Lupus-Therapie, Deucravacitinib

Lupus-Therapie: Deucravacitinib senkt Proteinurie um 30%

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 10:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Fortschritte in der Autoimmunforschung: Neue Therapieansätze und Biomarker verbessern die Behandlung von MS und Lupus.

Autoimmunforschung: Neue Therapien und Heilungschancen bei MS
Mikroskopische Ansicht menschlicher Zellen mit Antikörpern, symbolisiert medizinische Forschung und Heilung bei Autoimmunerkrankungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue Diagnoseverfahren und Therapieansätze deuten auf einen grundlegenden Wandel in der Behandlung hin. Neben innovativen Wirkstoffklassen rücken zellbasierte Therapien und das Mikrobiom in den Fokus.

Multiple Sklerose: Heilung in Reichweite?

In der Neurologie zeichnet sich eine deutliche Veränderung der Langzeitprognosen ab. Volker Limmroth vom Klinikum Köln-Merheim hält eine Heilung der Multiplen Sklerose (MS) innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre für möglich. Entscheidend sei ein Strategiewechsel hin zu einer frühen, maximal wirksamen Therapie.

Moderne Blut-Biomarker und angepasste Diagnosekriterien ermöglichen bereits in einem sehr frühen Stadium eine präzise Identifikation der Erkrankung. Die Diagnose verliert dadurch ihren Schrecken. Forschungsdaten belegen zudem die Bedeutung von Umweltfaktoren: Eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus erhöht das MS-Risiko um das 32-fache. Auch der Vitamin-D-Spiegel spielt eine entscheidende Rolle für den Therapieerfolg.

Lupus: Neue Wirkstoffe zeigen Erfolge

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung des Systemischen Lupus Erythematodes (SLE). In der Phase-III-Studie SLE-TIT mit 1.200 Patienten zeigte der Tyk2-Hemmer Deucravacitinib signifikante Verbesserungen. Über 52 Wochen reduzierte sich die Proteinurie – ein Indikator für Nierenschäden – um 30 Prozent. Die relative Risikoreduktion der Krankheitsaktivität lag bei 22 Prozent. Die Zulassungsunterlagen sollen nun eingereicht werden.

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Parallel expandiert der Markt für spezialisierte Therapien. Aurinia meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatzanstieg von 24 Prozent auf 77,7 Millionen US-Dollar – getrieben durch den Absatz von Voclosporin. Anfang Juli startete zudem die Phase-4-Studie PRESERVE, die die Kombination von Voclosporin mit Immunmodulatoren bei Lupus-Nephritis untersucht.

Vom Krebsmedikament zur Autoimmuntherapie

Wissenschaftler übertragen zunehmend onkologische Prinzipien auf Autoimmunerkrankungen. Am Universitätsklinikum Jena setzten Ärzte den T-Zell-Engager Teclistamab erfolgreich bei Patienten mit autoimmuner Neuropathie ein. Nach vier Injektionen innerhalb von sechs Wochen waren krankheitstypische IgM-Antikörper nicht mehr nachweisbar. Die Nervenfunktion verbesserte sich messbar.

Große Pharmakonzerne ziehen nach. Johnson & Johnson, Novartis und Bristol Myers Squibb prüfen verstärkt den Einsatz von CAR-T-Zelltherapien für immunologische Indikation. GSK übernimmt das Unternehmen Nuvalent für 10,6 Milliarden US-Dollar. Zulieferer wie Sartorius entwickeln spezialisierte Produktionsplattformen für diese komplexen Zelltherapien.

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Das Mikrobiom als Therapieziel

Die Grundlagenforschung liefert neue Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Darmflora und Immunsystem. Forscher der UT Southwestern zeigten, dass Darmbakterien den Transport von Vitamin A steuern und damit die Reifung von T-Zellen regulieren. Da etwa 70 Prozent der Immunzellen in der Darmschleimhaut sitzen, gewinnt die Modulation des Mikrobioms an Bedeutung.

Eine Studie in „Genes & Immunity“ identifizierte zudem eine Verbindung zwischen dem Bakterium Akkermansia massiliensis und einer genetischen Veranlagung für MS. Eine geringe Abundanz dieses Bakteriums beeinträchtigt offenbar die Immuntoleranz. Analysen an über 9.000 Erwachsenen stützen zudem die Annahme: Regelmäßiger Konsum von Probiotika und fermentierten Lebensmitteln könnte das Risiko für entzündliche Erkrankungen senken.

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