Leberkrebs, Huaier-Pilz

Leberkrebs: Huaier-Pilz verbessert Überleben um 32 Prozent

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 07:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Meta-Analyse zeigt signifikant verbesserte Überlebensraten durch Kombination von TCM-Pilzextrakt mit Standardtherapie bei Leberkrebs.

Huaier-Pilz: Neue Studie belegt Überlebensvorteil bei Leberkrebs
Laborumgebung mit einer Petrischale und medizinischen Pilzextrakten für die onkologische Forschung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine neue Meta-Analyse belegt: Die Kombination aus TCM-Präparat und Standardtherapie verbessert die Überlebenschancen bei Leberkrebs deutlich.

4.832 Patienten – klare Ergebnisse

Die im April im Fachjournal Frontiers in Pharmacology veröffentlichte Analyse untersuchte Huaier-Granulat in Kombination mit der transarteriellen Chemoembolisation (TACE). Die Auswertung von 56 Studien mit fast 5.000 Patienten zeigt: Das Gesamtüberleben steigt signifikant. Die Hazard Ratio liegt bei 0,68, das progressionsfreie Überleben bei 0,71.

Forscher präsentierten die Daten auf dem EUROGIN-Kongress 2026 in Wien. Sie sehen in der Kombination einen vielversprechenden Ansatz, um die Wirksamkeit der Standardtherapie zu steigern.

Auch bei Brust- und Lungenkrebs vielversprechend

Die Wirkung des Pilzes beschränkt sich nicht auf die Leber. Eine 2025 im Chinese Medical Journal veröffentlichte Brustkrebsstudie belegt langfristige Vorteile: Das krankheitsfreie Fünf-Jahres-Überleben lag in der Interventionsgruppe bei 94,4 Prozent – in der Kontrollgruppe bei 85,0 Prozent. Beim Gesamtüberleben betrugen die Werte 98,1 gegenüber 86,6 Prozent.

Bei Lungenkrebs deuten Untersuchungen darauf hin, dass Inhaltsstoffe des Pilzes die Ferroptose auslösen – eine Form des programmierten Zelltods. Das geschieht durch die Hemmung bestimmter Enzyme und die Förderung der Ferritinophagie. Aktuell laufen eine Phase-3-Studie zum nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom sowie eine Phase-4-Studie bei Brustkrebs.

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Europa bremst – China längst weiter

Trotz der vielversprechenden Daten bleibt der Zugang zum europäischen Markt schwierig. Grund ist die Novel-Food-Verordnung der EU. Da der Pilz in Europa vor 1997 nicht in nennenswertem Umfang konsumiert wurde, ist ein aufwendiges Genehmigungsverfahren nötig.

In China ist das Präparat bereits seit 1997 offiziell zugelassen. Branchenexperten kritisieren, dass die strengen Regeln den Marktzugang für TCM-basierte Therapeutika erschweren – selbst wenn klinische Daten aus anderen Regionen vorliegen.

Fortschritte in der Leberforschung

Die Huaier-Entwicklungen sind Teil einer Reihe von Durchbrüchen in der Hepatologie. Dr. Laura Wormser vom Uniklinikum Erlangen erhielt 2026 den Preis der Deutschen Leberstiftung für ihre Forschung zur Vermeidung von Lebermetastasen mittels RNA-Interferenz.

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Neue CAR-T-Zell-Therapien wie Ori-C101 zeigen auf dem ASCO-Kongress 2026 eine objektive Remissionsrate von über 60 Prozent bei fortgeschrittenem Leberkrebs. Im Mai 2026 ließ die FDA mit Bulevirtide zudem die erste Therapie gegen chronische Hepatitis Delta zu.

Weltweit sind schätzungsweise 296 Millionen Menschen mit Hepatitis B infiziert. Die WHO hat die Früherkennung und effektive Behandlung von Leberrisiken bis 2030 zum zentralen Ziel erklärt.

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