Lieblingsmusik, Schmerzen

Lieblingsmusik gegen Schmerzen: Zürcher Studie zeigt Effekt beim Venenzugang

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 20:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei 204 MRT-Patienten gingen selbst gewählte Musik und geringere Schmerzen beim Venenzugang einher; ein Entspannungsstück zeigte keinen gesicherten Effekt.

Universitätsspital Zürich: Lieblingsmusik lindert Schmerzen beim Venenzugang
Ein minimalistischer, heller Behandlungsraum in einer Klinik mit einem sauberen Krankenbett in ruhiger Atmosphäre. Illustration mit AI erstellt.

Musik kann das Schmerzempfinden bei medizinischen Routineeingriffen dämpfen – vorausgesetzt, es handelt sich um den persönlichen Musikgeschmack der Behandelten. Das zeigt eine Untersuchung des Universitätsspitals Zürich, über die am 9. Oktober 2026 berichtet wurde.

Bei insgesamt 204 Patientinnen und Patienten vor einer Magnetresonanztomographie (MRT) verringerte das Hören von individueller Lieblingsmusik die berichteten Schmerzen bei einem Venenzugang im Vergleich zu Personen ohne Musikbegleitung. Dieser lindernde Effekt zeigte sich sowohl 30 Sekunden als auch zwei Minuten nach dem Einstich.

Musikauswahl und Ausgangsschmerzen beeinflussen das Resultat

Die Wirkung hing in der Untersuchung maßgeblich davon ab, welche Musik abgespielt wurde und ob die Betroffenen bereits vor dem Eingriff Schmerzen verspürten. Der Vorteil der selbst gewählten Musik zeigte sich grundsätzlich bei Personen mit und ohne vorherige Beschwerden.

Bei einer Teilgruppe von 71 Patienten mit bereits bestehenden Ausgangsschmerzen war der Unterschied durch die Lieblingsmusik zudem unmittelbar nach der Punktion sowie während des Einstichs messbar.

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Ein anderes Bild ergab sich bei den weiteren Testbedingungen: Mozarts Sonate KV448 ging zwei Minuten nach dem Venenzugang zwar ebenfalls mit geringeren Schmerzen einher, half jedoch ausschließlich jener Teilgruppe, die bereits unter Ausgangsschmerzen litt. Ein vorgegebenes Entspannungsstück zeigte hingegen keinen statistisch gesicherten Effekt auf das Schmerzempfinden.

Methodischer Aufbau der Zürcher Untersuchung

Für die Erhebung teilte das Team am Universitätsspital Zürich die 204 Patienten in vier Gruppen ein. Bei der pseudorandomisierten Zuteilung entfielen 51 Teilnehmende auf die Gruppe mit Lieblingsmusik, 52 auf Mozarts Sonate KV448, 50 auf das Entspannungsstück und 51 auf die Kontrollgruppe ohne Musik.

Die ausgewählten Stücke liefen jeweils vor, während und nach dem Venenzugang. Die Schmerzintensität wurde vor dem Eingriff sowie unmittelbar danach, nach 30 Sekunden und nach zwei Minuten erfasst. Die Forschenden ordneten die Resultate methodisch ein: Es handelte sich um die Schmerzerfassung bei einem kurzen Nadelstich, und die Zuteilung erfolgte pseudorandomisiert, also nicht vollständig zufällig.

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Mögliche Wirkmechanismen und nächste Schritte in der Praxis

Hinsichtlich der zugrundeliegenden Prozesse vermuten die Forschenden des Universitätsspitals Zürich Mechanismen wie kognitive Ablenkung oder eine verstärkte Endorphinausschüttung. Bestätigt wurden diese Erklärungsansätze im Rahmen der vorliegenden Daten jedoch nicht.

Auf Basis der Beobachtungen planen die Forschenden, Musik künftig häufiger bei venösen Punktionen im Vorfeld radiologischer Untersuchungen einzusetzen. Zudem sind weitere Untersuchungen vorgesehen, die den Einfluss anderer klassischer Musikstücke sowie die Wirkung bei stärkeren Schmerzen klären sollen.

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