Linglong, L20

Linglong L2.0: Chinas Feuerwehr-Roboter hÀlt 1000 °C stand

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Peking prĂ€sentiert mit dem Linglong L2.0 einen feuerfesten Humanoiden fĂŒr GefahreneinsĂ€tze. Parallel messen sich 2056 Roboter bei den World Humanoid Robot Games.

Linglong L2.0: Chinas neuer Feuerwehr-Roboter trotzt 1000 Grad Hitze
Ein humanoider Roboter fĂŒr BrandbekĂ€mpfungseinsĂ€tze steht in einer industriellen Testumgebung mit simuliertem Feuer. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Auf der World Robot Conference 2026 in Peking hat das National-Local Joint Innovation Center for Humanoid Robots am 19. August 2026 den Linglong L2.0 präsentiert. Dabei handelt es sich um einen humanoiden Roboter, der speziell für die Brandbekämpfung und Einsätze in Gefahrenumgebungen konzipiert wurde.

Die Vorstellung erfolgte im Rahmen einer Messe, die mit über 300 teilnehmenden Unternehmen und rund 2.000 Exponaten die aktuelle Dynamik im Bereich der spezialisierten Robotik unterstreicht.

Technische Spezifikationen und Hitzebeständigkeit

Der Linglong L2.0 weist eine Körpergröße von 1,73 Metern auf und verfügt über insgesamt 42 Freiheitsgrade, was eine hohe Beweglichkeit in komplexen Einsatzszenarien ermöglichen soll. Die Fortbewegungsgeschwindigkeit des Modells wird mit 3 m/s angegeben. Für die Verarbeitung von Sensordaten und die Steuerung komplexer Bewegungsabläufe ist der Roboter mit einer Rechenleistung von 560 TOPS ausgestattet.

Ein wesentliches Merkmal für den Einsatz in der Brandbekämpfung ist die Widerstandsfähigkeit gegenüber extremen Temperaturen: Laut Entwicklerangaben hält das System Temperaturen von bis zu 1000 °C stand. Bemerkenswert ist zudem die Fertigungstiefe innerhalb Chinas; das Innovationszentrum gab an, dass die Hardware des Linglong L2.0 zu 95 Prozent aus inländischer Produktion stammt.

Wettbewerbsdruck bei den World Humanoid Robot Games

Parallel zur Konferenz finden die World Humanoid Robot Games 2026 statt, an denen 2.056 Roboter aus 16 Ländern teilnehmen. In einem speziellen Feuerwehr-Wettbewerb müssen die Maschinen unter Beweis stellen, ob sie für reale Krisenszenarien bereit sind. Im Finale treten 23 Teams gegeneinander an.

Die Aufgabenstellung sieht vor, innerhalb von 30 Minuten zwei Gefahrenquellen zu identifizieren und drei Ventile zu schließen. Die Schwierigkeit dieser Aufgaben wurde bereits in den Vorrunden deutlich, in denen lediglich 3 von 12 Teams sämtliche Stufen erfolgreich absolvierten.

Die diesjährigen Spiele verzeichnen mit 666 Teams eine Steigerung von 138 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von den teilnehmenden Robotern stammen 1.975 aus China. Die Reglementierung wurde verschärft: In den meisten der 21 Szenario-Wettbewerbe ist eine Fernsteuerung untersagt, zudem wurde das Zeitlimit für den 100-Meter-Lauf auf eine Minute verkürzt.

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Diversifizierung spezialisierter Robotersysteme

Neben dem Brandschutz-Humanoiden wurden weitere spezialisierte Systeme für Sicherheits- und Industrieaufgaben vorgestellt. Die NORINCO Group präsentierte den Humanoiden Fuxi, der für Aufklärungsmissionen, Patrouillen und Einsätze in Gefahrenzonen vorgesehen ist. Das rund 90 Kilogramm schwere Modell basiert vollständig auf inländischer Technologie und wird über eine externe Teleoperation gesteuert.

Ein anderer Ansatz verfolgt das US-Unternehmen Satyress mit dem Modell Threehalves. Dabei handelt es sich um einen teleoperierten Zentauren-Roboter, der eine vierbeinige Basis mit einem humanoiden Oberkörper kombiniert. Das für IDLH-Zonen (unmittelbare Gefahr für Leben und Gesundheit) ausgelegte System verzichtet auf Hände und nutzt stattdessen austauschbare Werkzeug-Schnittstellen für Kettensägen oder Bohrer.

In der industriellen Fertigung treibt Hexagon Robotics die Integration voran. Der Humanoid AEON wird derzeit in einem speziellen Testzentrum des Unternehmens Schaeffler in Deutschland trainiert. Ziel der Kooperation ist die Ausbringung von mindestens 1.000 Einheiten in der Fertigung von Schaeffler.

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Marktentwicklung und Dateninfrastruktur

Die Branche verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 eine starke Konzentration der Lieferketten, wobei mehr als 97 Prozent der weltweiten Auslieferungen von humanoiden Robotern auf China entfielen. Gleichzeitig rückt die Skalierbarkeit in den Fokus. Während die tatsächlichen Kosten für industrielle Humanoide derzeit zwischen 300.000 und 500.000 Yuan liegen, strebt die Industrie Zielkosten von 160.000 Yuan an.

Um die Autonomie der Systeme zu verbessern, investieren Unternehmen verstärkt in Datenfabriken. LG Electronics und Nvidia errichten derzeit eine entsprechende Infrastruktur in Seoul, um bis zum Jahresende 100.000 Stunden Trainingsdaten zu generieren.

Parallel dazu hat ein Forschungsteam der Peking-Universität unter der Leitung von Professor Zhou Daquan den Datensatz HumanNet veröffentlicht, der eine Million Stunden Videomaterial für das Training physischer KI umfasst.

Branchenanalysten gehen davon aus, dass künftig 50 bis 70 Prozent der produzierten Humanoiden primär für die Erzeugung und Validierung solcher Daten in Fabrikumgebungen eingesetzt werden könnten.

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