Deutschland, GlÀserne

Deutschland hat erste öffentlich zugÀngliche GlÀserne 3D Fabrik

03.07.2024 - 14:00:01

Leipzig - Eröffnet wird sie heute vom sĂ€chsischen MinisterprĂ€sidenten Michael Kretschmer: Deutschlands erste öffentlich zugĂ€ngliche und unternehmensgefĂŒhrte GlĂ€serne 3D Fabrik. Auf ĂŒber 1.000 qm FlĂ€che will der deutsche Pionier im 3D Druck, die Leipziger Rapidobject, kleinen und mittelstĂ€ndischen Unternehmen, aber auch SchĂŒlern, Auszubildenden, Studierenden sowie Jobsuchenden weiterfĂŒhrendes Wissen ĂŒber die faszinierende Technologie vermitteln. Außerdem wird Interessenten geholfen, eigene Objekte zu planen und vor Ort zu drucken. "Ich finde es wichtig, dass wir Menschen die Möglichkeit bieten, sich von den innovativen Möglichkeiten dieser Mega- Technologie inspirieren zu lassen. Denn 3D Druck wird Produkte revolutionieren und ein entscheidender Impulsgeber fĂŒr die Industrieproduktion der Zukunft werden. Genau deshalb wird das dreidimensionale Druckverfahren in anderen Industrienationen auch staatlich gefördert.", so Petra Wallasch, GrĂŒnderin und GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Rapidobject.

Alle Highlights an einem Ort

Um Schulungen, Workshops und praktische Anwendungen zu ermöglichen, verfĂŒgt die GlĂ€serne 3D Fabrik ĂŒber verschiedene Highlights. Unter anderem ĂŒber einen Informations- und Showroom, wo gedruckte Bauteile, Exponate und KonsumgĂŒter prĂ€sentiert und erlebt werden können. Außerdem ĂŒber SchulungsrĂ€ume fĂŒr Workshops und RĂ€umlichkeiten, wo Computer-ArbeitsplĂ€tze inklusive 3D Software sowie 3D Drucker fĂŒr die Praxis zur VerfĂŒgung stehen. Besucher können sich zudem bestimmte Bereiche der Profi-Produktion von Rapidobject anschauen, und live verfolgen, wie Prototypen, Bauteile und Serien entstehen, die nicht von der Geheimhaltung betroffen sind. DarĂŒber hinaus können Designer im 3D Ambiente ausstellen und Firmen die GlĂ€serne 3D Fabrik als Event-Location nutzen. Der Unternehmerverband Sachsen plant Informationsveranstaltungen vor Ort, um Unternehmen zu verdeutlichen, wie wichtig die Technologie fĂŒr ihre WettbewerbsfĂ€higkeit werden wird.

Wissensdefizite sollen behoben werden, insbesondere bei kleinen und mittelstÀndischen Unternehmen

Die GlĂ€serne 3D Fabrik ist Teil einer deutschlandweiten Offensive der Leipziger, um mitzuhelfen, die Wissens- und Anwendungsdefizite ĂŒber die Technologie in der Industrie zu beheben. Neben Fachwissen in Online-Webinaren bietet Rapidobject auch einen Consulting-Service an. Er soll speziell kleine und mittelstĂ€ndische Unternehmen in Deutschland dazu befĂ€higen, 3D Druck-Abteilungen im eigenen Unternehmen professionell zu betreiben und erfolgreich zu nutzen, um die komplette Wertschöpfung vor Ort zu bĂŒndeln. Denn Wettbewerber aus dem Ausland nutzen die vorteilhafte und oft staatlich geförderte Technologie schon in grĂ¶ĂŸerem Umfang, und planen einen teils groß angelegten Ausbau der Anwendung. "Immer noch wissen viele Unternehmen hierzulande nicht, dass ich Ideen schneller entwickeln und individuelle Produkte drucken kann. Und Energie, Abfall und Emissionen spare. Oder generell Kosten reduziere. Denn ich drucke in einem StĂŒck direkt funktionsfĂ€hige Prototypen, Bauteile oder Produkte, inzwischen auch in Serienproduktion. Außerdem können komplexe Geometrien gefertigt werden. Auf Teile und Lieferketten bin ich nicht mehr angewiesen, ebenso wenig wie auf ein Lager. All das spart Betriebskapital, lĂ€sst mich schneller sein, fördert Innovationen und meine ZukunftsfĂ€higkeit.", so Wallasch. Als Beispiel fĂŒhrt sie die untere GerĂ€teeinheit eines Industriestaubsaugers an, dessen Prototyp klassisch hergestellt mehrere zehntausend Euro kosten kann, und aus diversen Zulieferteilen besteht. Eine datenbasierte, 3D gedruckte und sofort einsatzbereite Einheit des Saugers wĂŒrde betriebliche Ressourcen schonen, und weniger als 0,2% der Summe kosten.

