Logistik-Robotik: CJ Logistics und RLWRLD bündeln KI-Kräfte
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der südkoreanische Logistikkonzern CJ Logistics und das Technologieunternehmen RLWRLD bündeln ihre Kräfte bei der Automatisierung von Lager- und Lieferprozessen. Am Freitag, dem 18. September 2026, unterzeichneten Vertreter beider Unternehmen am RLWRLD-Hauptsitz im Seouler Bezirk Gangnam-gu eine strategische Absichtserklärung.
Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen sogenannte Roboter-Basismodelle (Robotics Foundation Models, RFM) und physische künstliche Intelligenz, die speziell für logistische Abläufe optimiert und gemeinsam kommerzialisiert werden sollen.
An der Unterzeichnung nahmen seitens CJ Logistics unter anderem Lee Jong-hun aus der Abteilung für künftiges Wachstum, Kim Jeong-hee vom TES Logistics Technology Research Institute sowie Yoon Dong-wook aus dem strategischen Planungsbüro teil.
RLWRLD wurde durch Unternehmenschef Ryu Jung-hee, Lee Gang-wook und Chefstratege Ahn Ji-yun vertreten. Das Abkommen knüpft an eine Vereinbarung aus dem November des vergangenen Jahres an, in deren Rahmen CJ Logistics eine Beteiligung an RLWRLD erworben hatte.
Klare Aufgabenverteilung zwischen Software und operativer Praxis
Die geplante Kooperation sieht eine arbeitsteilige Struktur vor. CJ Logistics stellt praxisnahe Betriebsdaten aus den Bereichen Expressversand, Fulfillment und Kühlkette bereit.
Zudem definiert das Logistikunternehmen die Automatisierungsanforderungen für den Standortbetrieb und übernimmt die Auslegung sowie die Validierung konkreter Leistungskriterien. RLWRLD konzentriert sich im Gegenzug auf die technische Umsetzung, das Training der Roboter-Basismodelle und die Programmierung der Steuerungssoftware für die physische KI.
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Zu den Kernprojekten von RLWRLD gehört das Modell RLDX-1 (RealDex One). Dieses System verarbeitet Bild- und Sensordaten, um reale Umgebungen zu erfassen und zu interpretieren, wobei der Schwerpunkt auf feinmotorischer Geschicklichkeit und der physischen Manipulation von Objekten liegt.
Feldtests und universelle humanoide Roboter
In einem ersten Schritt sind Machbarkeitsstudien an operativen Logistikstandorten vorgesehen. Dazu gehört die Feldvalidierung bei der Paketsortierung, bei der Roboter Versandetiketten präzise ausrichten sollen. Parallel dazu werden Daten über exakte Hand- und Greifbewegungen gesammelt, um die Modelle weiter zu trainieren.
CJ Logistics verfügt bereits über praktische Vorerfahrungen mit solchen Systemen: Im Logistikzentrum von CJ Olive Young im südkoreanischen Yangji (Yongin, Provinz Gyeonggi) setzt das Unternehmen zwei zweiarmige humanoid Roboter ein, die Polstermaterial in Versandkartons einlegen.
Nach Unternehmensangaben handelte es sich dabei um die branchenweit erste Anwendung dieser Art an einem regulären Logistikstandort. Künftig sollen humanoide Roboter auch bei der Kommissionierung, der Sortierung sowie bei Inspektionsaufgaben eingesetzt werden, mit der langfristigen Perspektive eines universell einsetzbaren Logistik-Humanoiden.
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Kommerzialisierung als Servicemodell und globale Expansion
Nach erfolgreichen Praxistests wollen die Partner das System schrittweise auf weitere Prozesse ausweiten. Das übergeordnete Ziel bildet der Aufbau eines Dienstleistungsmodells nach dem Prinzip Logistik als Service (Logistics-as-a-Service, LaaS). Dieses soll die gesamte Kette von der Auftragsabwicklung über die Lagerhaltung, das Picking und Packing bis hin zum Versand, Retourenmanagement und der begleitenden Datenanalyse abdecken.
Gleichzeitig peilen die Partner den weltweiten Markt an. Geplant sind gemeinsame Vertriebsinitiativen und Auslandspartnerschaften, bei denen das internationale Netzwerk von RLWRLD mit der operativen Marktexpertise von CJ Logistics verknüpft werden soll.
Lee Jong-hun betonte laut einem Bericht der südkoreanischen Presse, dass die vorhandene Infrastruktur und die operativen Standortdaten hervorragende Bedingungen für das Training von KI böten.
RLWRLD-Chef Ryu Jung-hee erklärte, dass ein wettbewerbsfähiges Modell für den Weltmarkt auf kontinuierliche Rückmeldungen aus dem laufenden Praxisbetrieb angewiesen sei, um die Fähigkeiten der Systeme stetig weiterzuentwickeln.
