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Long Covid: Studie mit 771 Erwachsenen verknüpft Mikrobiom und Beschwerden

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 16:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei 771 Erwachsenen standen bakterielle Profile in Mund und Lunge mit unterschiedlichen Long-Covid-Symptomen in Zusammenhang; die Ursache bleibt ungeklärt.

Long Covid: Studie verknüpft Mikrobiom-Muster mit Beschwerden
Eine leere Petrischale auf einem Labortisch, die die wissenschaftliche Erforschung des menschlichen Mikrobioms symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Veränderungen der mikrobiellen Besiedlung des menschlichen Körpers stehen zunehmend im Fokus der medizinischen Forschung. Eine im Oktober 2026 im Fachjournal European Respiratory Journal publizierte Untersuchung der University of Dundee und des PHOSP-COVID-Konsortiums liefert nun detaillierte Einblicke in die Zusammenhänge zwischen bakteriellen Mustern und anhaltenden Beschwerden nach einer Coronavirus-Infektion.

Den Ergebnissen zufolge weisen Personen mit Long Covid deutliche Unterschiede im Bakterienmix von Mundhöhle und Lunge auf, die eng mit respiratorischen, kognitiven sowie gastrointestinalen Symptomen verknüpft sind.

Studiendesign und Einteilung der Schweregrade

Für die Untersuchung analysierte das Forschungsteam Daten von 771 Erwachsenen, die zwischen Februar 2020 und März 2021 wegen einer COVID-19-Erkrankung in einer von 38 beziehungsweise 83 Kliniken im Vereinigten Königreich stationär versorgt worden waren. Das Durchschnittsalter der Kohorte lag bei 57,5 Jahren, der Frauenanteil betrug 38,5 Prozent.

Fünf Monate nach der Entlassung aus dem Krankenhaus erfolgte eine Einteilung der Probanden in vier Gruppen basierend auf der Schwere ihrer Symptome. Die Einstufung reichte von sehr schweren Verläufen mit physischen, mentalen und kognitiven Einschränkungen über schwere Fälle mit mentalen und physischen Problemen ohne kognitive Defizite sowie moderate Fälle mit primär kognitiven Symptomen bis hin zu milden Verläufen.

Sechs Monate nach dem Klinikaufenthalt entnahmen die Forschenden Speichel- und Sputumproben, die mittels DNA-Sequenzierung und RNA-Analysen auf ihre mikrobielle Zusammensetzung hin überprüft wurden.

Spezifische Profile für unterschiedliche Beschwerden

Die Auswertungen zeigten, dass schwere Long-COVID-Fälle eine deutlich weniger diverse Mundmikrobiota aufwiesen als milde Krankheitsverläufe. Die stärksten Abweichungen im Mikrobiom von Mund und Lunge traten bei der sehr schweren Gruppe auf. Bei diesen Betroffenen zählten Atemnot, Fatigue, eine eingeschränkte Lungenfunktion sowie eine verringerte Belastbarkeit zu den am häufigsten dokumentierten Symptomen.

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Auffällig war zudem die Verknüpfung konkreter mikrobieller Signaturen mit bestimmten Krankheitszeichen. So waren neurokognitive Einschränkungen wie Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen oder sogenannter Brain Fog ebenso wie eine verringerte Lungenfunktion jeweils mit charakteristischen oralen Mikrobiota-Profilen assoziiert.

Magen-Darm-Beschwerden wie Schmerzen, Übelkeit, Durchfall und Appetitverlust ließen sich hingegen mit einem spezifischen Profil im Sputum in Verbindung bringen. Zudem zeigte sich, dass ein Übermaß an Milchsäurebakterien bei anhaltenden Beschwerden mit Entzündungszeichen in Blutproben sowie schlechteren klinischen Ergebnissen korrelierte.

Diagnostische Perspektiven und offene Fragen

Auf Basis der Resultate könnte Long Covid künftig womöglich allein anhand der Mikrobiome in Lunge und Mund identifiziert werden, wie die Autoren darlegen.

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Die Studie entstand unter der Leitung von Studienleiter Prof. James Chalmers und Erstautorin Dr. Daniela Alferes de Lima Headley an der University of Dundee. Gefördert wurden die wissenschaftlichen Arbeiten durch das National Institute for Health and Care Research (NIHR) und UK Research and Innovation.

Trotz der klaren Korrelationen bleiben grundlegende Kausalitätsfragen offen. Bislang ist unklar, ob die festgestellten Veränderungen der Bakteriengemeinschaften bereits vor der ursprünglichen Infektion bestanden und das Risiko für Spätfolgen erhöhten, oder ob sie erst in der Folge der Erkrankung entstanden sind.

Mehr zum Thema bei t-online: „Studie: Mikrobiom in Mund und Atemwegen hängt mit Long Covid zusammen“

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