LG-Datenskandal: Heimliche Software-Installation via Windows Update
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 03:41 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Nutzer und Technikexperten berichten von heimlichen Software-Installationen über Windows Update und neuen Servicebedingungen, die Besitzer von LG-Fernsehern dazu zwingen, ihre Gäste zu überwachen. Für deutsche Verbraucher stellt sich die Frage, wie sicher ihre Geräte wirklich sind.
Ungefragte Software via Windows Update
Mitte Juli deckten technische Untersuchungen auf: Wer bestimmte LG-Monitore an ein Windows-11-System anschließt, bekommt automatisch den „LG Monitor App Installer" installiert – ohne Zustimmung des Nutzers. Der Vorgang läuft über Windows Update ab, wie Recherchen vom 17. Juli 2026 zeigen.
Das Problem: Die installierte App bewirbt eine 30-Tage-Testversion der McAfee-Sicherheitssoftware. Bei Tests mit dem High-End-Gaming-Monitor UltraGear 34GX900A-B (Preis: rund 1.150 Euro) erschien ein McAfee-Werbepopup bei 31 von 32 Systemstarts. Die App fordert zudem weitreichende Systemberechtigungen: Zugriff auf Systemressourcen, Internetverbindung und Standortdaten.
Besonders ärgerlich: Auch ältere Modelle wie der UltraFine 32UN880-B sind von der stillen Installation betroffen. Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass LG nicht der einzige Hersteller mit dieser Praxis ist – Dell nutzt Windows Update ebenfalls, um die Alienware-Command-Center-Software zu installieren. Wer die Installation verhindern will, kann aktuell die Windows-Gruppenrichtlinien anpassen.
Smart-TVs: Gäste müssen über Sprachaufzeichnung informiert werden
Noch brisanter sind die Entwicklungen bei LGs Smart-TV-Sparte. Aktualisierte Servicebedingungen für KI-gestützte Funktionen verlangen von TV-Besitzern, ihre Gäste darüber zu informieren, dass ihre Stimmen aufgezeichnet werden könnten. Hintergrund: Die Regelung soll sicherstellen, dass regionale Abhörgesetze eingehalten werden, die oft die Zustimmung aller Beteiligten bei einer Aufzeichnung vorschreiben.
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Das ist nicht der erste Datenschutzvorfall bei LG. Bereits zuvor geriet das Unternehmen wegen seiner Datenpraxis in die Schlagzeilen – unter anderem gab es einen Vergleich mit der texanischen Generalstaatsanwaltschaft wegen des Umgangs mit Zuschauerdaten. Experten raten besorgten Nutzern, Mikrofone manuell zu deaktivieren, bestimmte Software-Updates abzulehnen oder die Geräte vom Internet zu trennen. Allerdings schränkt das die Funktionalität der Hardware deutlich ein.
Wettbewerb und Marktentwicklung
Die Unzufriedenheit der Nutzer kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Gaming-Monitor-Markt in Bewegung ist. Der Konkurrent AOC kündigte für die kommenden Wochen zwei neue 34-Zoll-Ultrawide-Monitore an: die Modelle CU34G4CA und CU34G4ZCA mit Bildwiederholraten von bis zu 250 Hz und integrierten KVM-Switches – direkte Alternativen im High-Performance-Segment.
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Gleichzeitig baut LG Display die Lieferung seiner Dual-Mode-OLED-Panels an die Konkurrenz aus. Diese Panels erlauben es, zwischen hoher Auflösung und hoher Bildwiederholrate umzuschalten. Aktuell beliefert LG damit Samsung Electronics für 31,5-Zoll-Modelle und Dell für 39-Zoll-Alienware-Displays. Marktexperten erwarten, dass der Marktanteil dieser Dual-Mode-Panels von niedrigen einstelligen Prozentzahlen Ende 2025 auf bis zu 20 Prozent im Jahr 2028 steigen könnte.
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