Lieferroboter, Uber

Lieferroboter: Uber investiert 10 Milliarden Euro in autonome Zustellung

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 05:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Uber investiert zehn Milliarden Euro in autonome Zustellung, während neue Genehmigungen in Washington D.C. und Großbritannien den Durchbruch der Branche signalisieren. Widerstand in Chicago und anderen Städten wächst.

Autonome Lieferroboter im Aufwind: Milliarden-Investitionen und neue Genehmigungen in den USA und Großbritannien
Ein autonomer Lieferroboter fährt zur goldenen Stunde über einen Gehweg in der Stadt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Autonome Lieferroboter verlassen die Testphase: Milliarden-Investitionen und neue Genehmigungen in den USA und Großbritannien signalisieren den Durchbruch der Branche. Doch der Widerstand wächst.

Uber setzt zehn Milliarden auf autonome Zustellung

Uber-Chef Dara Khosrowshahi hat am 6. August angekündigt, rund zehn Milliarden Euro in das Ökosystem autonomer Fahrzeuge zu investieren. Der Konzern setzt dabei auf Partnerschaften mit Robotik-Firmen und konzentriert sich auf Sensorfusion und Edge-Computing. Die Ankündigung folgt auf regulatorische Fortschritte in Washington D.C.: Dort haben die Verkehrsbehörden den Firmen Serve Robotics und Coco Robotics grünes Licht für Lebensmittellieferungen gegeben. Die Dienste sollen unter anderem für Uber Eats und DoorDash arbeiten – inklusive Feldtests, die untersuchen, wie die Roboter mit Fußgängern mit Behinderungen interagieren.

Auch in Großbritannien nimmt die Branche Fahrt auf. In Stevenage startete ein Versuch mit 70 Zentimeter hohen Lieferrobotern, die per GPS, Kameras und Sensoren navigieren. Die Behörden in Hertfordshire behalten sich vor, den Test jederzeit zu stoppen – etwa wenn die erhofften CO?-Einsparungen ausbleiben oder die Bevölkerung negativ reagiert. Amazon Prime Air eröffnete bereits im Februar den ersten britischen Drohnenstandort in Darlington. Die dort eingesetzten MK30-Drohnen liefern Pakete bis zu 2,3 Kilogramm Gewicht innerhalb eines Umkreises von zwölf Kilometern in unter einer Stunde.

Milton Keynes: Das Modellprojekt wird zum Maßstab

Seit 2018 betreibt Starship Technologies in Milton Keynes einen der etabliertesten kommerziellen Roboter-Lieferdienste der Welt. In Partnerschaft mit Co-op und Tesco rollen die sechsrädrigen Roboter mit Autonomiestufe 4 durch die Stadt – bei einer Geschwindigkeit von etwa 6 km/h.

Der Erfolg des Projekts hängt stark mit der Infrastruktur der Stadt zusammen: breite Wege und geringe Bevölkerungsdichte. Anwohner schätzen den Dienst besonders für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Studien zeigen zudem, dass die Roboter nur minimal Strom verbrauchen – vergleichbar mit dem Energiebedarf für eine Tasse Tee. Ganz reibungslos läuft der Betrieb allerdings nicht: Starship-Sprecherin Lisa Johnson räumt ein, dass technische Störungen gelegentlich menschliches Eingreifen erfordern. Auch Kritik an blockierten Gehwegen und Vandalismus hält an. Die britische Regierung prüft daher weiterhin, ob ein landesweiter Rollout sinnvoll ist.

Anzeige

Wer die massiven Investitionen in autonome Systeme verfolgt, erkennt die Umbrüche der nächsten industriellen Revolution. Dieser kostenlose Report enthüllt, welche Unternehmen bei KI und Robotik aktuell die Nase vorn haben. Jetzt gratis herausfinden, wer die Gewinner der neuen Industrierevolution sind

Widerstand in den USA wächst

Nicht überall sind die Roboter willkommen. In Chicago sammelte eine Petition im April mehr als 4.300 Unterschriften gegen Gehwegroboter – nachdem ein Bezirkspolitiker bereits im Februar die Ausweitung von Pilotprojekten blockiert hatte. Auch in Toronto, Knoxville und Jackson gelten Verbote; die Behörden verweisen auf Bedenken zur Barrierefreiheit.

Sicherheitsfragen stehen im Zentrum der Kritik von Interessenverbänden. An der University of Pittsburgh soll ein Roboter einen Rollstuhlnutzer blockiert haben. Zudem bemängeln Kritiker fehlende Transparenz bei der Datenerhebung: Spieler von Augmented-Reality-Spielen haben demnach unbewusst zu 3D-Kartendaten beigetragen, die Roboter nutzen – ein Beispiel für die zunehmende Kommerzialisierung öffentlicher Räume.

Autonome Logistik wird global

Die Technologie erobert längst mehr als die Paketzustellung. In Südkorea will CJ Logistics ab Oktober 2026 in Daegu autonome Lastwagen mit 11,5 Tonnen Nutzlast einsetzen – das erste kommerzielle Frachtprojekt dieser Art im städtischen Verkehr weltweit. Das kamera-basierte System von Mars Auto verzichtet auf teure LiDAR-Sensoren und senkt die Kosten erheblich.

Anzeige

Die beschleunigte Automatisierung durch Robotik und KI verändert die globale Wirtschaft grundlegend und schafft neue Märkte. Erfahren Sie im Gratis-Report von Finanztrends.de, wohin das große Geld in dieser neuen Ära der Industrie fließt. Kostenlosen Report zur industriellen Revolution sofort downloaden

In Peking sind im Sommer 72 Roboter in 14 Stadtparks im Einsatz. Die „Roboter-Mitarbeiter“ übernehmen Sicherheitspatrouillen, Schädlingsbekämpfung und Reinigung. Im Sommerpalast lassen sich die Reinigungsgeräte per App programmieren, während die Patrouillenroboter im Yuyuantan-Park mit KI ausgestattet sind, um verbotene Aktivitäten wie Rauchen zu erkennen.

Doch die bloße Einführung digitaler Technologien garantiert keinen Produktivitätsgewinn. Eine Studie der spanischen Universität UOC mit 5.000 Unternehmen zeigt: Entscheidend ist die organisatorische Anpassung. Besonders kleine, weniger innovative Firmen profitieren – vorausgesetzt, sie sind in lokale Wirtschaftscluster eingebunden.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69927120 |