Gatekeeper-Lücke, Austausch

macOS-Sicherheit: Gatekeeper-Lücke erlaubt Austausch vertrauter Apps

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 03:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Mysk-Team deckt eine Schwachstelle in Apples Gatekeeper auf. Manipulierte Apps können ohne Warnung ausgetauscht werden, ein Patch bleibt aus.

Sicherheitslücke in Apples Gatekeeper: Apps heimlich austauschbar
MacBook Pro auf dunklem Schreibtisch mit digitalem Sicherheitsschild, das macOS-Schwachstellenforschung darstellt Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Forscher entdecken Schwachstelle – vertraute Apps können unbemerkt ausgetauscht werden.

Das Sicherheitsduo Talal Haj Bakry und Tommy Mysk, bekannt als das Mysk-Team, hat eine kritische Schwachstelle in Apples Gatekeeper-Funktion aufgedeckt. Der Mechanismus erlaubt es Angreifern, vertrauenswürdige Anwendungen lautlos durch manipulierte Versionen zu ersetzen – ohne dass der Nutzer eine Warnung erhält.

Wie die Lücke funktioniert

Das Problem betrifft vor allem Apps, die aus dem Internet heruntergeladen wurden – nicht jene aus dem offiziellen Mac App Store. Sobald ein Angreifer Zugriff auf das System hat, kann er mit einfachen Werkzeugen wie dem tar-Archivierungsprogramm die Hauptprogrammdatei einer bereits geprüften App austauschen.

Normalerweise führt Gatekeeper eine Sicherheitsprüfung durch, wenn eine App zum ersten Mal geöffnet wird. Die Forscher zeigten jedoch: Nach dieser ersten Validierung lässt sich das App-Bündel archivieren und durch einen „bösen Zwilling“ ersetzen – ohne erneute Autorisierung oder Sicherheitswarnung.

Betroffen sind unter anderem weit verbreitete Programme wie Brave, Slack, Signal und Visual Studio Code.

Apples Reaktion: Kein Fix geplant

Apple hat die Ergebnisse geprüft, aber keinen Patch veröffentlicht. Der Konzern argumentiert, die Technik liege außerhalb des Schutzbereichs von Gatekeeper, da die manipulierte App als lokal erstelltes Bündel eingestuft werde. Für Nutzer bedeutet das: Sie müssen sich selbst schützen, etwa durch regelmäßige Überprüfung der installierten Programme.

Neue Malware-Welle gegen macOS

Die Entdeckung kommt zu einem brisanten Zeitpunkt. Erst am Vortag hatten Sicherheitsforscher die GolangGhost-Kampagne gemeldet, die sich gezielt gegen Fachleute aus Kryptowährungs- und Web3-Bereichen richtet. Hinter der Schadsoftware steckt die mit Nordkorea in Verbindung gebrachte Gruppe Famous Chollima.

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Die Täter nutzen Social Engineering – oft in Form von gefälschten Vorstellungsgesprächen – um ihre Opfer zur Ausführung schädlicher Befehle zu bewegen. Der GolangGhost-Trojaner stiehlt Chrome-Zugangsdaten aus der macOS-Tasche und manipuliert Browsereinstellungen, um an MetaMask-Berechtigungen zu gelangen.

Ein weiterer Bericht beschreibt die EtherHiding-Malware, die die Polygon-Blockchain nutzt, um Steuerbefehle abzurufen – was die Infrastruktur gegen klassische Löschversuche immun macht.

Grenzen der Apple-Notarisierung

Die Analyse der CrashStealer-Malware durch Jamf Threat Labs zeigt zudem: Selbst Apples Notarisierungsprozess bietet keine vollständige Sicherheit. Die erste Stufe der Schadsoftware war von Apple signiert und notarisiert, lieferte dann aber eine Komponente aus, die sich als Systemabsturzbericht tarnte – und sensible Daten wie Kryptowährungs-Wallets stahl.

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Datenschutz-Update und Firmware-Erwartungen

Apple hat Anfang Juli ein weiteres Problem behoben: Eine Schwachstelle im „Hide My Email“-Dienst konnte dazu führen, dass Absender die echte E-Mail-Adresse eines Nutzers sehen, wenn eine an eine maskierte Adresse gesendete Nachricht als Spam zurückgewiesen wurde. Adressen, die vor dem 7. Juli 2026 erstellt wurden, könnten noch in fremden Logs auftauchen.

Für die letzte Juliwoche erwarten Systemadministratoren zudem mehrere macOS-Updates. macOS Tahoe 26.6 soll das letzte große Update dieser Version sein, begleitet von Sicherheitsupdates für macOS Sequoia und Sonoma. Analysten vermuten, dass die Updates nötig sind, um die Firmware-Versionen auf Apple-Silicon-Geräten zu vereinheitlichen – einige ältere Systeme laufen seit Mai auf veralteten Bootloader-Versionen.

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