrdet ist oder Diskriminierung stattfindet.

Wenn die Kultur nicht passt

Das persönliche Wohlbefinden hĂ€ngt auch vom kulturellen Umfeld ab. Eine Studie der UniversitĂ€t Mannheim belegt den „Person-Kultur-Match-Effekt“ (PCME): Stimmen die eigenen Werte mit der umgebenden Kultur ĂŒberein, steigt das Wohlbefinden – vorausgesetzt, die Kultur wirkt identitĂ€tsstiftend.

Gleichzeitig schaffen moderne Lebensgewohnheiten neue HĂŒrden. Die MPFS-Studie (JIM) 2026 zeigt: Jugendliche nutzen Social Media zwar intensiv zur Wissensaneignung (82 Prozent), doch die Nebenwirkungen sind massiv.

72 Prozent fĂŒhlen sich abgelenkt, ĂŒber die HĂ€lfte verliert Zeit fĂŒr Erholung, 40 Prozent klagen ĂŒber KonzentrationsschwĂ€che. Besonders krass bei TikTok: Trotz hoher Nutzungsdauer bewerten 39 Prozent die Plattform negativ.

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Die Superkraft der Körperwahrnehmung

Erfolg und Disziplin hĂ€ngen eng mit der Interozeption zusammen – der Wahrnehmung innerer KörperzustĂ€nde. Forschung der University of London und des UCL (2026) zeigt: Eine prĂ€zise Interozeption verbessert die Regulierung von Stimmung und Angst.

Wer seine KörpervorgĂ€nge besser wahrnimmt, ist etwa weniger anfĂ€llig fĂŒr durch Hunger ausgelöste Stimmungsschwankungen.

Schokoladenaroma als Doping fĂŒr die Disziplin

Und dann wÀre da noch die praktische Seite: Eine Studie der UniversitÀt Malaya in Frontiers in Physiology belegt einen ungewöhnlichen Motivationskick. Teilnehmer, die 30 Sekunden lang an Schokoladenaroma mit 90 Prozent Kakaoanteil rochen, absolvierten im Durchschnitt 18 Wiederholungen mehr im Krafttraining.

Die Forscher fĂŒhren das auf eine psychobiologische Belohnungsassoziation zurĂŒck – der Duft signalisiert dem Gehirn eine Belohnung und pusht kurzfristig das Durchhaltevermögen.

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