MacBook und iPad: Apple erhöht Preise um bis zu 40 Prozent
27.06.2026 - 18:27:11 | boerse-global.de
Grund ist ein beispielloser Anstieg der Speicherchip-Kosten, ausgelöst durch den weltweiten KI-Boom.
Betroffen ist die gesamte portable Produktpalette. Das Einstiegsmodell MacBook Neo kostet nun 699 Euro statt bisher 599 Euro – ein Sprung von rund 17 Prozent. Besonders hart trifft es die Studenten-Edition: Sie verteuerte sich von 499 auf 699 Euro, ein Plus von satten 40 Prozent.
Preisschock bei fast allen Modellen
Die Aufschläge variieren je nach Baureihe:
- MacBook Air (13 Zoll, M5): Plus rund 200 Euro – die 512-GB-Version steigt von 1.099 auf 1.299 Euro
- MacBook Pro (14 Zoll, M5 Pro): Von 1.699 auf 1.999 Euro
- MacBook Pro (16 Zoll, Top-Ausstattung): Bis zu 9.999 Euro für die maximale Konfiguration
- Mac Studio: Bis zu 500 Euro teurer
- Mac Mini, iMac und Apple TV: Ebenfalls angepasste Preise seit dem 25. Juni
Auch die iPad-Reihe bleibt nicht verschont. Das iPad Air (128 GB) klettert von 599 auf 749 Euro, das iPad Pro (256 GB) von 999 auf 1.199 Euro. Selbst das Einsteiger-iPad legt um 100 Euro auf nun 449 Euro zu.
Globale Wellen – Deutschland mittendrin
Die Preiserhöhungen sind kein rein US-Phänomen. Weltweit reagieren die Märkte unterschiedlich. In Indien etwa beobachten Analysten Aufschläge zwischen 20 und 40 Prozent für die Mac- und iPad-Kategorien. In Malaysia stieg der MacBook Neo von umgerechnet rund 600 auf 720 Euro. Australische Händler verkaufen Altbestände teils noch zu alten Preisen – Apples Direktpreise legten dort um etwa 20 Prozent zu.
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Eine gute Nachricht: Die iPhone-Preise bleiben vorerst stabil. Branchenkenner erwarten jedoch für die nächste iPhone-Pro-Generation Aufschläge von bis zu 200 Euro – die gleichen Kostentreiber wirken schließlich auch dort.
Warum die Chips so teuer wurden
Apple selbst nennt einen „beispiellosen Anstieg der Komponentenkosten" als Grund – konkret die Verknappung von Speicherchips. Der Boom der KI-Rechenzentren hat die Nachfrage nach DRAM- und NAND-Flash-Speicher explodieren lassen. Die Folge: DRAM-Preise haben sich im ersten Quartal 2026 nahezu verdoppelt, und weitere Steigerungen sind für das zweite Quartal absehbar.
Konzernchef Tim Cook sprach bei der Bekanntgabe von einem „außergewöhnlichen Ereignis" in der Lieferkette. Die Preiserhöhungen seien eine unvermeidbare Reaktion auf das Marktumfeld. Apple verzichtet vorerst auf bestimmte High-End-M6-Chips, um die Kosten in den Griff zu bekommen – ein Phänomen, das in der Branche bereits als „Chipflation" bezeichnet wird.
Börse reagiert nervös
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Die Anleger zeigten sich wenig begeistert. Apple-Aktien gaben um rund fünf Prozent nach und schlossen bei etwa 260 Euro. Der gesamte Elektronikmarkt steht unter Druck: Auch Microsoft hat Preiserhöhungen für seine Xbox-Konsolen angekündigt, die ab dem 1. August greifen sollen.
Die Marktforscher von IDC rechnen für 2026 mit einem Schrumpfen des PC-Marktes um mehr als elf Prozent. Und während Apple die Preise anzieht, steht ein Führungswechsel bevor: Am 1. September wird John Ternus das Amt des CEO von Tim Cook übernehmen. Ob der neue Mann an der Spitze die Preispolitik fortsetzt, bleibt abzuwarten.
