Lecanemab-Spritze, Alzheimer-Therapie

Lecanemab-Spritze zugelassen: Alzheimer-Therapie ohne Infusion

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 00:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Biogen präsentiert Phase-2-Daten zu Diranersen, FDA lässt subkutanes Lecanemab zu. Auch PMN310 zeigt erste Ergebnisse.

Alzheimer-Forschung: Neue Daten zu Tau-Wirkstoff und Lecanemab-Spritze
Eine stilisierte Darstellung eines leuchtenden neuronalen Netzes mit komplexen Proteinmodellen und einer menschlichen Silhouette im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Neben der Amyloid-Hypothese rĂĽcken Tau-Reduktion und anwenderfreundlichere Darreichungsformen in den Fokus. Aktuelle Daten von der Fachkonferenz AAIC 2026 und FDA-Entscheidungen zeigen den Trend.

Tau-Reduktion: Diranersen zeigt vielversprechende Daten

Biogen veröffentlichte am 14. Juli 2026 detaillierte Phase-2-Daten aus der CELIA-Studie. Der Wirkstoff Diranersen ist ein Antisense-Oligonukleotid (ASO), das gezielt die Produktion des Tau-Proteins senken soll. Tau-Proteine gelten neben Amyloid-Plaques als Hauptmerkmal der Alzheimer-Pathologie.

Die Ergebnisse: Bei einer Dosierung von 60 mg alle sechs Monate verlangsamte sich der klinische Abbau um 26 Prozent auf der Bewertungsskala CDR-SB. Beim MMSE (Mini-Mental-Status-Test) betrug die Verlangsamung 50 Prozent, beim ADAS-Cog13 sogar 42 Prozent. Allerdings wurde der primäre Endpunkt – eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung über alle Gruppen – nicht erreicht. Überraschend: Höhere Dosierungen (115 mg) zeigten geringere Effekte als die 60-mg-Dosis.

Trotz des verfehlten primären Endpunkts verzeichnete Biogen eine robuste Reduktion des Tau-Proteins im Liquor um 50 bis 65 Prozent. Das Unternehmen plant nun die Phase-3-Entwicklung, voraussichtlich mit Fokus auf 60 mg. Der Wirkstoff hatte bereits 2025 den Fast-Track-Status der FDA erhalten.

Lecanemab: Spritze statt Infusion

Parallel dazu entwickelt sich die Handhabung bereits zugelassener Therapien weiter. Am 13. Juli 2026 erteilte die FDA die Zulassung für eine subkutane Initialdosis von Lecanemab (Leqembi Iqlik). Patienten mit früher Alzheimer-Krankheit können die Behandlung jetzt mit einer wöchentlichen Injektion von 500 mg zu Hause beginnen – ohne intravenöse Infusionen.

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Die Zulassung stützt sich auf Daten zur Bioäquivalenz. Sie belegen eine vergleichbare Wirkstoffexposition und Sicherheit. In klinischen Untersuchungen fanden 94 Prozent der Anwender den Autoinjektor einfach in der Bedienung. Die Markteinführung in den USA ist für Ende August 2026 geplant. Nach 18 Monaten kann laut Protokoll auf eine Erhaltungsdosis von 360 mg pro Woche umgestellt werden.

Ergänzend dazu präsentierte die AAIC am 14. Juli 2026 Real-World-Daten aus der LEADER-Studie. Die Zwischenanalyse von 432 Patienten zeigt eine hohe klinische Stabilität: 75,9 Prozent blieben stabil, 6,6 Prozent verbesserten sich sogar. Die Abbruchrate lag bei moderaten 13 Prozent.

Antikörper PMN310: Gezielte Bindung von Oligomeren

Ein weiterer Forschungszweig konzentriert sich auf Amyloid-Beta-Oligomere. Sie gelten als besonders toxisch für Nervenzellen. ProMIS Neurosciences legte am 14. Juli 2026 erste Humandaten der Phase-1a-Studie für den Antikörper PMN310 vor.

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Die Untersuchung an gesunden Probanden belegt eine dosisabhängige Reduktion der Oligomere im Liquor – ohne Bindung an vorhandene Plaques. Die Forscher hoffen, durch diese Selektivität das Risiko für Nebenwirkungen wie Gehirnschwellungen (ARIA-E) zu minimieren. Die Halbwertszeit im Liquor beträgt etwa 27 Tage.

FĂĽr die laufende Phase-1b-Studie (PRECISE-AD) mit 144 Teilnehmern wird in KĂĽrze eine verblindete Zwischenanalyse erwartet. Unverblindete Topline-Ergebnisse stellt das Unternehmen fĂĽr Anfang 2027 in Aussicht. Auch dieser Ansatz hat seit Juli 2025 Fast-Track-Status von der FDA.

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