Mage-VL-Cowork: Microsoft veröffentlicht Desktop-KI mit 4 Milliarden Parametern
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 17:14 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Mage-Team von Microsoft hat am 30. Oktober 2026 das Modell Mage-VL-Cowork veröffentlicht. Das System zur Automatisierung von Desktop-Aufgaben steht unter der Apache-2.0-Lizenz und wurde mitsamt seinen Gewichten über die Plattformen Hugging Face und GitHub frei zugänglich gemacht. Die Bereitstellung erfolgte ohne vorherige Ankündigung.
Bei Mage-VL-Cowork handelt es sich um ein kompaktes Computer-Use-Modell mit 4 Milliarden Parametern. Das System ist darauf ausgelegt, Bildschirminhalte über Screenshots zu interpretieren und eigenständig Aktionen für Maus und Tastatur auszuwählen oder Befehle in Form von Terminal-Code abzusetzen.
Technische Basis und Architektur
Das Modell lässt sich wahlweise über eine grafische Benutzeroberfläche oder eine persistente Terminal-Shell betreiben. Die zum Download bereitgestellten Modellgewichte umfassen einen Speicherbedarf von 9,48 GB. Mage-VL-Cowork verfügt über ein Kontextfenster von 32.768 Tokens und ist ausschließlich auf englischsprachige Eingaben ausgelegt.
Strukturell setzt sich das Modell aus zwei Hauptkomponenten zusammen: Für die Sprachverarbeitung nutzt das Mage-Team Qwen3-4B, während die visuelle Erkennung auf Mage-ViT basiert. Das Training des Modells durchlief fünf aufeinanderfolgende Stufen. Konkrete Angaben zum genutzten Trainingsvolumen, zur Kontextlänge während des Trainings, zum Rechenaufwand oder zu Latenzzeiten wurden nicht veröffentlicht.
Testergebnisse auf Desktop-Systemen
In einem von Microsoft am 30. Oktober 2026 durchgeführten internen Test erreichte Mage-VL-Cowork auf dem Benchmark OSWorld-Verified einen Wert von 66,0 Prozent. Dieses Ergebnis bildet den Mittelwert aus zwei Testläufen auf einem Linux-Desktop mit 65,3 Prozent sowie 66,8 Prozent ab.
Das Prüfverfahren umfasste 361 Aufgaben bei einer Begrenzung auf maximal 50 Schritte je Vorgang; Tests mit Bezug zu Google Drive waren darin ausgenommen. Ein unabhängiger Test Dritter liegt bislang nicht vor, und das Modell wird nicht auf dem offiziellen Leaderboard geführt.
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Eine von Microsoft vorgelegte Vergleichstabelle ordnet die Leistungsfähigkeit im Kontext anderer Systeme ein. Demnach erreichte ScaleCUA-Qwen3.5-9B in der Gegenüberstellung 68,7 Prozent, während Muse Glimmer-30B auf 65,9 Prozent und Qwen3.6-27B auf 63,9 Prozent kamen.
Deutlich geringere Werte wiesen OpenCUA-72B mit 44,9 Prozent sowie Fara1.5-4B mit 13,9 Prozent auf. Für menschliche Nutzer weist die Tabelle einen Vergleichswert von 72,4 Prozent aus. Das Spitzenmodell auf OSWorld-Verified erzielte bei einem Testrahmen von 100 Schritten eine Erfolgsquote von 86,0 Prozent.
Sicherheitsvorgaben für den Praxiseinsatz
In der beigelegten Modellkarte formuliert das Mage-Team klare Sicherheitsanforderungen für den Betrieb. Microsoft empfiehlt, das System ausschließlich in isolierten Testumgebungen auszuführen. Vor der Durchführung irreversibler Aktionen – darunter explizit finanzielle Transaktionen oder Änderungen von System- und Nutzerrechten – solle zwingend eine Bestätigung durch den menschlichen Anwender eingeholt werden.
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Die Bereitstellung als Open-Weight-Modell verringert zwar die technische Rechenhürde, um Betriebssysteme lokal zu automatisieren, verstärkt nach Einschätzung der Entwickler jedoch gleichzeitig die Notwendigkeit von striktem Sandboxing.
