Mac Studio: Apple streicht 256-GB-Speicher wegen Chip-Krise
22.06.2026 - 22:24:37 | boerse-global.de
Die Speicherkrise zwingt Apple zu drastischen Einschnitten bei seinen Profi-Rechnern – und die Preise steigen.
Apple hat die Verfügbarkeit seiner leistungsstärksten Mac-Studio-Modelle massiv eingeschränkt. Grund ist eine weltweite Knappheit an Speicherchips, die durch den KI-Boom weiter verschärft wird. Konkret gestrichen wurden die Arbeitsspeicher-Optionen mit 256 und 512 Gigabyte für das M3-Ultra-Modell. Auch die 128-GB-Variante ist aktuell nicht bestellbar.
Lieferzeiten explodieren
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Kunden, die noch ein Mac Studio mit M3-Ultra-Chip ordern können, müssen sich auf Wartezeiten von 13 bis 14 Wochen einstellen. Das bedeutet: Wer heute bestellt, bekommt seinen Rechner frühestens im Oktober 2026. Auch bei Händlern sind die Premium-Workstations komplett ausverkauft. Der Einstiegspreis für das M3-Ultra-Modell liegt weiterhin bei umgerechnet rund 3.700 Euro.
Apple selbst verweist auf Engpässe in der Fertigung beim Chip-Hersteller TSMC. Branchenkenner vermuten jedoch, dass der Konzern zunehmend Produktionskapazitäten für die kommenden M5- und M6-Chip-Generationen reserviert.
„RAMageddon" treibt Preise in die Höhe
Die Lieferprobleme sind nur die Spitze des Eisbergs. Der Speichermarkt erlebt eine beispiellose Krise. Apples CEO Tim Cook hatte bereits eingeräumt, dass Preiserhöhungen unvermeidbar seien. Die Kosten für Speicherkomponenten hätten sich im Vergleich zum Vorjahr etwa vervierfacht.
Hintergrund ist der gigantische Hunger der KI-Industrie nach Speicherchips. OpenAI allein verbraucht schätzungsweise 40 Prozent der weltweiten DRAM-Produktion – rund 900.000 Wafer pro Monat. Die Preise für DDR5-Speicher liegen inzwischen 300 bis 314 Prozent höher als noch im Juli 2025.
Selbst veraltete Technik wird teurer: DDR2-Speicher soll sich laut Marktforschern von TrendForce im laufenden Quartal um bis zu 60 Prozent verteuern. Eine Entspannung der Lage erwarten Analysten frĂĽhestens Mitte 2027.
Preisschraube dreht sich weiter
Die steigenden Kosten machen sich bereits in Apples gesamter Produktpalette bemerkbar. Der Einstiegs-Mac-Mac mini kostet inzwischen 799 statt 599 Euro – und kommt nur noch ohne die 256-GB-SSD. Für das kommende iPhone 18 Pro prognostizieren Marktforscher einen Preisaufschlag von umgerechnet rund 250 Euro, um die Gewinnmargen zu halten.
Auch die Konkurrenz bleibt nicht verschont: Sony und Nintendo sollen Preiserhöhungen für die PlayStation 5 und den Switch-Nachfolger planen. Die Speicherhersteller selbst reagieren mit radikalen Maßnahmen: Micron hat sich angeblich aus dem Consumer-Geschäft mit seiner Marke Crucial zurückgezogen, während SK hynix seine Fertigungskapazitäten in den nächsten fünf Jahren verdoppeln will.
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Ausblick: M6-Chip kommt – aber später
Trotz der Krise treibt Apple die Entwicklung seiner nächsten Chip-Generation voran. Der M6-Prozessor, gefertigt im 2-Nanometer-Verfahren von TSMC, soll 15 Prozent mehr Leistung und 30 Prozent höhere Effizienz bieten.
Die ersten M6-Geräte – darunter neue iMacs, Mac minis und Mac Studios – werden für das vierte Quartal 2026 erwartet. Doch die Speicherkrise hinterlässt bereits ihre Spuren: Ein geplantes High-End-„MacBook Ultra" mit OLED-Touchscreen und 5G-Modem wurde auf Anfang 2027 verschoben. Auch ein MacBook Air mit M6-Chip wird voraussichtlich erst im März 2027 erscheinen.
