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Long Covid: Mikrobiom in Mund und Lunge hängt mit Brain Fog zusammen

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 09:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nasenabstriche und mikrobielle Profile zeigen diagnostisches Potenzial, benötigen aber weitere Prüfung in größeren Studien.

Parkinson und Long Covid: Forschung prüft neue Biomarker
Ein steriles Labor-Setting mit einer Petrischale auf einer Edelstahloberfläche, symbolisch für die medizinische Forschung. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Teams arbeiten an neuartigen Methoden, um schwerwiegende Erkrankungen wie Parkinson oder Long Covid künftig früher und verlässlicher zu erkennen. Im Fokus der aktuellen Forschung stehen dabei biologische Veränderungen im Körpergeruch sowie die mikrobielle Zusammensetzung der Atemwege.

Neue Studienansätze zeigen, wie spezifische Biomarker aus Abstrichen oder mikrobiologische Signaturen Aufschluss über den Gesundheitszustand und den Verlauf komplexer Krankheitsbilder geben können.

Spektroskopie analysiert flüchtige organische Verbindungen

Einen technischen Ansatz zur Identifizierung charakteristischer Geruchsstoffe verfolgen das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) und die Technische Universität Dresden. Die Forschenden setzen auf die laserbasierte photoakustische Spektroskopie (LPAS), um flüchtige organische Verbindungen (VOCs) in Körperabstrichen präzise zu messen.

Untersucht wurden Proben aus dem vorderen Nasenbereich, dem Bauchnabel sowie der Ohrmuschel. Dabei erwies sich der Nasenabstrich als besonders vielversprechend für die Erfassung relevanter Signalmuster.

Die zugrunde liegende Machbarkeitsstudie umfasste 24 Probanden aus der sogenannten SMELLODI-Studie. Die Kohorte setzte sich aus sechs gesunden Kontrollpersonen sowie jeweils sechs Personen mit Parkinson, einer COVID-19-Infektion und weiteren Krankheitsbildern zusammen. Ergänzend wurden drei weitere Parkinson-Proben im Abstand von zwei Wochen analysiert.

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Wie das Forschungsteam in der Fachzeitschrift Scientific Reports darlegt, ersetzt das Verfahren derzeit noch keine ärztliche Diagnose. Um die Zuverlässigkeit und klinische Anwendbarkeit der Technologie weiter zu überprüfen, seien größere Studien mit umfangreicheren Datensätzen erforderlich.

Mikrobiom in Mund und Lunge liefert Hinweise auf Long Covid

Einen anderen diagnostischen Pfad untersucht die University of Dundee im Rahmen der PHOSP-COVID-Studie. Die Forschenden konnten feststellen, dass Patienten mit Long Covid eine veränderte Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft in Mund und Lunge aufweisen.

Die im European Respiratory Journal veröffentlichte Untersuchung stützt sich auf Speichel- und Sputumproben, die sechs Monate nach der Entlassung aus dem Krankenhaus entnommen und mittels DNA-Sequenzierung analysiert wurden.

Vor allem bei sehr schweren Verläufen von Long Covid zeigten sich deutliche Unterschiede im Mikrobiom beider Bereiche. Die Abweichungen standen in direktem Zusammenhang mit einer reduzierten Lungenfunktion, neurokognitiven Symptomen wie Konzentrationsstörungen, Gedächtnisproblemen und sogenanntem Brain Fog sowie verschiedenen Darmbeschwerden, darunter Schmerzen, Übelkeit, Durchfall und Appetitlosigkeit.

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Unter der Leitung von Dr. Daniela Alferes de Lima Headley und Prof. James Chalmers identifizierte das Team eine übermäßige Präsenz von Milchsäure produzierenden Bakterien, die zudem mit erhöhten Entzündungszeichen im Blut einherging.

Auch wenn die genauen Ursachen von Long Covid laut der University of Dundee weiterhin unklar bleiben, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass mikrobielle Profile wichtige Biomarker für das Verständnis und die Diagnostik der Spätfolgen liefern könnten.

Mehr zum Thema bei WELT: „Corona-Folgen: Diese Veränderung im Mikrobiom der Lunge deutet auf Long Covid hin“

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