Lipödem-Behandlung: Fettabsaugung wird ab Juli Kassenleistung
16.06.2026 - 11:32:37 | boerse-global.de
Die Partner-API soll Online-Buchungen ohne manuelle Zwischenschritte direkt im Kalender der Praxissoftware anzeigen. Änderungen im Praxisplan werden umgehend an das Buchungsportal übertragen.
Die Entwickler versprechen sich davon eine deutliche Entlastung der Praxisteams. Eine Pilotphase seit April 2026 deutet auf eine Zeitersparnis von bis zu drei Stunden pro Woche hin. „Wir müssen Medienbrüche eliminieren, um die Effizienz im Praxisalltag zu steigern", sagt Jörg Sälzer, CCO von tinana. Auch Annika Jungnickel-Zickfeld von Doctolib betont die Bedeutung solcher Kooperationen für die Digitalisierung des Gesundheitssektors.
Politik treibt Digitalisierung und Bürokratieabbau voran
Anzeige: Ab Juli 2026 wird die Fettabsaugung bei Lipödem zur Kassenleistung – doch die Voraussetzungen sind streng. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, welche Schritte Sie jetzt gehen müssen, um die Kostenübernahme zu sichern. Jetzt Leitfaden anfordern
Die technische Vernetzung findet vor dem Hintergrund aktueller gesundheitspolitischer Debatten statt. Auf der 99. Gesundheitsministerkonferenz (GMK) Mitte Juni in Hannover verabschiedeten die Ressortchefs über 50 Beschlüsse. Im Zentrum standen Bürokratieabbau und die weitere Digitalisierung der Versorgung. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken nahm an den Beratungen teil. Schnellere Terminvergaben und die Weiterentwicklung des Primärversorgungssystems waren zentrale Themen.
Gleichzeitig steht die Finanzierung des Systems unter Druck. Ein Anfang Juni vorgestellter Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) zeigt die ökonomischen Herausforderungen. Um ein für 2027 erwartetes Defizit von über 7,5 Milliarden Euro in der sozialen Pflegeversicherung zu stabilisieren, sind umfassende Maßnahmen geplant. Experte Peter Koch vom Deutschen Pflegerat warnt vor den Auswirkungen auf Kliniken. Das GKV-Spargesetz könnte Belastungen von rund 5 Milliarden Euro bringen – das verschärfe den Fachkräftemangel und erhöhe das Risiko von Standortschließungen.
Kritik an Nutzerfreundlichkeit und Datenschutzfragen
Trotz digitaler Fortschritte gibt es kritische Stimmen. Ein Marktcheck des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) aus dem Frühjahr 2025 bemängelte Defizite bei der Nutzerfreundlichkeit von Doctolib und Jameda. Bei fast 20 Prozent der untersuchten Suchergebnisse waren damals keine Termine verfügbar. Über 40 Prozent der befragten Nutzer zeigten sich unzufrieden. Kritikpunkte: fehlende Alternativen zur Online-Buchung und die Nutzung von Daten für KI-Training.
Beim Datenschutz gibt es eine grundlegende Einordnung des französischen Conseil d'Etat aus März 2021. Demnach gilt das Hosting von Doctolib-Daten bei AWS als ausreichend geschützt – sofern die Speicherung in Europa erfolgt und die Verschlüsselung über eine unabhängige Drittpartei abgesichert ist. Für die Terminbuchung werden laut damaliger Entscheidung nur Identifikationsdaten verarbeitet, die nach drei Monaten gelöscht werden.
Neue Kassenleistungen und telemedizinische Regeln ab Juli
Die Versorgungslandschaft verändert sich durch neue gesetzliche Regelungen ab Juli 2026. Eine wesentliche Neuerung: Die Behandlung von Lipödemen wird zur Kassenleistung. Basierend auf einem G-BA-Beschluss aus Herbst 2025 wird die Fettabsaugung für alle Stadien übernommen. Voraussetzung ist eine mindestens sechsmonatige konservative Therapie ohne ausreichenden Erfolg. Die Diagnose müssen qualifizierte Fachärzte wie Phlebologen oder Lymphologen stellen.
Zudem gelten ab Juli strengere formale Anforderungen für die assistierte Telemedizin in Apotheken. Künftig ist eine schriftliche Vereinbarung mit eigenhändiger Unterschrift der Patienten erforderlich. Diese muss vier Jahre archiviert werden. Die Maßnahme soll den Zugang zu medizinischer Beratung für Menschen ohne eigene Endgeräte verbessern. Die rechtliche Verantwortung für die Richtigkeit der Patientenangaben bleibt bei den Versicherten.
