Lohnquote, Tiefstand

Lohnquote auf Tiefstand: 52,8 Prozent seit 1947 nicht mehr

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 18:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die US-Produktivität legte im zweiten Quartal zu, während Reallöhne und Lohnquote sanken. Im verarbeitenden Gewerbe fiel der Effizienzgewinn höher aus.

US-Produktivität steigt im zweiten Quartal 2026 auf 1,4 Prozent
Eine weitläufige, moderne Industriehalle mit blanken Betonböden und natürlichem Lichteinfall durch hohe Fenster. Illustration mit AI erstellt.

Das US-Arbeitsministerium hat neue Daten zur wirtschaftlichen Effizienz für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Wie aus dem jüngsten Bericht hervorgeht, stieg die nichtlandwirtschaftliche Produktivität in diesem Zeitraum annualisiert um 1,4 Prozent. Damit verzeichnete die US-Wirtschaft eine Beschleunigung gegenüber dem ersten Quartal 2026, für das ein Wachstum von 0,8 Prozent ausgewiesen wurde. Die aktuellen Ergebnisse liegen im Rahmen der Markterwartungen.

Produktion übertrifft Zuwachs bei Arbeitsstunden

Der Anstieg der Produktivität im zweiten Quartal stützt sich primär auf eine deutliche Ausweitung der Produktion. Diese legte laut den offiziellen Zahlen um 1,7 Prozent zu. Demgegenüber stand ein moderater Zuwachs bei den geleisteten Arbeitsstunden, die lediglich um 0,3 Prozent stiegen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergibt sich für die Produktivität ein Plus von 2,2 Prozent.

In der Betrachtung der Gesamtwirtschaft (total business) weist die Statistik für das zweite Quartal 2026 ein Produktivitätswachstum von 1,2 Prozent aus. Diese Kennzahlen verdeutlichen eine anhaltende Effizienzsteigerung in den US-Unternehmen, wobei der Ausstoß schneller wächst als der personelle Einsatz.

Lohnstückkosten nach unten revidiert

Parallel zur Produktivitätsentwicklung wurden auch die Daten zu den Einheitsarbeitskosten aktualisiert. Hier korrigierte das Ministerium den Wert für das zweite Quartal 2026 leicht nach unten.

Statt des ursprünglich gemeldeten Anstiegs von 1,3 Prozent wird nun ein Plus von 1,2 Prozent ausgewiesen. Im ersten Quartal des Jahres hatte die Steigerungsrate ebenfalls bei 1,3 Prozent gelegen. Im Vorjahresvergleich kletterten die Einheitsarbeitskosten um 1,4 Prozent.

Die nominalen Stundenlöhne verzeichneten im zweiten Quartal einen Zuwachs von 2,6 Prozent. Inflationsbereinigt ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Die realen Stundenlöhne, gemessen am Consumer Price Index (CPI), sanken im Quartalsvergleich um 3,3 Prozent. Über einen Zeitraum von vier Quartalen betrachtet steht bei den Reallöhnen ein leichter Rückgang von 0,1 Prozent zu Buche.

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Historischer Tiefstand bei der Lohnquote

Ein wesentlicher Aspekt des Berichts betrifft die Verteilung der Wertschöpfung. Die sogenannte Lohnquote, die den Anteil des Arbeitnehmerentgelts am Gesamteinkommen beschreibt, sank im zweiten Quartal 2026 auf 52,8 Prozent. Nach Angaben des Ministeriums ist dies der niedrigste Stand, der seit dem ersten Quartal 1947 in dieser Statistik verzeichnet wurde.

Besonders deutlich zeigten sich diese Verschiebungen im Bereich der nichtfinanziellen Unternehmen. Während die Produktivität in diesem Sektor um 2,2 Prozent stieg, legten die Stückgewinne auf annualisierter Basis massiv um 43,0 Prozent zu.

Dynamik im verarbeitenden Gewerbe

Das verarbeitende Gewerbe zeigte sich im zweiten Quartal besonders effizient. Die Produktivität in diesem Sektor wurde deutlich nach oben revidiert und stieg um 2,4 Prozent, nachdem in einer ersten Schätzung lediglich ein Plus von 1,9 Prozent angenommen worden war. Infolge dieser Entwicklung sanken die Einheitsarbeitskosten im verarbeitenden Gewerbe um 0,3 Prozent.

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Innerhalb der Branche gab es unterschiedliche Schwerpunkte: Während die Produktion langlebiger Güter eine Produktivitätssteigerung von 3,6 Prozent verzeichnete, betrug der Zuwachs bei nicht langlebigen Gütern 2,1 Prozent.

Das US-Arbeitsministerium kündigte bereits die Veröffentlichung der nächsten Daten an. Der Bericht für das dritte Quartal 2026 soll planmäßig am 5. November 2026 erscheinen.

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