Luxusbranche, Iran-Konflikt

Luxusbranche leidet unter Iran-Konflikt – Umsätze brechen ein

15.05.2026 - 00:31:13 | boerse-global.de

Umsatzeinbrüche in Dubai und bei LVMH prägen die Luxusbranche. Hermès zeigt sich robust, während Zegna und Ferragamo unterschiedliche Quartalsergebnisse vorlegen.

Luxusbranche leidet unter Iran-Konflikt – Umsätze brechen ein - Foto: über boerse-global.de
Luxusbranche leidet unter Iran-Konflikt – Umsätze brechen ein - Foto: über boerse-global.de

Besonders die Handelsmetropolen Dubai und Abu Dhabi spĂĽren die Folgen massiv.

Die Umsätze brachen dort im März 2026 um bis zu 50 Prozent ein. Bei LVMH liegt der Rückgang der Nachfrage sogar bei 70 Prozent. Analysten von Bernstein warnen: Der Konflikt könnte mittelfristig auch die Konsumlaune in den USA beeinträchtigen.

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Goldpreis schießt nach oben – Chopard mit Gewinneinbußen

Auch die Uhren- und Schmuckbranche bleibt nicht verschont. Chopard rechnet für 2026 mit einem Rückgang zwischen 15 und 20 Prozent. Ein Treiber: die Rohstoffpreise. Mitte Mai notierte Gold bei rund 129 Euro pro Gramm – ein Plus von 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Steigende Kosten bei sinkender Nachfrage setzen die Margen der Hersteller massiv unter Druck.

Zegna und Ferragamo mit unterschiedlichen Quartalszahlen

Trotz der Krise im Nahen Osten zeigen sich einige Modehäuser stabil. Die Zegna Group steigerte den Umsatz im ersten Quartal auf 470,2 Millionen Euro – ein Plus von 2,5 Prozent. Organisch lag das Wachstum sogar bei 7,4 Prozent. Besonders stark lief das Geschäft in Amerika mit einem Plus von 9,6 Prozent.

Der Trend zum Direktvertrieb (DTC) setzt sich fort. Bei Zegna entfielen 85 Prozent des Umsatzes auf diesen Kanal – ein Anstieg von 7,8 Prozent. Das Großhandelsgeschäft brach dagegen um 19,1 Prozent ein.

Ein ähnliches Bild bei Salvatore Ferragamo: Der Gesamtumsatz lag bei 209 Millionen Euro, währungsbereinigt ein Minus von 1,2 Prozent. Während der Großhandel um 19 Prozent einbrach, legte das DTC-Segment um 5,5 Prozent zu. In Nord- und Lateinamerika verzeichnete Ferragamo sogar zweistellige Zuwächse.

Hermès bleibt stabil – Analysten sehen Potenzial

Die Finanzmärkte bewerten die Luxuskonzerne nach ihrer individuellen Resilienz. Hermès International stuften Analysten von Morningstar Mitte Mai auf „Hold“ hoch – bei einem Kurs von 1.593,50 Euro. Das Durchschnittskursziel liegt bei über 2.060 Euro.

Die Stärke des Hauses: Exklusivität. Lederwaren und Bekleidung machen über 70 Prozent des Umsatzes aus. 2025 erzielte Hermès einen Jahresumsatz von 16 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von über 4,5 Milliarden Euro. Weltweit betrieb das Unternehmen Ende 2025 insgesamt 294 Stores.

Die geografische Streuung hilft, regionale Krisen abzufedern. Während Asien (ohne Japan) im dritten Quartal 2025 nur moderat wuchs, legten Japan mit 15 Prozent und Amerika mit 13 Prozent deutlich zu.

Neue Strategien – aber Skepsis bleibt

In der Branche fordern immer mehr Stimmen eine Rückbesinnung auf Qualität und Innovation. Mario Arena, seit Mai neuer Kreativdirektor der britischen Marke Joseph, kritisierte die fehlende Innovation in der aktuellen Mode. Sein Rezept: traditionelles Handwerk wie Handplissee und Origami-Faltung kombiniert mit 3D-Druck und KI.

Der Ausblick für 2026 bleibt jedoch unsicher. Investmentexperten von J Stern & Co zeigen sich skeptisch. Die Kombination aus militärischen Konflikten, hohen Rohstoffpreisen und fragiler Konsumlaune in Regionen wie China stellt die Hersteller vor große Aufgaben.

Ob Retail-First-Strategien und Fokus auf Schlüsselkunden die Verluste im Nahen Osten und Großhandel kompensieren können, bleibt offen.

Die Entwicklung des Goldpreises und die Dauer des Iran-Konflikts sind die entscheidenden Variablen. Die Resilienz von Häusern wie Hermès zeigt: Extreme Exklusivität schützt vor Marktturbulenzen. Breiter aufgestellte Luxusgruppen müssen ihre regionalen Strategien dagegen grundlegend überdenken.

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