macOS-Lücke CVE-2026-65400: Angreifer installieren Monero-Miner
Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 19:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Nationale Zentrum für Cybersicherheit der Niederlande (NCSC-NL) warnt vor einer kritischen Schwachstelle in der Bildschirmfreigabe von Apple-Betriebssystemen. Wie die Behörde bestätigt, wird die als CVE-2026-65400 klassifizierte Sicherheitslücke bereits aktiv von Angreifern ausgenutzt. Betroffen sind Systeme, bei denen der Port 5900 offen für Netzwerkverbindungen zugänglich ist.
Nach Angaben der Cybersicherheitsexperten ermöglicht die Schwachstelle es externen Akteuren, die Authentifizierung ohne die Eingabe gültiger Anmeldedaten zu umgehen. Dieser sogenannte SRP-Bypass (Secure Remote Password) erlaubt es Angreifern, administrativen Zugriff auf die Zielsysteme zu erlangen. Sobald der Root-Zugriff erfolgt ist, werden auf den betroffenen Rechnern Programme zur Erzeugung der Kryptowährung Monero installiert.
Patch-Verfügbarkeit und betroffene Versionen
Apple hat bereits auf die Sicherheitslücke reagiert und am 6. August entsprechende Updates bereitgestellt. Die Schwachstelle wurde in den Betriebssystemversionen macOS Tahoe 26.6.1, Sequoia 15.7.9 sowie Sonoma 14.8.9 behoben. Administratoren und Nutzer werden dazu angehalten, ihre Systeme zeitnah auf diese Versionen zu aktualisieren, um die Ausnutzung der Schwachstelle zu verhindern.
Die Schwachstelle wurde ursprünglich von Alfredo Pesoli von Bynario Atlas entdeckt. Fachleute veröffentlichten detaillierte technische Informationen zu CVE-2026-65400 im Rahmen der Black Hat Konferenz. Kurz nach dieser Bekanntmachung wurde am 8. August ein funktionsfähiger Exploit für die Lücke öffentlich zugänglich. In der Folgezeit bis zum 12. August verzeichneten Beobachter eine aktive Ausnutzung der Schwachstelle durch unbekannte Akteure.
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Risiken und Handlungsempfehlungen
Sicherheitsanalysten bewerten die Schwachstelle mit einem CVSS-Wert von 7.1, was einer hohen Kritikalität entspricht. Aktuelle Untersuchungen zeigen das potenzielle Ausmaß der Bedrohung: Im Rahmen von Scans wurden weltweit etwa 40.000 Hosts identifiziert, deren Screen-Sharing-Dienste über das Internet exponiert sind.
Da der SRP-Bypass herkömmliche Härtungsmaßnahmen wirkungslos macht, bleibt die Aktualisierung der Software oder die Deaktivierung des Dienstes die einzig effektive Gegenmaßnahme.
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Experten raten dringend dazu, die Funktion für die Bildschirmfreigabe vollständig zu deaktivieren, falls diese für den Geschäftsbetrieb nicht zwingend erforderlich ist. Sollte ein Fernzugriff auf macOS-Systeme notwendig sein, empfehlen Fachleute, diesen nicht über einen direkt erreichbaren Port 5900 zu realisieren. Stattdessen sollten gesicherte Tunnelverbindungen über VPN oder SSH genutzt werden, um die Angriffsfläche zu minimieren.
Das NCSC-NL betont, dass die aktive installation von Monero-Minern zeigt, wie schnell Angreifer die erlangten Root-Rechte monetarisieren. Durch den vollständigen Systemzugriff könnten jedoch auch weiterführende Schadaktivitäten wie Datendiebstahl oder die Ausweitung des Angriffs auf interne Netzwerke erfolgen. Nutzer der betroffenen macOS-Versionen sollten daher umgehend prüfen, ob ihre Systeme über das Netzwerk erreichbare Freigaben aufweisen.