3D Druck fĂŒr SchĂŒler

Die fĂŒr ihre EntwicklungskreativitĂ€t bekannte Rapidobject fĂŒhrt derzeit auch mit dem Land Sachsen GesprĂ€che ĂŒber ein schulfĂ€higes Bildungsangebot im Bereich 3D Druck. Zusammen mit der VDI-GaraGE, der innovativen Lernfabrik fĂŒr Wissenschaft und Technik, hat der 3D Druckspezialist ein Bildungs- und Anwendungskonzept fĂŒr sĂ€chsische Schulen erstellt. Es soll die KreativitĂ€t von Kindern und Jugendlichen im technischen Umfeld stĂ€rken und Anreize zur beruflichen Orientierung geben. Inhaltliche Abstimmungen mit den entsprechenden politischen Stellen sollen kurzfristig erfolgen.

Unternehmensprofil Rapidobject GmbH, Leipzig:

Das 2010 aus einem bestehenden Reprografie-Unternehmen von der GrĂŒnderin und amtierenden GF Petra Wallasch herausgelöste und in Rapidobject umbenannte 3D Druck-Unternehmen war ihrer Zeit weit voraus. Schon in 2007 etablierte Wallasch den weltweit ersten Online-Shop fĂŒr 3D Druck Modelle. WĂ€hrend die Unternehmen in der Branche hauptsĂ€chlich Objekte auf Bestellung drucken, hat Rapidobject neben seinem "printing on demand"-Angebot schon vor Jahren eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung aufgebaut. Diese kooperiert u.a. mit der HTWK Leipzig, dem Fraunhofer Institut und der Technischen UniversitĂ€t Berlin. Das inzwischen fĂŒr 20.000 Kunden aus den bestimmenden Wirtschaftsbranchen Deutschlands arbeitende Leipziger Unternehmen hat eine große Bandbreite innovativer Produkte fĂŒr die Industrie entwickelt und produziert. Objekte des Unternehmens waren schon mit der NASA im All. Rapidobject setzt bei seinen Innovationen auch auf so genannte bionische Komponenten, die intelligente Naturstrukturen nutzen. Unter anderem haben die Leipziger jetzt 3D druckfĂ€hige Transportverpackungen auf Basis nachwachsender, CO2 neutraler und recyclefĂ€higer Rohstoffe entwickelt, welche die weiter zunehmende Verwendung von Plastik ablösen sollen. GrĂŒnderin und GF Wallasch teilt mit anderen Experten die Sorge, dass deutsche Unternehmen beim 3D Druck international abgehĂ€ngt werden (siehe hierzu auch Global Printing Report, Ernst & Young 2020). Hinzu kommt, dass andere LĂ€nder den Einsatz von 3D Druck mit Fördermaßnahmen unterstĂŒtzen. Und das schon im Bildungsbereich, Beispiel China: Schon vor Jahren wurde die erste 3D Druck Hochschule in Guangzhou gegrĂŒndet (3DRUCK.com, Dez. 2014). Und in chinesischen Grund- und Mittelschulen bekommen die Kinder mindestens einmal die Woche Unterricht, in dem sie auch 3D Druck erlernen (cri online, 2022).

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