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Lehramtsstudierende: Ab drittes Jahr droht Burnout-Risiko

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 01:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Langzeitstudie zeigt: Ab dem dritten Studienjahr entscheidet Selbstregulation über Wohlbefinden. Jeder dritte Lehramtsanwärter zeigt Burnout-Symptome.

Paderborner Studie: Zeitmanagement wird für Lehramtsstudierende zur Schlüsselkompetenz
Eine konzentrierte Person lernt an einem aufgeräumten Schreibtisch in einer modernen Bibliothek. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine Langzeitstudie der Universität Paderborn zeigt: Angehende Lehrkräfte brauchen ab dem dritten Jahr dringend besseres Zeit- und Stressmanagement. Die am Montag vorgestellte Untersuchung begleitete zwei Jahre lang 144 angehende Lehrkräfte – mit eindeutigem Ergebnis.

Belastung verschiebt sich im Studienverlauf

In den ersten Semestern dominieren soziale Integration und fachliche Orientierung. Ab dem Übergang ins dritte Studienjahr verlagert sich der Fokus jedoch signifikant auf Selbstregulation. Die Fähigkeit zum effektiven Zeitmanagement korreliert in dieser Phase direkt mit Studienzufriedenheit und psychischer Gesundheit, so die Forschenden.

Werden diese Kompetenzen nicht frühzeitig gefestigt, steigt das Risiko für Prokrastination und Überforderung. Pauschale Unterstützungsangebote der Hochschulen greifen laut der Studie oft zu kurz – sie berücksichtigen die spezifischen Bedarfe der verschiedenen Studienphasen zu wenig.

Studierende: Jeder Dritte zeigt Burnout-Symptome

Die Befunde decken sich mit breiteren Erhebungen zur Gesundheit von Studierenden. Das TK-Dossier vom Juni zeigt: 41 Prozent der Studierenden fühlen sich häufig gestresst. Zwar ein leichter Rückgang gegenüber 2023, aber fast doppelt so hoch wie vor der Pandemie – damals waren es 23 Prozent.

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Besonders alarmierend: Bei 35 Prozent der Befragten wurden Symptome emotionaler Erschöpfung festgestellt, die als Leitsymptome für ein Burnout-Risiko gelten. Hauptfaktoren sind Prüfungsdruck sowie die Herausforderung, Studium mit Erwerbsarbeit und finanziellen Sorgen zu vereinbaren.

Schulen verstärken den Druck zusätzlich

Der Bedarf an Stressbewältigungskompetenzen wird durch die Lage an den Schulen weiter angeheizt. Das Deutsche Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung zeigt: Jedes vierte Schulkind weist psychische Auffälligkeiten auf – das erhöht die Anforderungen an künftige Lehrkräfte.

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Bereits jetzt fühlen sich mehr als ein Drittel der aktiven Lehrkräfte mehrmals pro Woche emotional erschöpft. Besonders betroffen: jüngere Lehrer und Grundschullehrkräfte. Unterrichtsqualität und Lehrergesundheit hängen untrennbar zusammen, betonen Bildungsexperten. Ein fundiertes Stressmanagement im Studium gilt daher als wesentlicher Schutzfaktor.

Hochschulen reagieren mit neuen Programmen

Immer mehr Universitäten bieten spezialisierte Formate an. Leipzig setzt auf das „Mindful Teachers Program“ mit achtsamkeitsbasierten Übungen. Bamberg verknüpft im Projekt „StudiFIT“ Gesundheitskonzepte mit praktischen Selbstmanagement-Strategien. In Münster trainieren angehende Lehrkräfte im Referendariat die Abgrenzung zwischen Arbeits- und Freizeit.

Experten raten, solche Formate fest in die Lehrpläne zu integrieren – sonst droht die Flucht aus dem Lehrberuf bereits in der Ausbildungsphase.

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