Lieferroboter-Boom: Markt wächst auf 500.000 Einheiten bis 2035
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 08:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Führende Anbieter verlassen die Universitätsgelände und konzentrieren sich stattdessen auf den städtischen Lebensmittellieferdienst. Der globale Markt für Last-Mile-Lieferroboter soll von derzeit rund 15.000 bis 20.000 Einheiten auf etwa 500.000 Einheiten im Jahr 2035 wachsen – das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 38 Prozent.
Starship Technologies setzt auf urbane Märkte
Starship Technologies hat seine sechsrädrigen Lieferroboter vom Campus der University of Wisconsin-Madison abgezogen. Der Rückzug erfolgte am 19. Juli 2026 und folgt auf ähnliche Abgänge von der Wichita State University im Juni sowie der Bowling Green State University Anfang des Jahres.
Das Unternehmen konzentriert sich nun auf Supermarktketten und den Lieferdienst für warme Speisen in europäischen und US-amerikanischen Städten. Die Neuausrichtung basiert auf Erfolgen in Finnland: Dort wickeln Starship-Roboter bereits jede fünfte Lebensmittellieferung ab. Die finnische S Group hatte zuvor angekündigt, die Systeme in mehr als 100 Filialen einzusetzen.
DoorDash drängt nach New Mexico
DoorDash verfolgt derweil einen anderen Weg. Der Lieferdienst sucht in New Mexico die gesetzliche Genehmigung für seinen autonomen Roboter „Dot". In einem am 18. Juli 2026 vorgelegten Vorschlag beschreibt das Unternehmen die technischen Daten des 160 Kilogramm schweren Geräts. Der Roboter kann eine Nutzlast von 14 Kilogramm mit einer Geschwindigkeit von bis zu 32 km/h transportieren und hat eine Reichweite von fünf bis acht Kilometern.
Die vorgeschlagene Regulierung in New Mexico sieht vor, dass die Roboter mit Bremsen und Beleuchtung ausgestattet sein müssen. Eine Haftpflichtversicherung in Höhe von 100.000 Dollar wäre Pflicht, und die Betreiber müssten die Identität der Empfänger überprüfen. Der Vorstoß folgt auf ein starkes Jahr für DoorDash in dem Bundesstaat: 2025 verzeichnete das Unternehmen mehr als zehn Millionen Bestellungen und einen Umsatz von 300 Millionen Dollar – ermöglicht durch ein Netz von 45.000 aktiven Fahrern und 3.500 Händlern.
Milliardenmarkt mit sinkenden Kosten
Der aktuelle Marktwert der Last-Mile-Lieferroboter liegt bei 1,2 Milliarden Dollar. Branchenanalysten erwarten einen Anstieg auf 18 Milliarden Dollar in den nächsten neun Jahren. Möglich wird das durch jährlich sinkende Komponentenkosten zwischen acht und zwölf Prozent. Lebensmittel- und Paketzustellungen machen derzeit 60 bis 70 Prozent aller Einsätze aus.
Während die Kosten für Roboter-Hardware sinken, fließen weltweit Milliarden in die Entwicklung von KI und Robotik für den Massenmarkt. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen, welche Unternehmen aktuell ganz oben auf der Liste der Gewinner stehen. Jetzt gratis herausfinden, wer die Gewinner der neuen Industrierevolution sind
Im Industriesektor zeichnet sich ein weiterer Trend ab: Autonome mobile Roboter (AMRs) werden automatisierte Transportsysteme (AGVs) im Umsatzanteil noch vor 2030 überholen. Die Software-Kosten steigen dabei kontinuierlich – von 15 Prozent der Gesamtkosten im Jahr 2026 auf voraussichtlich 25 Prozent im Jahr 2035. Während Nordamerika und Europa derzeit führend sind, gilt die Asien-Pazifik-Region als der am schnellsten wachsende Markt.
Neue Designs für die letzte Meile
Auf der Welt-KI-Konferenz (WAIC) 2026 präsentierte Pudu Robotics am 19. Juli gleich zwei Neuheiten: den halbhumanoiden Roboter PUDU D7 und den vierbeinigen PUDU D5. Das Unternehmen, das im April rund 150 Millionen Dollar einsammelte, hat bereits mehr als 130.000 Einheiten weltweit ausgeliefert. Auch KEENON Robotics zeigte seinen humanoiden Roboter XMAN-R1 sowie spezialisierte Modelle für die Gastronomie.
Besonders spannend: die Überwindung der sogenannten „Veranda-Lücke" – der letzten 15 Meter bis zur Haustür. Boston Dynamics testet seinen vierbeinigen Roboter Spot, der Pakete per Förderband vom Lieferwagen zur Türschwelle transportiert. Spot kann Treppen und unebenes Gelände bewältigen, an denen viele Radmodelle scheitern.
Die nächste industrielle Revolution hat mit dem Einsatz autonomer Systeme bereits begonnen, doch nur wenige kennen die Firmen, die hinter diesen Technologien stecken. Finanzexperten enthüllen im aktuellen Gratis-Report, wo das große Kapital in der Robotik-Branche derzeit wirklich hinfließt. Kostenlosen Report über die größte Industrierevolution seit Jahrzehnten sichern
In Moskau hat Yandex seine Flotte auf mehr als 400 Rover ausgebaut, die täglich über 1.500 Bestellungen ausführen. Noch in diesem Jahr will das Unternehmen mit Pilotversuchen für den humanoiden Roboter Arcus beginnen, der Lieferungen direkt an die Haustür bringen soll.
Trotz aller Fortschritte bleibt die Branche mit Herausforderungen konfrontiert. Unterschiedliche Regulierungen in den einzelnen Regionen und wetterbedingte Ausfallzeiten – die den Betrieb um 20 bis 30 Prozent beeinträchtigen können – bremsen das Wachstum.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
