Logistik-Standards: GS1 erweitert Rahmen um Co-Packing-Bereich
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am 31. Juli 2026 hat die Standardisierungsorganisation GS1 Germany eine grundlegend überarbeitete Fassung der Anwendungsempfehlung „Informationsfluss Logistik“ vorgestellt. Die Aktualisierung zielt darauf ab, den digitalen Datenaustausch innerhalb der Logistikbranche signifikant zu vereinfachen und technologische Hürden abzubauen. Mit der Einbeziehung neuer Geschäftsbereiche reagiert die Organisation auf die steigenden Anforderungen an eine lückenlose und vernetzte Supply Chain.
Erweiterung des Rahmens um den Bereich Co-Packing
Die neugestaltete Empfehlung zeichnet sich durch eine umfassende Neustrukturierung aus, die den gesamten logistischen Zyklus abbildet. Während bisher vor allem die Kernbereiche Transport und Lagerhaltung (Warehousing) im Fokus standen, wurde das Rahmenwerk nun erstmals um das Segment Co-Packing erweitert.
Dieser Schritt trägt der wachsenden Bedeutung von Mehrwertdienstleistungen Rechnung, bei denen Waren für den Handel konfektioniert oder umverpackt werden. Durch die Integration in die offizielle Anwendungsempfehlung erhalten Unternehmen erstmals standardisierte Leitlinien für den digitalen Informationsfluss in diesem spezialisierten Teilbereich. Dies soll die Prozesssicherheit erhöhen, da beteiligte Partner nun auf einheitliche Datenstrukturen zurückgreifen können.
Effizienzsteigerung und Reduzierung von Medienbrüchen
Ein zentrales Ziel der Überarbeitung ist die Optimierung von EDI-Nachrichten (Electronic Data Interchange). Der elektronische Datenaustausch gilt als Rückgrat der modernen Logistik, wird jedoch in der Praxis oft durch heterogene Systemlandschaften erschwert. Die neuen Vorgaben von GS1 Germany setzen hier an, um den Nachrichtenfluss effizienter zu gestalten und die Anzahl der Medienbrüche zu minimieren.
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Wenn Informationen ohne manuelle Eingriffe oder Formatkonvertierungen zwischen den Systemen von Verladern, Logistikdienstleistern und Empfängern fließen können, sinkt das Fehlerrisiko erheblich. Die überarbeiteten Standards sollen sicherstellen, dass relevante Daten zu Sendungen, Beständen und Aufträgen in Echtzeit und in hoher Qualität zur Verfügung stehen.
Perspektiven zur digitalen Transformation der Lieferkette
Verantwortliche Experten von GS1 Germany unterstrichen Ende Juli die strategische Relevanz dieser Neuerungen für die Branche. Ein Senior Manager für Supply Chain Management erläuterte, dass die Reduzierung von Komplexität im Zentrum der Bemühungen gestanden habe. Die aktualisierten Empfehlungen sollen demnach als Blaupause dienen, um logistische Schnittstellen transparenter zu gestalten und die Reaktionsgeschwindigkeit der Marktteilnehmer zu erhöhen.
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Ergänzend wies ein Senior Manager für Master Data und Data Exchange darauf hin, dass eine konsequente Standardisierung der Nachrichtenformate die Grundvoraussetzung für die weitere Digitalisierung und Automatisierung in der Logistik sei. Nur durch eine harmonisierte Datenbasis könne der Informationsfluss mit der physischen Warenbewegung Schritt halten. Die Neufassung der Anwendungsempfehlung schaffe hierfür das notwendige technische Fundament, um die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren der Wertschöpfungskette nachhaltig zu verbessern.
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