Lumma, Stealer

Lumma Stealer: Malware nutzt Kinostart für Wallet-Diebstahl

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 17:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Cyberkriminelle verbreiten mit gefälschten „The Odyssey“-Kopien den Lumma-Stealer. Die Malware zielt auf Passwörter, Cookies und Krypto-Wallets ab.

Lumma-Stealer-Kampagne nutzt „The Odyssey“-Raubkopien für Datendiebstahl
Nahaufnahme eines Laptops mit verdächtigen ausführbaren Dateien in einem dunklen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher warnen vor einer neuen Kampagne des sogenannten Lumma Stealers, die den aktuellen Kinostart des Films „The Odyssey“ instrumentalisiert.

Wie das Sicherheitsunternehmen Bitdefender berichtet, werden gefälschte Raubkopien verbreitet, die statt des erwarteten Filmmaterials eine Schadsoftware enthalten. Diese tarnt sich als hochauflösender Video-Rip in Formaten wie WEBRip oder Blu-ray, zielt jedoch auf den Diebstahl sensibler Informationen ab.

Nach Angaben der Experten von Bitdefender umfasst das Beutespektrum der Malware Passwörter, Browser-Cookies, Zahlungsdaten sowie Zugangsdaten zu Krypto-Wallets. Ein besonderes Risiko stelle die Methode dar, Browser-Sitzungscookies zu entwenden. Dies ermöglicht es den Angreifern, selbst eine aktivierte Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) zu umgehen, indem sie aktive Sitzungen kapern.

Technisch verbirgt sich die Malware in ausführbaren Dateien mit der Endung .exe, die für unbedarfte Nutzer wie Video-Dateien wirken können. Bitdefender habe in diesem Zusammenhang bereits die C2-Domains (Command and Control) auditva[.]cyou und logmabx[.]click blockiert.

Parallelen zu früheren Kampagnen

Die aktuelle Angriffswelle steht in einer Reihe mit früheren Aktivitäten der Malware-Entwickler. Bitdefender verwies auf eine ähnliche Kampagne aus dem Jahr 2025, bei der Raubkopien von „Mission: Impossible“ als Köder genutzt wurden. Bereits im Mai 2025 gelang es dem Sicherheitsunternehmen nach eigenen Angaben, rund 2.300 Domains im Zusammenhang mit Lumma-Stealer-Kampagnen zu zerschlagen.

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Auch andere Branchenakteure beobachten die aktuelle Lage. Ein Experte von Malwarebytes warnte vor Piraterie-Betrug im Umfeld von „The Odyssey“ und berichtete, dass bereits innerhalb weniger Stunden nach dem Kinostart erste Scams entdeckt wurden.

Dazu gehören gefälschte Browser-Warnungen und betrügerische Downloads. Es wurde klargestellt, dass .exe-Dateien unter keinen Umständen sichere Video-Downloads darstellen.

Kaspersky identifizierte zudem mehrsprachige Varianten gefälschter Streaming-Seiten, die darauf ausgelegt sind, Kreditkartendaten der Nutzer zu entwenden. In diesem Kontext warnte auch die US-Handelsbehörde FTC vor den Gefahren durch Malware bei vermeintlich kostenlosen Streaming-Angeboten.

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Reaktion des Filmstudios und wirtschaftlicher Erfolg

Die betroffene Produktionsgesellschaft Universal reagierte umgehend auf den Leak von „The Odyssey“. Durch gezielte Takedown-Maßnahmen konnten die meisten illegalen Kopien bis zum Sonntagmorgen aus dem Netz entfernt werden. Trotz der versuchten Piraterie verzeichnet der Film einen beachtlichen kommerziellen Erfolg.

Am zweiten Wochenende erzielte die Produktion einen Umsatz von 87 Millionen US-Dollar, was das bisher beste Ergebnis einer zweiten Woche für ein Werk von Regisseur Christopher Nolan darstellt. Besonders Premium-Formate wie Imax, PLF und 70MM trugen mit einem Anteil von 57 Prozent maßgeblich zu diesem Ergebnis bei.

Um sich vor derartigen Bedrohungen zu schützen, empfehlen Sicherheitsforscher die ausschließliche Nutzung legaler Streaming-Dienste. Zudem sollten Anwender die Anzeige von Dateiendungen in ihren Betriebssystemen aktivieren, um getarnte ausführbare Programme rechtzeitig zu erkennen. Ziel der Angreifer sei es insbesondere, über den Verteilungsvektor illegaler Downloads an private Schlüssel von Bitcoin-Wallets zu gelangen.

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de | wissenschaft | 69960008 |