Lp(a)-Test: Bei 20 Prozent der Bevölkerung ist der Wert genetisch erhöht
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 18:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Viele chronische Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen entwickeln sich ĂŒber Jahre hinweg ohne spĂŒrbare Symptome. Um sogenannte stille Risiken frĂŒhzeitig aufzudecken, empfiehlt der PrĂ€ventionsmediziner Dr. Hadi Saleh eine jĂ€hrliche Kontrolle spezifischer Laborwerte.
Zu den zentralen Parametern zĂ€hlen der NĂŒchternblutzucker, das NĂŒchterninsulin zur Ermittlung des HOMA-Indexes sowie das Langzeitblutzucker-MaĂ HbA1c fĂŒr einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten. ErgĂ€nzt werden sollte diese Diagnostik durch Nieren- und Leberwerte sowie ein umfassendes Lipidprofil, das neben LDL- und HDL-Cholesterin sowie Triglyceriden auch Apolipoprotein B (ApoB) erfasst.
LĂŒcken in der Routine und genetische Risikofaktoren
WĂ€hrend grundlegende Blutuntersuchungen in der medizinischen Versorgung verbreitet sind, gehören wichtige Zielwerte wie ApoB oder HbA1c bislang nicht standardmĂ€Ăig zur Routinevorsorge. Auch das Lipoprotein(a), kurz Lp(a), bleibt bei herkömmlichen Tests oft unberĂŒcksichtigt. Fachleute raten dazu, diesen Wert mindestens einmal im Leben labordiagnostisch bestimmen zu lassen.
Bei rund 20 Prozent der Bevölkerung liegen genetisch bedingt erhöhte Lp(a)-Spiegel vor, was die Gefahr fĂŒr Herzinfarkte und SchlaganfĂ€lle steigert. Vor diesem Hintergrund fordert der Kölner Kardiologe Dr. Christopher Schneeweis, die Bestimmung von Lp(a) als regulĂ€re Kassenleistung zu verankern.
FĂŒr gesetzlich Krankenversicherte gelten derzeit feste Regelungen: Erwachsene im Alter zwischen 18 und 35 Jahren haben Anspruch auf einen einmaligen Check-up. Ab dem 35. Lebensjahr können Versicherte alle drei Jahre eine Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen, die Blutfette und den NĂŒchternblutzucker umfasst. Liegt ein erhöhtes Risiko vor, ist eine Kontrolle nach drei Monaten und anschlieĂend in halbjĂ€hrlichem Turnus vorgesehen.
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Risikofaktor PrĂ€diabetes und das Potenzial frĂŒher Interventionen
Die Bedeutung einer engmaschigen Stoffwechseldiagnostik spiegelt sich in den Erkrankungszahlen wider. Nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) leben in Deutschland ĂŒber 9 Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes; der Deutsche Gesundheitsbericht Diabetes 2026 beziffert die Zahl auf mindestens 9,3 Millionen Betroffene. Die damit verbundenen Ausgaben im deutschen Gesundheitssystem beliefen sich fĂŒr das Jahr 2024 auf geschĂ€tzte rund 36 Milliarden Euro.
Die Fachgesellschaft rÀt daher dazu, das individuelle GefÀhrdungspotenzial rechtzeitig zu ermitteln und bestehende Zeitfenster zur PrÀvention konsequent zu nutzen. Laut der DDG lÀsst sich PrÀdiabetes in sechs unterschiedliche Typen unterteilen, die mit variierenden Risiken einhergehen.
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Gezielte Lebensstilinterventionen können das Fortschreiten der Erkrankung bei Hochrisiko-PrĂ€diabetes messbar verlangsamen: Sie fĂŒhrten zu einer relativen Reduktion des Leberfetts um 24 Prozent, bei intensiver Ausgestaltung sogar um 37 Prozent.
Teilnehmende, die eine Gewichtsreduktion erzielten und normalisierte Blutzuckerwerte erreichten, wiesen zwei Jahre nach der Intervention ein um 73 Prozent geringeres Risiko fĂŒr die Manifestation eines Typ-2-Diabetes auf.
