LeRobot Humanoid: Hugging Face bringt Open-Source-Roboter für 2.500 Euro
29.05.2026 - 20:18:28 | boerse-global.de
Ein offenes Roboter-Bein für 2.500 Euro: Hugging Face revolutioniert die Forschung.
Das KI-Unternehmen Hugging Face hat mit „LeRobot Humanoid" eine bahnbrechende Open-Source-Plattform vorgestellt. Der 3D-druckbare, zweibeinige Roboter lässt sich aus handelsüblichen Teilen für umgerechnet rund 2.500 Euro zusammenbauen. Das Projekt soll die Robotik-Forschung demokratisieren und für Universitäten, Start-ups und Hobby-Entwickler zugänglich machen.
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Die Kluft zwischen Simulation und Realität
Das LeRobot Humanoid-Projekt ist weit mehr als nur ein Baukasten. Es bietet ein komplettes Ökosystem: Hardware-Design-Dateien, Bauanleitungen und Simulationsumgebungen. Das Hauptziel der Entwickler: die Überwindung der sogenannten „Simulation-to-Real"-Lücke. Dieses Problem plagt die Robotik seit Jahren – Verhaltensweisen, die ein Roboter in der digitalen Welt lernt, lassen sich oft nur schwer auf die physische Hardware übertragen.
Die aktuelle Version konzentriert sich auf ein Paar 3D-gedruckter Beine, die bereits stehen und gehen können. Durch den Einsatz von Standard-Komponenten und druckbaren Teilen wird die Plattform zu einem reproduzierbaren und reparierbaren Werkzeug für Experimente. Das Team betont: Jeder soll nachbauen, anpassen und verbessern können.
Vom Bein zum vollständigen Roboter
Hugging Face hat das System modular aufgebaut. Während die erste Version den Unterkörper betont, sollen nach der Übernahme von Pollen Robotics auch Oberkörper-Fähigkeiten integriert werden. Damit positioniert sich das Projekt als erschwingliche Alternative zu bestehenden Forschungsplattformen wie dem Berkeley Humanoid Lite oder dem Unitree G1.
Die Plattform enthält bereits Machine-Learning-Trainingsumgebungen und Laufzeit-Tools. Nutzer können Reinforcement Learning direkt auf der 3D-gedruckten Hardware anwenden. Dieser Trend ist in der Branche etabliert: Erst Mitte Mai demonstrierte Boston Dynamics, wie sein Atlas-Roboter einen 23 Kilo schweren Minikühlschrank hob – eine Fähigkeit, die er ausschließlich durch Simulationstraining erlernte.
Der Markt für humanoide Roboter boomt
Der Start von LeRobot fällt in eine Phase rasanter Entwicklung. Erst am Donnerstag enthüllte Astribot den T1, einen rollenden humanoiden Roboter ab etwa 14.000 Euro. Mit 1,55 Metern Größe, 66 Kilo Gewicht und 23 Freiheitsgraden zielt er auf den Einzelhandel, Haushaltsaufgaben und die Industrieforschung.
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Parallel dazu brachte KEENON Robotics den XMAN-L1 auf den Markt. Der 1,36 Meter große Service-Roboter verfügt über 42 Freiheitsgrade und 100 TOPS Rechenleistung. Für die Kundeninteraktion nutzt er große Sprachmodelle von Doubao und Tencent – ein klares Zeichen, wohin die Reise bei Servicerobotern geht.
Spezialisierte Roboter und Unterhaltung
Die Innovation beschränkt sich nicht auf Allzweck-Roboter. Das Korea Institute of Machinery and Materials (KIMM) präsentierte KAIROS – einen Roboter, der speziell für natürliches Händeschütteln entwickelt wurde. Die Forscher sehen in hochentwickelten Roboterhänden einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Auf der kommerziellen Seite eröffnete Galaxy Corporation am Donnerstag den Galaxy Robot Park in Seoul. Dort führen humanoide Roboter K-Pop-Tanzchoreografien auf, zeichnen Porträts und helfen als Parkservice. Das Unternehmen kündigte 1.000 Roboter-Konzerte pro Jahr an sowie eine globale Tournee. Allerdings gab es bereits bei den ersten Auftritten technische Pannen – ein Roboter stürzte während einer Tanzsequenz.
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