Lupus-Konsens: 97 Prozent der Fachleute wollen Kriterien digital erfassen
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deZur besseren Erfassung des Krankheitsverlaufs bei systemischem Lupus erythematodes (LES) hat ein multidisziplinĂ€res Konsortium das Projekt VITALES ins Leben gerufen. Die Initiative bĂŒndelt die Expertise von Ărzten, Apothekern, Gesundheitsmanagern sowie Patientenvertretern ĂŒber die Organisation FELUPUS in Zusammenarbeit mit AstraZeneca.
Ziel dieses nationalen Konsenses ist es, einheitliche Kriterien zur Messung von Gesundheitsergebnissen zu etablieren und praxistaugliche Instrumente fĂŒr die alltĂ€gliche klinische Versorgung bereitzustellen.
Herausforderungen in der regulÀren Versorgung
Systemischer Lupus erythematodes stellt Mediziner und Betroffene vor komplexe Herausforderungen. Die chronische Autoimmunerkrankung verlÀuft systemisch, ist stark heterogen ausgeprÀgt und zeichnet sich durch einen unvorhersehbaren Krankheitsverlauf aus, der mit potenziell irreversiblen OrganschÀden einhergehen kann.
Bislang etablierte, standardisierte Erhebungsinstrumente wurden vorwiegend fĂŒr klinische Studien entwickelt. FĂŒr den regulĂ€ren Praxis- und Klinikalltag erweisen sie sich hĂ€ufig als zu aufwendig und sind daher nur eingeschrĂ€nkt nutzbar. Das Projekt VITALES soll diese LĂŒcke schlieĂen, um eine umfassende Kontrolle der Erkrankung auĂerhalb von Studienbedingungen zu ermöglichen.
Drei SĂ€ulen auf Basis des Delphi-Verfahrens
Der erarbeitete Konsens stĂŒtzt sich methodisch auf einen Delphi-Prozess und gliedert die Erfassung der Gesundheitsergebnisse in drei zentrale SĂ€ulen:
- KrankheitsaktivitÀt: Diese SÀule umfasst klinische Daten, spezifische Laborwerte sowie die Beurteilung des individuellen Therapieansprechens.
- Krankheitslast: Hierbei stehen der kumulierte Organschaden sowie therapiebedingte Nebenwirkungen im Fokus.
- LebensqualitÀt: Dieser Bereich widmet sich dem subjektiven Wohlbefinden und den funktionellen EinschrÀnkungen der Patienten.
Der neue Lupus-Konsens gliedert die Erfassung in drei SĂ€ulen: KrankheitsaktivitĂ€t, Krankheitslast und LebensqualitĂ€t. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt fĂŒr Schritt, wie Sie diese Kriterien strukturiert in Ihrer elektronischen Krankenakte abbilden. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur digitalen Lupus-Dokumentation anfordern
Um die Erfassung der AktivitĂ€t im Praxisalltag zu erleichtern, schlugen die beteiligten Fachleute eine neue, vereinfachte AktivitĂ€tsskala vor. Zudem sprachen sie sich dafĂŒr aus, den kumulierten Schaden bei Betroffenen in jĂ€hrlichen AbstĂ€nden systematisch zu messen.
Digitale Integration und Einbindung von Patienten
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Empfehlungen liegt auf der strukturierten Dokumentation. Die direkte Integration der Kriterien in die elektronische Krankenakte stieĂ im Konsortium auf breite Zustimmung und wird von 97 Prozent der teilnehmenden Fachleute befĂŒrwortet.
OrganschĂ€den bei Lupus werden im Praxisalltag oft zu selten systematisch gemessen. Der Konsens empfiehlt ein jĂ€hrliches Screening des kumulierten Schadens. Unser kostenloser Leitfaden liefert Ihnen einen konkreten Fahrplan fĂŒr die jĂ€hrliche Erfassung und die Einbindung patientenberichteter Endpunkte. Jetzt Organschaden-Screening-Fahrplan sichern
ErgĂ€nzend dazu empfehlen die Experten eine regelmĂ€Ăige Bewertung der LebensqualitĂ€t unter Einsatz validierter Fragebögen, um patientenberichtete Endpunkte direkt in Behandlungsentscheidungen einzubeziehen.
An der Ausarbeitung des Konsenses wirkten unter anderem Dr. JosĂ© Luis Andreu vom Hospital Puerta de Hierro in Madrid, Silvia PĂ©rez Ortega von FELUPUS sowie Dr. Carlos Marras vom Hospital Virgen de la Arrixaca in Murcia mit. Die Initiative soll dazu beitragen, die BehandlungsqualitĂ€t durch einheitliche, praxistaugliche MessgröĂen langfristig zu verbessern.
