LummaStealer, Malware

LummaStealer: Malware nutzt Odyssee-Film für Datendiebstahl

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 16:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fake-Downloads und Streaming-Fallen zum Film „Odyssee“ verbreiten den Datendieb LummaStealer. Sicherheitsfirmen warnen vor massiven Datenabgriffen.

Cyberkriminelle nutzen „Odyssee“-Hype für LummaStealer-Angriffe
Ein Laptop-Bildschirm in einem abgedunkelten Raum zeigt eine verdächtige Datei-Download-Anfrage. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher und Fachmedien warnen aktuell vor einer großangelegten Cyber-Kampagne, die das hohe öffentliche Interesse an Christopher Nolans aktuellem Kinofilm „Odyssee“ ausnutzt. Kriminelle Akteure versuchen dabei, Nutzer durch gefälschte Film-Downloads und manipulierte Streaming-Angebote zur Installation von Schadsoftware zu bewegen. Im Zentrum der Angriffe steht der sogenannte LummaStealer, eine Malware, die auf den Diebstahl sensibler persönlicher Informationen spezialisiert ist.

Tarnung als Raubkopie und manipulierte Dateiformate

Nach Erkenntnissen von Sicherheitsdiensten wie Bitdefender und Kaspersky verbreiten die Hintermänner die Schadsoftware über Portale, die vorgeben, kostenlose Kopien des Films anzubieten. Da das Werk bisher nicht offiziell auf digitalen Plattformen verfügbar ist, nutzen Angreifer diese Lücke im legalen Angebot gezielt aus. Der Film hat weltweit bereits über 1.000 Mio. US-Dollar eingespielt, was die Attraktivität für solche Betrugsmaschen deutlich erhöht.

Die Infektion erfolgt häufig über präparierte Dateien, die Bezeichnungen wie „1080p WEBRip“ oder „Blu-ray“ tragen. In Wirklichkeit handelt es sich dabei jedoch um ausführbare Windows-Dateien mit der Endung „.exe“. Um den Betrug zu verschleiern, versehen die Kriminellen diese Dateien oft mit einem Symbol, das dem populären VLC Media Player nachempfunden ist. Ein Malware-Experte erklärte dazu, dass Dateinamen wie „The Odyssey 2160pHD (2026) EngSubs EZTV.exe“ ein klares Warnsignal für Nutzer sein sollten. Werden diese Dateien gestartet, wird im Hintergrund die Schadsoftware LummaStealer installiert, ohne dass der versprochene Film abgespielt wird.

Umfangreicher Datendiebstahl durch LummaStealer

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Die Auswirkungen einer Infektion sind gravierend. Laut Berichten von Bitdefender und weiteren Sicherheitsportalen ist der LummaStealer darauf ausgelegt, eine Vielzahl sensibler Daten direkt aus dem System des Opfers zu extrahieren. Dazu gehören neben im Browser gespeicherten Passwörtern und Cookies auch Kreditkarteninformationen sowie sonstige Bezahldaten.

Zusätzlich geraten Krypto-Wallets, Remote-Desktop-Zugänge und private Dokumente in den Fokus der Angreifer. Auch Informationen aus Nachrichten-Apps und der gesamte Browser-Verlauf können von der Malware ausgelesen und an die Server der Kriminellen übermittelt werden. Neben dem direkten Download über Filesharing-Netzwerke setzen die Täter auch auf sogenanntes Malvertising – infizierte Werbeanzeigen, die Nutzer auf präparierte Webseiten leiten.

Betrugsmaschen bei Streaming-Portalen und Prävention

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Über den direkten Dateidownload hinaus identifizierte Kaspersky zudem betrügerische Streaming-Webseiten. Diese fordern Nutzer zur Registrierung für eine vermeintlich kostenlose Testphase auf. Ziel dieser Masche ist es, persönliche Daten sowie Bankverbindungen abzugreifen. Ein Experte von Kaspersky riet in diesem Zusammenhang zur besonderen Vorsicht bei Angeboten, die zu gut erscheinen, um wahr zu sein.

Branchenkenner beobachten, dass diese Vorgehensweise kein neues Phänomen ist. Bereits im vergangenen Jahr gab es eine vergleichbare Kampagne im Umfeld des Films „Mission: Impossible – The Final Reckoning“. Experten empfehlen daher dringend, für den Filmgenuss ausschließlich offizielle Streaming-Dienste und Plattformen zu nutzen.

Um sich vor der aktuellen Bedrohung zu schützen, sollten Nutzer in den Windows-Systemeinstellungen die Anzeige von Dateiendungen aktivieren, um ausführbare Programme (.exe) sofort identifizieren zu können. Zudem wird die Verwendung von Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) sowie der Einsatz aktueller Sicherheitssoftware empfohlen, um unbefugte Zugriffe auf Konten und sensible Daten zu erschweren.

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