Lungenfibrose, Rheuma

Lungenfibrose bei Rheuma: Kontrollen alle drei bis sechs Monate empfohlen

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 07:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Experten betonen regelmäßige Lungenuntersuchungen bei rheumatischen Erkrankungen; in Korea wurde Nerandomilast für IPF zugelassen.
Ein moderner, leerer medizinischer Untersuchungsraum mit einem Computertomographen in einer Klinik. Illustration mit AI erstellt.

Bei Autoimmunerkrankung-assoziierter interstitieller Lungenerkrankung (CTD-ILD) spielen eine frühzeitige Diagnose und die Verlangsamung des Lungenfunktionsverlusts eine zentrale Rolle, da ein einmal aufgetretener fibrotischer Umbau des Gewebes irreversibel ist. Dies betonte Hwang Ji-won, Professor für Rheumatologie am Kyung-Hee-Universitätsklinikum, auf einem Seminar der Koreanischen Blutkrebsgesellschaft, wie dailypharm.com am 20. Oktober 2026 berichtete.

Laut Hwang hat etwa ein Drittel der Patienten mit interstitieller Lungenerkrankung (ILD) möglicherweise eine zugrundeliegende rheumatische Erkrankung. Aus diesem Grund komme der kontinuierlichen Überwachung betroffener Personengruppen eine erhebliche Bedeutung zu.

Diagnostik und engmaschige Verlaufskontrollen

Für Patienten mit systemischer Sklerose und Mischkollagenose empfahl Hwang regelmäßige Kontrollen des Lungenstatus in Intervallen von allen drei bis sechs Monaten. Die klinische Diagnostik stütze sich dabei auf die hochauflösende Computertomographie (HRCT) sowie auf Lungenfunktionstests, insbesondere die Messung der forcierten Vitalkapazität (FVC) und der Diffusionskapazität für Kohlenmonoxid (DLCO).

Auch andere Experten heben den Stellenwert einer frühzeitigen Abklärung hervor. Wang Jin-zhou, Vize-Präsident und Thoraxspezialist am Kaohsiung Chang Gung Memorial Hospital, stellte fest, dass viele Patienten erst spät diagnostiziert werden.

Eine Früherkennung verbessere die Prognose, während neue Therapieoptionen die Motivation für eine rechtzeitige Untersuchung erhöhten, wie udn.com am 19. Oktober 2026 berichtete. Zudem erfordere Lungenfibrose eine multidisziplinäre Diagnose unter Einbindung von Thoraxmedizin, Rheumatologie, Pathologie und Radiologie.

Dieses Vorgehen entwickle sich zu einem Krankheitsmanagement-Modell ähnlich der Versorgung bei Lungenkrebs. Zur Förderung von Aufklärung, Vernetzung und Selbstmanagement soll im Jahr 2026 die taiwanische Lungenfibrose-Patientenvereinigung gegründet werden.

Differenzierte Therapieansätze und neue Wirkstoffe

Therapeutisch richtet sich das Vorgehen nach den Krankheitsmechanismen: Hwang führte aus, dass Immunmodulatoren primär bei entzündlichen Prozessen zum Einsatz kommen, während fibrotische Veränderungen mit Antifibrotika behandelt werden.

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Auf dem Gebiet der medikamentösen Therapie verzeichnete die Zulassungslandschaft jüngst Bewegung: Am 15. Oktober 2026 wurde in Korea das neue Antifibrotikum Nerandomilast (Handelsname Jascad), ein PDE4B-Inhibitor, für die idiopathische Lungenfibrose (IPF) zugelassen. Hwang verwies zudem darauf, dass derzeit eine Phase-3-Studie zur progressiven pulmonalen Fibrose (PPF) läuft.

Initiativen zur Sensibilisierung Betroffener

Parallel zu den klinischen Fortschritten laufen Aufklärungsinitiativen, um das Bewusstsein für pulmonale Komplikationen bei Grunderkrankungen des Immunsystems zu schärfen.

Die Vereinigung APAA (Asocia?ia Pacien?ilor cu Afec?iuni Autoimune) startete ab dem 17. September 2026 eine Informationskampagne zur idiopathischen Lungenfibrose sowie zum Lungenfibroserisiko bei rheumatologischen Erkrankungen, wie agerpres.ro am 20. Oktober 2026 berichtete. Die Kampagne läuft von September bis November 2026 und führt den bereits 2025 verfolgten Ansatz fort.

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Ziel der über die Verbandskanäle verbreiteten Materialien ist es, Patienten mit autoimmunen und rheumatologischen Erkrankungen über eine mögliche Lungenbeteiligung zu informieren und für frühe Symptome wie Luftnot, anhaltenden Husten oder eine reduzierte Belastungstoleranz zu sensibilisieren.

APAA-Präsidentin Rozalina L?p?datu unterstrich, dass informierte Patienten aktiv an ihrem medizinischen Behandlungsweg teilnehmen können und persistierende Symptome keinesfalls ignoriert werden sollten.

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