LG-Monitor-Software, Microsoft

LG-Monitor-Software: Microsoft deaktiviert McAfee-Werbung

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 21:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft schreitet gegen aufdringliche Pop-ups von LG-Monitor-Software ein. Der Konzern deaktiviert die McAfee-Werbung nach öffentlicher Kritik.

Microsoft stoppt unerwünschte McAfee-Werbung auf LG-Monitoren
Moderner Computerarbeitsplatz mit hochwertigem Monitor in professionellem Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Konzern schreitet ein, nachdem LG-Monitor-Software ungefragt McAfee-Werbung eingeblendet hatte.

Microsoft hat eingegriffen, um die Einblendung von Drittanbieter-Werbung auf Windows-PCs zu unterbinden, die durch Software von LG-Monitoren ausgelöst wurde. Pavan Davuluri, Executive Vice President bei Microsoft, bestätigte am 27. Juli 2026, dass LG zugestimmt habe, die McAfee-Pop-ups zu deaktivieren. Diese waren zuvor bei Nutzern von LG-Displayprodukten aufgetaucht.

Der Schritt erfolgte nach einer Untersuchung von Hardware-Testern bei Gamers Nexus und einer Welle von Nutzerbeschwerden, die Mitte Juni eingesetzt hatte. Im Zentrum der Kontroverse stand der „LG Monitor App Installer". Nutzer berichteten, dass dieser automatisch über die Windows-Hardware-Support-App und Windows Update installiert wurde – ohne ausdrückliche Zustimmung der Anwender.

Automatische Installation und Datenschutzbedenken

Die fragliche Software diente als Vehikel für Werbung der Sicherheitssoftware McAfee. LG verteidigte zwar die Verteilungsmethode und betonte, die Software werde nicht ohne Einwilligung installiert. Technische Untersuchungen zeigten jedoch ein anderes Bild: Der LG Monitor App Installer konnte sich offenbar unbemerkt installieren und weitreichende Berechtigungen erlangen – darunter Zugriff auf sämtliche Systemressourcen und das Internet.

Neben der Werbeeinblendung sammelte die Anwendung diverse Daten: Hardware-Informationen, Standortdaten und Nutzeraktivitäten. Auffällig: Während die Werbung vor allem von Nutzern in Nordamerika gemeldet wurde, blieb sie im europäischen Markt während des gleichen Zeitraums offenbar aus.

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Microsofts Haltung zu Hardware-Support-Software

Der Fall offenbart ein Spannungsfeld zwischen Microsofts Windows-Update-Infrastruktur und Hardwareherstellern, die diese Kanäle für die Verteilung zusätzlicher Software nutzen. Obwohl Microsofts bestehende Regeln den von LG genutzten Mechanismus zur stillen Installation erlaubten, schritt der Konzern nach öffentlicher Kritik ein – unter anderem von Epic-Games-CEO Tim Sweeney.

Trotz der Deaktivierung der McAfee-Werbung bleibt der LG Monitor App Installer nach aktuellen Berichten auf den betroffenen Systemen installiert. Der Eingriff zielte speziell auf die aufdringlichen Pop-up-Anzeigen ab, nicht auf die Entfernung der zugrunde liegenden Support-Software.

Werbung aus der Hardware-Ecke: Ein wachsender Trend

Der Vorfall mit LG reiht sich in einen breiteren Trend ein: Immer mehr Hardwarehersteller integrieren Werbeinhalte in ihre Geräte-Ökosysteme. Branchenbeobachter verweisen auf ähnliche Praktiken anderer großer Marken wie Razer, Logitech, Asus und Gigabyte.

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Die Debatte um Werbung in der Windows-Umgebung wird zusätzlich durch Microsofts eigene Praktiken angeheizt. Erst am 28. Juli 2026 wurden Berichte bekannt, wonach der HP Support Assistant Bing-Pop-ups auf Windows-11-PCs einblendet – ein Fall, in dem Microsoft bislang nicht eingeschritten ist. Dies geschieht vor dem Hintergrund erheblicher finanzieller Interessen: Die werbebasierten Einnahmen im Windows-Umfeld wurden für 2025 auf rund zehn Milliarden Euro geschätzt.

Der LG-Fall hat bei Technikanalysten erneut Forderungen nach strengeren Regeln laut werden lassen. Sie verlangen klare Vorschriften dafür, wie Peripheriehersteller Windows Update und Hardware-Support-Kanäle nutzen dürfen – im Sinne von mehr Transparenz und Kontrolle für die Nutzer über installierte Software.

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