Leinsamen-Warnung, BfR

Leinsamen-Warnung: BfR setzt Obergrenze auf 15–20 Gramm tĂ€glich

20.06.2026 - 14:31:30 | boerse-global.de

KPMG-Studie belegt: Preis und Erreichbarkeit sind beim Lebensmitteleinkauf entscheidend, Nachhaltigkeit bleibt oft Theorie.

ErnÀhrungstrends 2026: Preis dominiert, Protein-Hype kritisch
Leinsamen-Warnung - Frisches Obst, GemĂŒse und Vollkornprodukte auf einer KĂŒchentheke mit einer Person, die im Hintergrund auf ein Smartphone schaut. 20.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

WĂ€hrend Influencer auf Instagram High-Protein-Trends feiern, kaufen 72,9 Prozent der Verbraucher nach dem gĂŒnstigsten Angebot. Eine aktuelle KPMG-Studie zeigt: Die LĂŒcke zwischen öffentlicher Nachhaltigkeitsdebatte und tatsĂ€chlichem Einkaufsverhalten ist riesig.

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Alte Konzepte, neue Risiken

ErnĂ€hrungsexpertin Prof. Andrea Henze ordnet vermeintliche Trend-DiĂ€ten historisch ein. Vegetarismus? Gibt es seit ĂŒber 2.000 Jahren. PalĂ€o? Auch nichts Neues.

Kritisch sieht sie den aktuellen Hype um extreme Proteinmengen. Bei langfristiger Anwendung drohen gesundheitliche Risiken. In Deutschland besteht laut Henze kaum ein generelles Proteindefizit. Nur Leistungssportler mit ĂŒber fĂŒnf Stunden Training pro Woche und Senioren brauchen mehr.

Ihr Rezept: viel GemĂŒse, Obst, Vollkornprodukte – plus ausreichend Bewegung.

Der Preis regiert

Die KPMG-Studie vom 18. Juni zeigt die harten Fakten. Kunden kaufen im Schnitt 4,49-mal pro Woche stationÀr ein. SupermÀrkte (77,5 Prozent) und Discounter (77 Prozent) dominieren.

Die wichtigsten Kriterien: Erreichbarkeit (86,5 Prozent) und Preis-Leistung (85,9 Prozent). Nachhaltigkeit? In der Theorie wichtig, in der Praxis zweitrangig. Rabatt-Apps nutzen 68,6 Prozent, klassische Handzettel 52,5 Prozent.

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Schulessen: Große PlĂ€ne, kleine Schritte

Ein Fachnetzwerk fordert den massiven Ausbau von SchulgesundheitsfachkrĂ€ften. Ziel: von aktuell etwas ĂŒber 100 auf 10.000 Stellen bundesweit.

In der Metropolregion NĂŒrnberg startet eine initiative mit Sternekoch Alexander Herrmann. Regionale Bio-Lebensmittel sollen in rund 150 Schulen und 480 Kitas kommen. Die grĂ¶ĂŸten HĂŒrden: BĂŒrokratie im Vergaberecht und die Finanzierung.

Vorsicht bei Leinsamen

Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) warnte am 19. Juni vor ĂŒbermĂ€ĂŸigem Verzehr von geschroteten Leinsamen. Sie enthalten BlausĂ€ure-Vorstufen. Bei zu viel davon drohen Kopfschmerzen, Schwindel oder Atembeschwerden.

Die Obergrenze: 15 bis 20 Gramm tĂ€glich fĂŒr Erwachsene, maximal 4 Gramm fĂŒr Kinder ab vier Jahren. Kleinkinder sollten rohe geschrotete Leinsamen komplett meiden. Wer sie backt oder kocht, reduziert den BlausĂ€uregehalt deutlich.

Personalisierung: Der neue Trend

FĂŒr 2026 zeichnet sich ein klarer Trend ab: maßgeschneiderte ErnĂ€hrung, besonders bei Frauen. Genanalysen und Gesundheitsdaten helfen, die NĂ€hrstoffzufuhr individuell anzupassen. Pflanzliche Proteinquellen wie Erbsenprotein oder Quinoa sowie Superfoods wie Maca und Spirulina stehen hoch im Kurs.

Die „30-30-30-Regel“ der ErnĂ€hrungswissenschaftlerin Dominique Ludwig findet Beachtung: 30 Gramm Eiweiß pro Mahlzeit, 30 Gramm Ballaststoffe tĂ€glich, mindestens 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel pro Woche. Anwender berichten nach vier Wochen von besserer Verdauung und mehr Energie.

Die unterschÀtzte Pause

Mediziner weisen auf einen oft ĂŒbersehenen Faktor hin: Essenspausen. Millionen Deutsche leiden an einer Fettleber. Das Organ braucht Regenerationsphasen, die durch dauerhaftes Naschen oft unterbrochen werden.

Der ungĂŒnstige Essrhythmus vieler Menschen verhindert die natĂŒrliche Erholung der Leber – ein Risiko, das in der Diskussion um gesunde ErnĂ€hrung oft untergeht.

de | wissenschaft | 69590229 |